Mountain bike

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Il relazione di viaggio da vedere lungo:

Alpine Bike route-01
Alpine Bike
Scuol–Leysin
Al percorso
Herausforderung & Genuss

Herausforderung & Genuss

Im 2018 habe ich die Panorama Bike 2 von Montreux nach Diepoldsau mit Mountainbike und Rucksack in sieben Tagen absolviert. Dieses positive Erlebnis hat mich motiviert die Steigerung, nämlich die Alpine Bike 1 im 2020 unter die Räder zu nehmen. Ich werde dieses Jahr 50 und habe mir dieses Geschenk selber gemacht.
Da nach ersten Lockerungen der Corona Krise die Hotels und Restaurants wieder öffnen durften und die Wetterprognosen für die kommenden sechs bis sieben Tage sonniges Wetter versprachen, entschloss ich mich am So den 17.05.20 die Tour zu starten. Plan war sicher bis Disentis oder Nähe Chur zu kommen.

Da ich solche Touren gerne in umgekehrter Richtung, also von Fern nach Hause unternehme, war der Start wieder in der Westschweiz.
Zudem konnte ich meine Frau Daniela überzeugen, dass sie mich die ersten Tage mit dem E- Bike begleitet.

Demzufolge machten wir uns mit dem PW auf nach Interlaken, wo wir unser Auto für vier Tage parkierten und anschliessend mit dem ÖV weiter nach Montreux fuhren. Den ersten Abend verbrachten wir in der Stadt des Jazzfestivals..
Etappe 1 -> Leysin-Gstaad (1500hm):

Am morgen sind wir mit dem ÖV bis Leysin gereist und haben dann die erste Tour mit Tagesziel Gstaad unter die Räder genommen. Ich bin kein häufiger ÖV Nutzer und habe deshalb erst für diese Tour das SBB Mobile App runtergeladen, was mir auf dieser Tour oft hilfreich war. Speziell auf dieser Etappe war, dass ich vor knapp 30 Jahren in der Panzer RS in Thun war und die Schiessverlegung damals auf dem «Col des Mosses» stattgefunden hatt. Das Panorama und immer wieder dieser Blick auf den Stausee Hongrin war fantastisch. Meine Frau, welche mich ja nur unter Vorbehalt (E-Bike) begleitete, war dann auch etwas unterfordert, da sie die Berge sonst auch ohne Strom bewältigt. Diese Herausforderung ohne E-Unterstützung wäre jedoch etwas zu gross gewesen! Die Hotels in Montreux und Gstaad hatte ich schon im Vorfeld gebucht
Etappe 2 -> Gstaad-Interlaken (1600hm):

Früh morgens um 8 Uhr haben wir uns dann zuerst über den Saanenmöser und dann den Hahnenmosspass (1952m) aufgemacht. Beim Aufstieg von rund 900hm musste ich schon etwas leiden. Beim Aufstieg bin ich ausgerutscht und habe die Handyhalterung demoliert, was mich wütend machte. Ist dies doch eine super Sache um das GPS zu lesen, Bilder, Aufnahmen, usw. schnell und einfach zu machen. Die restlichen Höhenmeter gingen immer wieder auf und ab und meine Frau konnte mir zwischendurch mal unter die Arme greifen und mich stossen. Neue Erfahrung :-). In Frutigen hat es dann gereicht, und wir haben uns entschieden, mit dem Zug bis Interlaken zu reisen, da es erst der Zweite Tag war und ich schon über 3’000 hm in den Beinen hatte… und es kamen ja noch Einige!

In Interlaken angekommen, organisierten wir eine neue Bikehalterung. Wie sich herausstellte, war das nicht ganz einfach. Erster Shop hatte nichts. Zweiter Shop (Zweirad Götz) hatte auch nichts aber hat mit anderem Geschäft telefoniert und mir nochmals einen Kontakt hergestellt -> Götz sei Dank. Dann sind wir zu Riem Bike -> Er hatte eine ;-). Bedienung und Hilfsbereitschaft top! Der Mechaniker hat mir diese auch sofort montiert und ich konnte meine Reise wieder mit Handy an der Lenkstange weiterführen.
Etappe 3 -> Interlaken-Grindelwald (1800hm):

Extrem herausfordernde aber atemberaubende Tour !

