Mountain bike

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Il relazione di viaggio da vedere lungo:

Alpine Bike route-01
Alpine Bike
Scuol–Leysin
Al percorso
Hoch hinaus – die Alpine Bike mit dem E-Bike

Hoch hinaus – die Alpine Bike mit dem E-Bike

Klaus, Marcel und ich, Markus (v.l.n.r.). In 2020 haben wir den Jura Bike gemacht. Jetzt, Im Juli 2021, streben wir nach HÖHEREM!
Tag 0
Für mich: Zug von Tutzing nach Landeck, dann dem Inn entlang nach Scuol radeln.

Bin aufgeregt. Schon um 5 Uhr wach, um 8:01h erst geht der Zug nach Scharnitz. Draußen regnet es - noch. Erste Sonnenstrahlen pünktlich zur Abfahrt um 7:30h - wie zitiert Dieter, mein Freund und MTB-Partner hier in Oberbayern - in solchen Situationen? "Wenn Engel reisen, lacht der Himmel!"

In Scuol treffen wir, magisch, fast zur gleichen Zeit ein. Gegenüber dem Hotel eine Pizzeria, ein Helles wartet auf uns. Wir haben uns viel zu erzählen, es wird auch viel politisiert, unumgänglich zusammen mit Klaus und Marcel. Und natürlich gefachsimpelt: endverstärkte Edelstahlspeichen von DT Swiss? Für mich böhmische Dörfer! Meine neuen Bremsklötze, die mir Julian vom Radhaus Starnberg für die Tour verpasst hat (Aero-Cool), erregen, leuchtend, Aufmerksamkeit.

PS: Klaus und Marcel fahren die Tour aus eigener Kraft, ich mit einem E-Bike und mit zwei Batterien :)
1. Tag
Wir sind gut trainiert und wollen zwei Etappen schaffen, Scuol-Tschierv-Livigno (71 km, 2.300 Hm)

Diese Bergwelt - bei Sonnenschein! - ein Traum, pures Glück. Diese Almen und Hochebenen auf 2.200 Metern, die Murmeltier Warnrufe, schroffe, gezackte Berge - einfach unglaublich, unglaublich schön. Wunderbare Forststraßen, alles fahrbare Wanderwege und episch lange gezogene Abfahrten, insbes. nach Livigno. Dort: Alpen-Ballermann ...

Bislang einer meiner schönsten Tage im Sattel, der Anstrengendste auch. Die neuen Bremsen perfekt, nur noch die!
2. Tag
Wir wollen 1,5 Etappen schaffen und über den Bernina nach St. Moritz und dann vor bis Maloja. (63 km, 1.300 Hm)

Geschafft! Durchaus im doppelten Wortsinn. Was, der vorige Tag soll anstrengend gewesen sein? Nun ja: Hoch zur Forcola Di Livigno war schon mal ein Präludium in Sachen Anstrengung weil auch schieben angesagt war. Der Hammer war dann aber die Querung mit viel auf und ab, schieben und stoßen und zum Schluss mit dem Downhill runter zum Berninapass, resp. zum Lago Bianco. Die Querung verlief auf einem ruppigen, schmalen Wanderweg. Z.T. krasse Rampen nach oben und unten, eine kurze Tragepassage. Die Wanderer taten mir Leid, mussten sie doch uns und weiteren Radlern immer wieder ausweichen, was sicher ihren Gehrhythmus störte. Klar, es war auch ein Sonntag. Trotzdem: Solche Strecken fahre ich nur mit einem unguten Gefühl. Ich finde, dass genau so eine Passage entflechtet gehört. Wanderer und Biker brauchen hier oben separierte Wege, um es uneingeschränkt genießen zu können. Wer ist da gefordert? SchweizMobil? Die Gemeinde? Der Kanton?

Nach dem Mittagessen ging es anstrengend gleich weiter bei der Abfahrt nach Pontresina. Alles immer und über Stunden an meiner Leistungsgrenze. Klaus sagte das auch von sich, tröstlich.