Meine Frau Daniela hat sich entschieden mit dem Auto nach Grindelwald zu reisen und sich einen geruhsamen Tag zu gönnen, bis ich die Etappe absolviert habe.

Bis Lauterbrunnen moderate Steigung aber dann nach Wengen hoch 500hm auf ca. 4km -> abartig steil. Danach weiter hoch zur kleinen Scheidegg. Plötzlich stand ich vor der berüchtigten und bekannten Lauberhorn Abfahrt. Ich begab mich auf die Strecke (Hanneggschuss -> steil) und schaue hoch zum Hundschopf. Ich durfte nämlich dabei sein, als Bruno Kernen 2003 die Abfahrt gewann. Weiter oben eröffnet sich dann ein Bergmassiv (Eiger, Mönch und Jungfrau) welches mich immer wieder beeindruckt. Ich meine Demut und Ehrfurcht sind die richtigen Begriffe. Im sehr schönen Grindelwald angekommen (vieles Neu) haben wir einen kleinen Spaziergang unternommen, um zu sehen, wie sich der Ort verändert hat. Wir haben vor rund 30 Jahren hier eine unserer ersten Ferien verbracht!
Etappe 4 -> Grindelwald-Innerkirchen bei Meiringen (1200hm):

Nach der Verabschiedung meiner Frau, machte ich mich auf zur grossen Scheidegg. Der Aufstieg wiederum schön vor diesen mächtigen Bergen, jedoch eher eine normale geteerte Strasse hoch mit enorm vielen E-Bikern. Diese Strecke kannte ich schon, da der Eiger Bike Challenge hier durchgeht, bei dem ich vor vielen Jahren mitgemacht habe. Oben angekommen, machte ich Rast und dann ging es runter bis Meiringen. Da ich am nächsten Tag den Sustenpass geplant hatte, suchte ich ein Hotel Nahe dem Aufstieg, da es früh morgens doch noch recht kalt war und ich gerne früh losbike. Kurz nach dem einchecken machte mich der Hotelier darauf aufmerksam, dass der Sustenpass noch gesperrt sei und zusätzlich Bauarbeiten im Tunnel stattfänden.

Neue Ausgangslage: Wie komme ich auf den Oberalppass (Andermatt)? Habe verschiedene Varianten bewertet und mich dann für die Variante Oberalp über Luzern-Erstfeld entschieden.
Etappe 5 -> Innertkirchen bei Meiringen-Andermatt (900hm):

Früh morgens (Kaffee an der Bar und Sandwich im Rucksack) habe ich mich dann mit dem ÖV über Meiringen - Luzern - Schwyz - Erstfeld (3h) aufgemacht und eine Seenkunde-Tour gemacht. Den Aufstieg hoch nach Andermatt habe ich dann genossen. Beeindruckend: die Teufelsbrücke Schöllenenschlucht und das schöne Dorf Andermatt.
Etappe 6 -> Andermatt-Sedrun (1200hm ):

Aufstieg Richtung Pass Maighels zum Glück schön gemächlich angegangen. Dann erste Schneefelder auf der Strasse. Ich war immer noch hochmotiviert. Zu weit gefahren… geschoben. Ok, Kontrollblick auf mein GPS -> Stopp, falsch -> retour. Von der verpassten Verzweigung habe ich dann das Bike ca. 3h über den Maighels Pass geschoben und getragen, da noch sehr viel Schnee gelegen ist!! Ab der Passhöhe 2421m wurde es richtig hart. Nasse und kalte Zehen.. gefühlte 1000x den rechten Waden am Tretpedal angeschlagen und was ebenfalls sehr mühsam war, das Bike über die Schneefelder zu ziehen. Wenn dann die Kräfte auch noch nachlassen, weicht die Motivation der Frustration! In Sedrun angekommen habe ich gleich ein Hotel gefunden und gebucht, da am späteren Nachmittag starke Gewitter angesagt waren. Dies war dann auch der Fall!
Etappe 7 -> Sedrun - Bivio (2100hm):

Sedrun um 07:30 Uhr bei 2 Grad gab mir Anlass den Zug bis Disentis zu nehmen.
Ich wunderbar 20min. zu früh am Bahnhof. Lege den Rucksack auf eine Bank und da es ja kalt war, laufe ich mit dem Bike etwas um den Bahnhof. Dann der Zug kommt und ich steige gemütlich mit Bike ein. Die Türen schliessen, der Zug beginnt zu rollen und SCHRECK !! Ich realisiere, dass ich meinen Rucksack auf der Bank vergessen habe -> Zum Glück steht der Kondukteur neben mir und funkt zum Lockführer -> Stopp Passagier ohne Gepäck -> Zug stoppt -> ich kann Gepäck holen -> Dank dem Kondukteur!

Danach starte ich mit dem Aufstieg nach St. Martin, weiter Richtung Piz Sezner. Leider haben alle Alpen zu und es ist kalt. Höchster Punkt Alp Nova 2077m. Ich habe mich am Vorabend entschieden den Tomülpass und Glaspass auszulassen, da dieser auf über 2414m liegt, noch viel Schnee hat, ich einfach keine Lust auf frieren habe und meinen Beinen dies auch entgegen kam. Bei Uors nahm ich dann die Abfahrt nach Ilanz und dem Vorderrhein entlang weiter nach Bonaduz. Von Bonaduz nach Bivio dann mit dem ÖV.
Etappe 8 -> Bivio-Celerina (1600hm):

Start bei 1 Grad Richtung Septimerpass. Wieder wunderbares Panorama auf Passhöhe bei 2311m. Abstieg mehrheitlich geschoben, aber schön mit vielen Murmeltieren. Im Tal bei Casaccia angekommen hat man einen super Blick auf den Stausee Albignasee. Ich musste aber in die andere Richtung über den Malojapass (1815m). In Sils machte ich einen Halt zum Verpflegen. Dann dachte endlich geschafft.. nur noch den Seen entlang nach Celerina. Weit gefehlt, der Weg beinhaltete nochmals rund 700hm und die Seen waren bald wieder etwas weg. Das Panorama aber wieder traumhaft. Richtung Silvaplana kommt man auf die Skipiste (Nachtpiste) vom Corvatsch. Diesen Winter gingen wir vier Kollegen an einem Weekend ins Engadin und blochten die Nachtpiste rauf und runter.. ebenfalls schönes Erlebnis.

Die Schlaufe über Livigno und den Nationalpark musste ich auslassen, wegen Einreiseverbot Cornona. Diese Strecke hatte ich aber vorher schon in zwei Tagen mit dem Bike absolviert. Demzufolge war die Enttäuschung verkraftbar.
Etappe 9 -> Celerina-Davos (2000hm)

Am Morgen dann auf den Spuren des Engadiner Skimarathon entlang und weiter bis Zernez. Was mir dann passierte, dass kann man kaum glauben aber ich bin fest überzeugt, es war ein Wolf !!!!! Bei Zernez habe ich mich immer weiter in den Wald verfahren. Dabei trete ich auf einem Waldsträsschen, hinauf als mir plötzlich ein grosser Hund (Wolf) in vollem Lauf entgegenrennt.. riesige Zunge bis zu den Ohren langer Körper und gross. Zum Glück mit Vollgas an mir vorbei und etwas später wieder in den Wald verschwunden. Kein Mensch weit und breit und ich Schockstarre. Man kann es glauben oder nicht!? Da ich am Mittag von meinem Bruder und Schwägerin in Scuol zum Essen eingeladen war und es noch knappe 30km waren, musste ich mächtig in die Pedalen treten um am Mittag dort zu sein. Habe es dann mit ca. 40min. Verspätung geschafft. Gestärkt mit Kohlenhydraten nahm ich dann den Zug bis nach Susch und wollte einen Teil des Flüelapasses (1000 hm) mit dem Bus machen. Vor Ort wurde mir mitgeteilt, dass noch kein Bus hochfährt. Also gibt es nur die Variante über das Vereinatunnel oder den Flüelapass (2383m) hoch zu kraxeln. Da ich diesen noch nie überquert hatte, war der Reiz gröesser als die Schmerzen. Entkräftet in Davos angekommen gönnte ich mir ein feines Nachtessen mit Wein und Bettmumpferl.
Etappe 10 -> Davos-Diepoldsau im Rheintal