Ein Tag also mit Grenzerfahrungen, aber zusammen haben wir es geschafft, haben uns motiviert: DER schafft das? Dann ich auch! Viele Glücksmomente, viel unglaubliches Alpenkino!

PS: Eine Batterie sprang mir irgendwann unbemerkt aus dem Rahmen. Zum Glück konnte ich eine in St. Moritz nachkaufen :) Dass ich zunächst zich Kilometer mit zwei Batterien fuhr und mir plötzlich eine fehlte, wird mir Herr BOSCH auch nicht glauben. Aber mein Display ist und war da unbestechlich.
3. Tag
Malojapass runter, Septimer hoch, Bivio bis Tiefencastel, wieder 1,5 Etappen (51 km, 1.700 Hm)

Der härteste Tag ever. Zwar hat uns Marcel immer wieder gesagt, dass man den Septimerpass hochschieben müsse, aber auch von einem alten Römerweg gesprochen. Von dem war - in der Praxis, nicht in der Theorie - so gut wie nix mehr zu sehen. Stattdessen verblockte Steine und fast zwei Stunden schieben, heben, schuften und schnaufen. Kurzum: eine Qual. Klaus meinte trocken, ihm würde sich der Sinn dieser ganzen Unternehmung nicht erschließen, vielleicht aber komme das noch. Ich spreche ihn lieber nicht darauf an, ahne aber seine Antwort :) Sollte BOSCH übrigens die Schiebehilfe verbessern wollen, wäre der Septimer das ideale Testgelände. Ein Unding, diese auf 3 km/h einzustellen - für steile, steinige Wege, wofür sie doch gedacht ist.

Dann von ganz oben bis Tiefencastel runter traumhafte Wege, Serpentinen und das über Kilometer und Stunden! Ein Wahnsinn! Eine so schöne Dauerabfahrt mit gelegentlichen durchaus happigen Steigungen, die aber auf Forstwegen, kannte ich bislang nicht. Dankeschön an SchweizMobil, die diese traumhafte Strecke entwickelt hat! Und den Septimer würde ich einfach ordentlich herrichten, so wie es sich für eine nationale MTB-Route gehört.

Morgen? Mit dem Heli und den Rädern nochmals hoch zum Septimer und alles wieder runter :))

Den Aufstieg zum Septimer? Versuchen wir zu vergessen oder buchen eine Traumatherapie.

Ganz zum Schluss servierte uns Marcel noch ein «Dessert», wie er meinte, die Serpentinenabfahrt runter nach Tiefencastel. Anspruchsvoll. Schwer. Nass. Schotter. Steil. Noch Fragen? Jetzt weiß ich, was für Marcel ein Dessert ist, «das wir genießen sollen», so seine Aufmunterung oben und weg war er.

PS: Am Abend genießt er häufig seinen Coup Danemark :)

PSPS: Und trotz allem: Kettenpflege muss sein! Da hat Klaus seine ganz eigenen Prinzipien und lehrt sie uns. Ohm :)
4. Tag
Regen ist angesagt und wir machen nur eine halbe Etappe bis Thusis und übernachten dort zur Not auch zweimal.

Es waren zwar nur 20 km, aber was für welche! Hoch oben in der Albula-Schlucht führt ein in Fels geschlagener Weg nach Thusis vor. Eine traumhaft schöne Strecke, von der natürlich die Autofahrer ganz unten im engen Tal keine Ahnung haben.

PS: Die Gepäckfrage wird ja bei mehrtägigen MTB-Touren häufig gestellt. Wir drei haben sie total unterschiedlich gelöst und alle drei Lösungen taugen was. Marcel hat einen Rucksack, den er in ruppigen Abschnitten trägt und sonst auf dem Gepäckträger aufschnallt. Klaus eine leicht beladene Lenkerrolle, ein an der Sattelstütze befestigtes Teil hinten raus und einen kleinen Rucksack. Ich einen Rucksack und auf dem Gepäckträger einen Seesack, insgesamt 12,3 kg. Passt.
5. Tag
Am Vormittag wollen wir eine halbe Tagesetappe bis Safien Platz wagen (17 km) und dort eineinhalb Tage die Regenschauer aussitzen.