Der letzte Tag galt der Heimreise mit 100km, davon fast alles nur abwärts -> leichte Sache. Falsch gedacht. Ab Bad Ragaz ca. 60km auf dem Rheindamm mit Gegenwind nach Hause. Am Schluss hatte ich knapp 20 km/h auf dem Tacho und war einfach nur glücklich wieder gesund aber müde Zuhause zu sein.
Schlusswort:

Durch das traumhafte Wetter -> 10 Sonnentage an einem Stück, konnte ich die komplette Tour in 10 Tagen durchziehen. Dabei machte ich rund 14’000 hm und etwa 500km.

Für mich ist klar, dass die wichtigste Voraussetzung das Wetter ist. Denn ich bin schon ein Schönwetterbiker und die Landschaft kommt bei schlechtem Wetter nicht zur Geltung. Wenn man noch bedenkt, dass der Zeitpunkt Ende Mai etwas gewagt für die hohen Berge ist, würde ich zukünftig die Tour eher ab Ende Juni planen.

Weiter hatte ich das Glück, das ich keinen Unfall hatte, das Bike defektfrei funktionierte und ich keinen gröberen Leistungseinbruch hatte. Jedoch auch sagen muss, wenn ich alle ausgelassenen Berge noch gemacht hätte, ich sicher mehr und mehr an meine Leistungsgrenzen gestossen wäre. Ich denke auch, dass es nötig ist eine gute Grundkondition mitzunehmen, da ich zusätzlich noch einen fast 10kg schweren Rucksack dabei hatte.

Weiter habe ich die Reise jeden Abend im Status meinen Freunden, Familie, Arbeitskollegen, usw, zur Verfügung gestellt. Dies half mir die Zeit alleine in den Hotels etwas zu überbrücken und jeweils das Erlebte nochmals revue passieren zu lassen.

Bleibt mir nur zu sagen, dass wir eine wunderbare Schweiz haben, auf die wir Stolz sein dürfen!

Ich von meiner Seite hoffe sehr, dass dies nicht meine letzte mehrtägige Bikereise war.
Im 2018 habe ich die Panorama Bike 2 von Montreux nach Diepoldsau mit Mountainbike und Rucksack in sieben Tagen absolviert. Dieses positive Erlebnis hat mich motiviert die Steigerung, nämlich die Alpine Bike 1 im 2020 unter die Räder zu nehmen. Ich werde dieses Jahr 50 und habe mir dieses Geschenk selber gemacht.
Da nach ersten Lockerungen der Corona Krise die Hotels und Restaurants wieder öffnen durften und die Wetterprognosen für die kommenden sechs bis sieben Tage sonniges Wetter versprachen, entschloss ich mich am So den 17.05.20 die Tour zu starten. Plan war sicher bis Disentis oder Nähe Chur zu kommen.

Da ich solche Touren gerne in umgekehrter Richtung, also von Fern nach Hause unternehme, war der Start wieder in der Westschweiz.
Zudem konnte ich meine Frau Daniela überzeugen, dass sie mich die ersten Tage mit dem E- Bike begleitet.

Demzufolge machten wir uns mit dem PW auf nach Interlaken, wo wir unser Auto für vier Tage parkierten und anschliessend mit dem ÖV weiter nach Montreux fuhren. Den ersten Abend verbrachten wir in der Stadt des Jazzfestivals..
Etappe 1 -> Leysin-Gstaad (1500hm):