Die Vorfreude auf den Glaspass war groß. Vielleicht schaffen wir es oben, einen Kristall zu finden?

Die Auffahrt über 1.100 Hm am Stück war schön, das Wetter wurde immer besser. Ins Safiental runter? Viel schieben. Viele gefährliche Stellen. Alles rutschig. Unten am Stammtisch im Rathaus Safien sagten sie, sie hätten hier schon alles erlebt, nur keinen Hubschraubereinsatz - dafür sei das Gelände einfach zu steil. Das Beste: Wenn ein Weg als Radweg gekennzeichnet sei, glaubten einige, sie müssten da auch wirklich runter radeln.

PS: «Vermeide jeden Sturz!» Ja, und: Mich hat’s heute so richtig erwischt. Lag 6 Meter unten im steilen Hang, das Rad wirbelte es über mich hinweg, weil ich mit den Hosen in der Pedale fest hing. Nix passiert, Fahrfehler und falsche Klamotten. Der Intuition 50 Meter zuvor habe ich auch nicht geglaubt - sie gebot mir abzusteigen. Auch klar: Solche Touren nur zu Dritt! Alleine hätte ich den Kram nie hoch auf den Pfad zurück gebracht; nie! Und: Das Handy muss wirklich griffbereit und am Körper und nicht irgendwo sein, um auch in schwierigsten Lagen Hilfe anfordern zu können.
6. Tag
Eine halbe Etappe bis Vals oder die ganze bis Lumbrein? (50 km, 1.900 Hm)

Wir entscheiden das unterwegs in Vals, abhängig vom Wetter und der Verfügbarkeit von Zimmern.

Das Wetter jedenfalls wird erneut von Stunde zu Stunde besser. Die Wetterprognosen scheinen aktuell schwierig zu sein. Ob Regen oder nicht entscheidet sich kleinräumig. Vom Zimmer aus sehe ich am Morgen oben Schnee liegen. Mal schauen, Start ist um 9:30 h, in der Hoffnung, dass die Strecke etwas abgetrocknet ist; vor uns der Tomülpass.

Der war nach einem schönen Anfang ab der zweiten Hälfte nach oben sehr schwierig zu fahren, weil der «Polenweg» - von polnischen Soldaten, die 1940 in die Schweiz flüchteten und bis 1945 in Baracken interniert lebten, gebaut - gerade hergerichtet wird. Viel Batz, drei Zentimeter Dreck, Räder die durchdrehen. Oben auf 2.412 Metern angekommen, kalter Wind, wir zogen alles Mögliche an. Rund um die darunter liegende Alp kilometerlang Dreck mit Kuhscheiße vermischt. «Jetzt nur nicht absteigen müssen, Gau: hinfallen», so dachte jeder von uns. Dieser Streckenabschnitt ist eine Zumutung. Mir unerklärlich, wieso SchweizMobile hier nicht aktiv wird. Nach einem quer zum Hang nach unten verlaufenden, anspruchsvoll zu fahrenden Wanderweg, den Marcel mit seiner 150iger Federgabel sichtlich genoss, eine episch lange, lange und wunderschöne Abfahrt nach Vals. Erst auf Forstwegen, später auf Asphalt.

Unten angekommen: Bier für alle, Capuns für Klaus, Schnipo für Marcel und für mich einen fein aufgeschnittenen Salsitz. Dann: ab in die Therme! Sie hat etwas mystisches. Für uns alle eine Belohnung, Tiefenentspannung, ein Hochgenuss und für mich darüber hinaus mit vielen schönen Erinnerungen verbunden. Möchte ich mal wieder mit meiner Frau hin, für ein schönes, entspanntes Genuss-Wochenende.
PS: Auch heute fuhren wir nur eine halbe Etappe, waren aber trotzdem fertisch, aufgearbeitet, glücklich. Vom Regen so gut wie verschont geblieben. Keinen von uns zog es noch nach Lumbrein; Klaus hat das schon unterwegs geschickt eingefädelt. Sich erst mit mir darüber so ganz nebenbei und unverbindlich verständigt, dann wohl mit Marcel und unten angekommen forsch ein Bier bestellt; alles klar!
7. Tag

Seit Tagen Hochwasser mit vielen Todesopfern in Deutschland, grauenvolle, fürchterliche Bilder; Schlechtwetter auch in den Bündner Alpen.
Bei uns soll's heute über die Alp Nuova bis Disentis gehen; seit Tagen mal wieder eine «ordentliche» Strecke. (70 km, 2.100 Hm)

Phantastisch: alles nur auf Straßen, Forstwegen und leichten Trails. Eine lange, vielleicht auch überlange Etappe, mussten zum ersten Mal für eine halbe Stunde die Regensachen anziehen.
8. Tag
Disentis - Andermatt - Wasen

Was? Eine oder zwei Stunden den Maighelspass runter schieben und tragen? Verblockte, schwerste Strecke der Route insgesamt? Ich nehme den Oberalppass, basta! Komoot wird mir den Weg weisen :)

Eine Stunde vor dem Start bekomme ich Schwindel und es wird mir übel. Der Notarzt diagnostiziert Innenohrenschwindel und ich werde umgehend ins Spital nach Ilanz verbracht, wo ich bestens versorgt werde und mich nach und nach erhole. Klaus und Marcel brechen die Tour ab. Diese Etappe und der ganze zweite Teil ist verschoben auf 2022, Start im Hotel Catrina zu Disentis :). Darauf einigten wir uns schon einen Tag später. Mann braucht im Läbben wasäliwaa?: Perspektiven!
Reflexion zu Alpin Bike 1, erste Woche.
Ziel: keine lästigen (Schiebe-) Passagen nach oben und unten, absolut E-Bike tauglich und: episch!

- Scuol-Tschierv-Livigno, in 1 oder 2 Tagen, alles gemäss Track SchweizMobil

- Von Livigno zur Forcola Di Livigno gem. Track hoch, dann aber runter und rüber zum Berninapass resp. zum Lago Bianco auf den Teerstraßen. Ab dem Lago Bianco über Pontresina runter düsen und über St. Moritz bis Maloja den Seen entlang fahren, wieder alles gemäss Track

- Einschub resp. Abstecher ab Lago Bianco – für’s nächste Mal: Auf die andere Seite vom Bernina nach Poschiavo auch möglich! Diverse Schwierigkeitsstufen, Kategorie Epic Trail! Wieder hoch mit der Bahn oder Rundkurs, dann 30 km, 1.400 Hm! (SchweizMobil 673)

- Einschub resp. Abstecher ab Celerina – für’s nächste Mal: Suvretta Loop, SchweizMobil 671, 34 km, 1.100 Hm

- Von Maloja bis Silvaplana den Seen entlang gem. Track zurück, auf Asphalt den Julier hoch und bis Bivio runter. Von dort gem. Track erst hoch zum Septimer treten und dann zurück bis Tiefencastel runterrollen lassen, gem. Track

- Tiefencastel - Thusis, hoch auf den Tomülpass, dort nach Kristallen suchen und wieder runter zurück nach Thusis rollen lassen, alles gemäss Track

- Safien Platz auslassen: Ist weder hoch zum Glaspass - der «Polenweg» wird gerade erneuert, heißt 3 cm Dreck - noch später über die Alp nach Vals ein Genuss.