Am morgen sind wir mit dem ÖV bis Leysin gereist und haben dann die erste Tour mit Tagesziel Gstaad unter die Räder genommen. Ich bin kein häufiger ÖV Nutzer und habe deshalb erst für diese Tour das SBB Mobile App runtergeladen, was mir auf dieser Tour oft hilfreich war. Speziell auf dieser Etappe war, dass ich vor knapp 30 Jahren in der Panzer RS in Thun war und die Schiessverlegung damals auf dem «Col des Mosses» stattgefunden hatt. Das Panorama und immer wieder dieser Blick auf den Stausee Hongrin war fantastisch. Meine Frau, welche mich ja nur unter Vorbehalt (E-Bike) begleitete, war dann auch etwas unterfordert, da sie die Berge sonst auch ohne Strom bewältigt. Diese Herausforderung ohne E-Unterstützung wäre jedoch etwas zu gross gewesen! Die Hotels in Montreux und Gstaad hatte ich schon im Vorfeld gebucht
Etappe 2 -> Gstaad-Interlaken (1600hm):

Früh morgens um 8 Uhr haben wir uns dann zuerst über den Saanenmöser und dann den Hahnenmosspass (1952m) aufgemacht. Beim Aufstieg von rund 900hm musste ich schon etwas leiden. Beim Aufstieg bin ich ausgerutscht und habe die Handyhalterung demoliert, was mich wütend machte. Ist dies doch eine super Sache um das GPS zu lesen, Bilder, Aufnahmen, usw. schnell und einfach zu machen. Die restlichen Höhenmeter gingen immer wieder auf und ab und meine Frau konnte mir zwischendurch mal unter die Arme greifen und mich stossen. Neue Erfahrung :-). In Frutigen hat es dann gereicht, und wir haben uns entschieden, mit dem Zug bis Interlaken zu reisen, da es erst der Zweite Tag war und ich schon über 3’000 hm in den Beinen hatte… und es kamen ja noch Einige!

In Interlaken angekommen, organisierten wir eine neue Bikehalterung. Wie sich herausstellte, war das nicht ganz einfach. Erster Shop hatte nichts. Zweiter Shop (Zweirad Götz) hatte auch nichts aber hat mit anderem Geschäft telefoniert und mir nochmals einen Kontakt hergestellt -> Götz sei Dank. Dann sind wir zu Riem Bike -> Er hatte eine ;-). Bedienung und Hilfsbereitschaft top! Der Mechaniker hat mir diese auch sofort montiert und ich konnte meine Reise wieder mit Handy an der Lenkstange weiterführen.
Etappe 3 -> Interlaken-Grindelwald (1800hm):

Extrem herausfordernde aber atemberaubende Tour !

Meine Frau Daniela hat sich entschieden mit dem Auto nach Grindelwald zu reisen und sich einen geruhsamen Tag zu gönnen, bis ich die Etappe absolviert habe.

Bis Lauterbrunnen moderate Steigung aber dann nach Wengen hoch 500hm auf ca. 4km -> abartig steil. Danach weiter hoch zur kleinen Scheidegg. Plötzlich stand ich vor der berüchtigten und bekannten Lauberhorn Abfahrt. Ich begab mich auf die Strecke (Hanneggschuss -> steil) und schaue hoch zum Hundschopf. Ich durfte nämlich dabei sein, als Bruno Kernen 2003 die Abfahrt gewann. Weiter oben eröffnet sich dann ein Bergmassiv (Eiger, Mönch und Jungfrau) welches mich immer wieder beeindruckt. Ich meine Demut und Ehrfurcht sind die richtigen Begriffe. Im sehr schönen Grindelwald angekommen (vieles Neu) haben wir einen kleinen Spaziergang unternommen, um zu sehen, wie sich der Ort verändert hat. Wir haben vor rund 30 Jahren hier eine unserer ersten Ferien verbracht!
Etappe 4 -> Grindelwald-Innerkirchen bei Meiringen (1200hm):

Nach der Verabschiedung meiner Frau, machte ich mich auf zur grossen Scheidegg. Der Aufstieg wiederum schön vor diesen mächtigen Bergen, jedoch eher eine normale geteerte Strasse hoch mit enorm vielen E-Bikern. Diese Strecke kannte ich schon, da der Eiger Bike Challenge hier durchgeht, bei dem ich vor vielen Jahren mitgemacht habe. Oben angekommen, machte ich Rast und dann ging es runter bis Meiringen. Da ich am nächsten Tag den Sustenpass geplant hatte, suchte ich ein Hotel Nahe dem Aufstieg, da es früh morgens doch noch recht kalt war und ich gerne früh losbike. Kurz nach dem einchecken machte mich der Hotelier darauf aufmerksam, dass der Sustenpass noch gesperrt sei und zusätzlich Bauarbeiten im Tunnel stattfänden.