- Besser: Thusis-Lumbrein, über Reichenau und Ilanz und ohne Vals, 57 km, 1.500 Hm (Komoot)

- Lumbrein-Disentis, 43 km, 1050 Hm. Nur auf Straßen, Forstwegen und leichten Trails, gemäss Track.
Klaus, Marcel und ich, Markus (v.l.n.r.). In 2020 haben wir den Jura Bike gemacht. Jetzt, Im Juli 2021, streben wir nach HÖHEREM!
Tag 0
Für mich: Zug von Tutzing nach Landeck, dann dem Inn entlang nach Scuol radeln.

Bin aufgeregt. Schon um 5 Uhr wach, um 8:01h erst geht der Zug nach Scharnitz. Draußen regnet es - noch. Erste Sonnenstrahlen pünktlich zur Abfahrt um 7:30h - wie zitiert Dieter, mein Freund und MTB-Partner hier in Oberbayern - in solchen Situationen? "Wenn Engel reisen, lacht der Himmel!"

In Scuol treffen wir, magisch, fast zur gleichen Zeit ein. Gegenüber dem Hotel eine Pizzeria, ein Helles wartet auf uns. Wir haben uns viel zu erzählen, es wird auch viel politisiert, unumgänglich zusammen mit Klaus und Marcel. Und natürlich gefachsimpelt: endverstärkte Edelstahlspeichen von DT Swiss? Für mich böhmische Dörfer! Meine neuen Bremsklötze, die mir Julian vom Radhaus Starnberg für die Tour verpasst hat (Aero-Cool), erregen, leuchtend, Aufmerksamkeit.

PS: Klaus und Marcel fahren die Tour aus eigener Kraft, ich mit einem E-Bike und mit zwei Batterien :)
1. Tag
Wir sind gut trainiert und wollen zwei Etappen schaffen, Scuol-Tschierv-Livigno (71 km, 2.300 Hm)

Diese Bergwelt - bei Sonnenschein! - ein Traum, pures Glück. Diese Almen und Hochebenen auf 2.200 Metern, die Murmeltier Warnrufe, schroffe, gezackte Berge - einfach unglaublich, unglaublich schön. Wunderbare Forststraßen, alles fahrbare Wanderwege und episch lange gezogene Abfahrten, insbes. nach Livigno. Dort: Alpen-Ballermann ...

Bislang einer meiner schönsten Tage im Sattel, der Anstrengendste auch. Die neuen Bremsen perfekt, nur noch die!
2. Tag
Wir wollen 1,5 Etappen schaffen und über den Bernina nach St. Moritz und dann vor bis Maloja. (63 km, 1.300 Hm)

Geschafft! Durchaus im doppelten Wortsinn. Was, der vorige Tag soll anstrengend gewesen sein? Nun ja: Hoch zur Forcola Di Livigno war schon mal ein Präludium in Sachen Anstrengung weil auch schieben angesagt war. Der Hammer war dann aber die Querung mit viel auf und ab, schieben und stoßen und zum Schluss mit dem Downhill runter zum Berninapass, resp. zum Lago Bianco. Die Querung verlief auf einem ruppigen, schmalen Wanderweg. Z.T. krasse Rampen nach oben und unten, eine kurze Tragepassage. Die Wanderer taten mir Leid, mussten sie doch uns und weiteren Radlern immer wieder ausweichen, was sicher ihren Gehrhythmus störte. Klar, es war auch ein Sonntag. Trotzdem: Solche Strecken fahre ich nur mit einem unguten Gefühl. Ich finde, dass genau so eine Passage entflechtet gehört. Wanderer und Biker brauchen hier oben separierte Wege, um es uneingeschränkt genießen zu können. Wer ist da gefordert? SchweizMobil? Die Gemeinde? Der Kanton?

Nach dem Mittagessen ging es anstrengend gleich weiter bei der Abfahrt nach Pontresina. Alles immer und über Stunden an meiner Leistungsgrenze. Klaus sagte das auch von sich, tröstlich.

Ein Tag also mit Grenzerfahrungen, aber zusammen haben wir es geschafft, haben uns motiviert: DER schafft das? Dann ich auch! Viele Glücksmomente, viel unglaubliches Alpenkino!

PS: Eine Batterie sprang mir irgendwann unbemerkt aus dem Rahmen. Zum Glück konnte ich eine in St. Moritz nachkaufen :) Dass ich zunächst zich Kilometer mit zwei Batterien fuhr und mir plötzlich eine fehlte, wird mir Herr BOSCH auch nicht glauben. Aber mein Display ist und war da unbestechlich.
3. Tag
Malojapass runter, Septimer hoch, Bivio bis Tiefencastel, wieder 1,5 Etappen (51 km, 1.700 Hm)

Der härteste Tag ever. Zwar hat uns Marcel immer wieder gesagt, dass man den Septimerpass hochschieben müsse, aber auch von einem alten Römerweg gesprochen. Von dem war - in der Praxis, nicht in der Theorie - so gut wie nix mehr zu sehen. Stattdessen verblockte Steine und fast zwei Stunden schieben, heben, schuften und schnaufen. Kurzum: eine Qual. Klaus meinte trocken, ihm würde sich der Sinn dieser ganzen Unternehmung nicht erschließen, vielleicht aber komme das noch. Ich spreche ihn lieber nicht darauf an, ahne aber seine Antwort :) Sollte BOSCH übrigens die Schiebehilfe verbessern wollen, wäre der Septimer das ideale Testgelände. Ein Unding, diese auf 3 km/h einzustellen - für steile, steinige Wege, wofür sie doch gedacht ist.

Dann von ganz oben bis Tiefencastel runter traumhafte Wege, Serpentinen und das über Kilometer und Stunden! Ein Wahnsinn! Eine so schöne Dauerabfahrt mit gelegentlichen durchaus happigen Steigungen, die aber auf Forstwegen, kannte ich bislang nicht. Dankeschön an SchweizMobil, die diese traumhafte Strecke entwickelt hat! Und den Septimer würde ich einfach ordentlich herrichten, so wie es sich für eine nationale MTB-Route gehört.

Morgen? Mit dem Heli und den Rädern nochmals hoch zum Septimer und alles wieder runter :))

Den Aufstieg zum Septimer? Versuchen wir zu vergessen oder buchen eine Traumatherapie.

Ganz zum Schluss servierte uns Marcel noch ein «Dessert», wie er meinte, die Serpentinenabfahrt runter nach Tiefencastel. Anspruchsvoll. Schwer. Nass. Schotter. Steil. Noch Fragen? Jetzt weiß ich, was für Marcel ein Dessert ist, «das wir genießen sollen», so seine Aufmunterung oben und weg war er.

PS: Am Abend genießt er häufig seinen Coup Danemark :)

PSPS: Und trotz allem: Kettenpflege muss sein! Da hat Klaus seine ganz eigenen Prinzipien und lehrt sie uns. Ohm :)
4. Tag
Regen ist angesagt und wir machen nur eine halbe Etappe bis Thusis und übernachten dort zur Not auch zweimal.

Es waren zwar nur 20 km, aber was für welche! Hoch oben in der Albula-Schlucht führt ein in Fels geschlagener Weg nach Thusis vor. Eine traumhaft schöne Strecke, von der natürlich die Autofahrer ganz unten im engen Tal keine Ahnung haben.

PS: Die Gepäckfrage wird ja bei mehrtägigen MTB-Touren häufig gestellt. Wir drei haben sie total unterschiedlich gelöst und alle drei Lösungen taugen was. Marcel hat einen Rucksack, den er in ruppigen Abschnitten trägt und sonst auf dem Gepäckträger aufschnallt. Klaus eine leicht beladene Lenkerrolle, ein an der Sattelstütze befestigtes Teil hinten raus und einen kleinen Rucksack. Ich einen Rucksack und auf dem Gepäckträger einen Seesack, insgesamt 12,3 kg. Passt.
5. Tag
Am Vormittag wollen wir eine halbe Tagesetappe bis Safien Platz wagen (17 km) und dort eineinhalb Tage die Regenschauer aussitzen.

Die Vorfreude auf den Glaspass war groß. Vielleicht schaffen wir es oben, einen Kristall zu finden?

Die Auffahrt über 1.100 Hm am Stück war schön, das Wetter wurde immer besser. Ins Safiental runter? Viel schieben. Viele gefährliche Stellen. Alles rutschig. Unten am Stammtisch im Rathaus Safien sagten sie, sie hätten hier schon alles erlebt, nur keinen Hubschraubereinsatz - dafür sei das Gelände einfach zu steil. Das Beste: Wenn ein Weg als Radweg gekennzeichnet sei, glaubten einige, sie müssten da auch wirklich runter radeln.

PS: «Vermeide jeden Sturz!» Ja, und: Mich hat’s heute so richtig erwischt. Lag 6 Meter unten im steilen Hang, das Rad wirbelte es über mich hinweg, weil ich mit den Hosen in der Pedale fest hing. Nix passiert, Fahrfehler und falsche Klamotten. Der Intuition 50 Meter zuvor habe ich auch nicht geglaubt - sie gebot mir abzusteigen. Auch klar: Solche Touren nur zu Dritt! Alleine hätte ich den Kram nie hoch auf den Pfad zurück gebracht; nie! Und: Das Handy muss wirklich griffbereit und am Körper und nicht irgendwo sein, um auch in schwierigsten Lagen Hilfe anfordern zu können.
6. Tag
Eine halbe Etappe bis Vals oder die ganze bis Lumbrein? (50 km, 1.900 Hm)

Wir entscheiden das unterwegs in Vals, abhängig vom Wetter und der Verfügbarkeit von Zimmern.

Das Wetter jedenfalls wird erneut von Stunde zu Stunde besser. Die Wetterprognosen scheinen aktuell schwierig zu sein. Ob Regen oder nicht entscheidet sich kleinräumig. Vom Zimmer aus sehe ich am Morgen oben Schnee liegen. Mal schauen, Start ist um 9:30 h, in der Hoffnung, dass die Strecke etwas abgetrocknet ist; vor uns der Tomülpass.

Der war nach einem schönen Anfang ab der zweiten Hälfte nach oben sehr schwierig zu fahren, weil der «Polenweg» - von polnischen Soldaten, die 1940 in die Schweiz flüchteten und bis 1945 in Baracken interniert lebten, gebaut - gerade hergerichtet wird. Viel Batz, drei Zentimeter Dreck, Räder die durchdrehen. Oben auf 2.412 Metern angekommen, kalter Wind, wir zogen alles Mögliche an. Rund um die darunter liegende Alp kilometerlang Dreck mit Kuhscheiße vermischt. «Jetzt nur nicht absteigen müssen, Gau: hinfallen», so dachte jeder von uns. Dieser Streckenabschnitt ist eine Zumutung. Mir unerklärlich, wieso SchweizMobile hier nicht aktiv wird. Nach einem quer zum Hang nach unten verlaufenden, anspruchsvoll zu fahrenden Wanderweg, den Marcel mit seiner 150iger Federgabel sichtlich genoss, eine episch lange, lange und wunderschöne Abfahrt nach Vals. Erst auf Forstwegen, später auf Asphalt.

Unten angekommen: Bier für alle, Capuns für Klaus, Schnipo für Marcel und für mich einen fein aufgeschnittenen Salsitz. Dann: ab in die Therme! Sie hat etwas mystisches. Für uns alle eine Belohnung, Tiefenentspannung, ein Hochgenuss und für mich darüber hinaus mit vielen schönen Erinnerungen verbunden. Möchte ich mal wieder mit meiner Frau hin, für ein schönes, entspanntes Genuss-Wochenende.
PS: Auch heute fuhren wir nur eine halbe Etappe, waren aber trotzdem fertisch, aufgearbeitet, glücklich. Vom Regen so gut wie verschont geblieben. Keinen von uns zog es noch nach Lumbrein; Klaus hat das schon unterwegs geschickt eingefädelt. Sich erst mit mir darüber so ganz nebenbei und unverbindlich verständigt, dann wohl mit Marcel und unten angekommen forsch ein Bier bestellt; alles klar!
7. Tag

Seit Tagen Hochwasser mit vielen Todesopfern in Deutschland, grauenvolle, fürchterliche Bilder; Schlechtwetter auch in den Bündner Alpen.
Bei uns soll's heute über die Alp Nuova bis Disentis gehen; seit Tagen mal wieder eine «ordentliche» Strecke. (70 km, 2.100 Hm)

Phantastisch: alles nur auf Straßen, Forstwegen und leichten Trails. Eine lange, vielleicht auch überlange Etappe, mussten zum ersten Mal für eine halbe Stunde die Regensachen anziehen.
8. Tag
Disentis - Andermatt - Wasen

Was? Eine oder zwei Stunden den Maighelspass runter schieben und tragen? Verblockte, schwerste Strecke der Route insgesamt? Ich nehme den Oberalppass, basta! Komoot wird mir den Weg weisen :)

Eine Stunde vor dem Start bekomme ich Schwindel und es wird mir übel. Der Notarzt diagnostiziert Innenohrenschwindel und ich werde umgehend ins Spital nach Ilanz verbracht, wo ich bestens versorgt werde und mich nach und nach erhole. Klaus und Marcel brechen die Tour ab. Diese Etappe und der ganze zweite Teil ist verschoben auf 2022, Start im Hotel Catrina zu Disentis :). Darauf einigten wir uns schon einen Tag später. Mann braucht im Läbben wasäliwaa?: Perspektiven!
Reflexion zu Alpin Bike 1, erste Woche.
Ziel: keine lästigen (Schiebe-) Passagen nach oben und unten, absolut E-Bike tauglich und: episch!

- Scuol-Tschierv-Livigno, in 1 oder 2 Tagen, alles gemäss Track SchweizMobil

- Von Livigno zur Forcola Di Livigno gem. Track hoch, dann aber runter und rüber zum Berninapass resp. zum Lago Bianco auf den Teerstraßen. Ab dem Lago Bianco über Pontresina runter düsen und über St. Moritz bis Maloja den Seen entlang fahren, wieder alles gemäss Track

- Einschub resp. Abstecher ab Lago Bianco – für’s nächste Mal: Auf die andere Seite vom Bernina nach Poschiavo auch möglich! Diverse Schwierigkeitsstufen, Kategorie Epic Trail! Wieder hoch mit der Bahn oder Rundkurs, dann 30 km, 1.400 Hm! (SchweizMobil 673)

- Einschub resp. Abstecher ab Celerina – für’s nächste Mal: Suvretta Loop, SchweizMobil 671, 34 km, 1.100 Hm

- Von Maloja bis Silvaplana den Seen entlang gem. Track zurück, auf Asphalt den Julier hoch und bis Bivio runter. Von dort gem. Track erst hoch zum Septimer treten und dann zurück bis Tiefencastel runterrollen lassen, gem. Track

- Tiefencastel - Thusis, hoch auf den Tomülpass, dort nach Kristallen suchen und wieder runter zurück nach Thusis rollen lassen, alles gemäss Track

- Safien Platz auslassen: Ist weder hoch zum Glaspass - der «Polenweg» wird gerade erneuert, heißt 3 cm Dreck - noch später über die Alp nach Vals ein Genuss.

- Besser: Thusis-Lumbrein, über Reichenau und Ilanz und ohne Vals, 57 km, 1.500 Hm (Komoot)

- Lumbrein-Disentis, 43 km, 1050 Hm. Nur auf Straßen, Forstwegen und leichten Trails, gemäss Track.

Il relazione di viaggio da vedere lungo:

Alpine Bike route-01
Alpine Bike
Scuol–Leysin
Al percorso