Neue Ausgangslage: Wie komme ich auf den Oberalppass (Andermatt)? Habe verschiedene Varianten bewertet und mich dann für die Variante Oberalp über Luzern-Erstfeld entschieden.
Etappe 5 -> Innertkirchen bei Meiringen-Andermatt (900hm):

Früh morgens (Kaffee an der Bar und Sandwich im Rucksack) habe ich mich dann mit dem ÖV über Meiringen - Luzern - Schwyz - Erstfeld (3h) aufgemacht und eine Seenkunde-Tour gemacht. Den Aufstieg hoch nach Andermatt habe ich dann genossen. Beeindruckend: die Teufelsbrücke Schöllenenschlucht und das schöne Dorf Andermatt.
Etappe 6 -> Andermatt-Sedrun (1200hm ):

Aufstieg Richtung Pass Maighels zum Glück schön gemächlich angegangen. Dann erste Schneefelder auf der Strasse. Ich war immer noch hochmotiviert. Zu weit gefahren… geschoben. Ok, Kontrollblick auf mein GPS -> Stopp, falsch -> retour. Von der verpassten Verzweigung habe ich dann das Bike ca. 3h über den Maighels Pass geschoben und getragen, da noch sehr viel Schnee gelegen ist!! Ab der Passhöhe 2421m wurde es richtig hart. Nasse und kalte Zehen.. gefühlte 1000x den rechten Waden am Tretpedal angeschlagen und was ebenfalls sehr mühsam war, das Bike über die Schneefelder zu ziehen. Wenn dann die Kräfte auch noch nachlassen, weicht die Motivation der Frustration! In Sedrun angekommen habe ich gleich ein Hotel gefunden und gebucht, da am späteren Nachmittag starke Gewitter angesagt waren. Dies war dann auch der Fall!
Etappe 7 -> Sedrun - Bivio (2100hm):

Sedrun um 07:30 Uhr bei 2 Grad gab mir Anlass den Zug bis Disentis zu nehmen.
Ich wunderbar 20min. zu früh am Bahnhof. Lege den Rucksack auf eine Bank und da es ja kalt war, laufe ich mit dem Bike etwas um den Bahnhof. Dann der Zug kommt und ich steige gemütlich mit Bike ein. Die Türen schliessen, der Zug beginnt zu rollen und SCHRECK !! Ich realisiere, dass ich meinen Rucksack auf der Bank vergessen habe -> Zum Glück steht der Kondukteur neben mir und funkt zum Lockführer -> Stopp Passagier ohne Gepäck -> Zug stoppt -> ich kann Gepäck holen -> Dank dem Kondukteur!

Danach starte ich mit dem Aufstieg nach St. Martin, weiter Richtung Piz Sezner. Leider haben alle Alpen zu und es ist kalt. Höchster Punkt Alp Nova 2077m. Ich habe mich am Vorabend entschieden den Tomülpass und Glaspass auszulassen, da dieser auf über 2414m liegt, noch viel Schnee hat, ich einfach keine Lust auf frieren habe und meinen Beinen dies auch entgegen kam. Bei Uors nahm ich dann die Abfahrt nach Ilanz und dem Vorderrhein entlang weiter nach Bonaduz. Von Bonaduz nach Bivio dann mit dem ÖV.
Etappe 8 -> Bivio-Celerina (1600hm):

Start bei 1 Grad Richtung Septimerpass. Wieder wunderbares Panorama auf Passhöhe bei 2311m. Abstieg mehrheitlich geschoben, aber schön mit vielen Murmeltieren. Im Tal bei Casaccia angekommen hat man einen super Blick auf den Stausee Albignasee. Ich musste aber in die andere Richtung über den Malojapass (1815m). In Sils machte ich einen Halt zum Verpflegen. Dann dachte endlich geschafft.. nur noch den Seen entlang nach Celerina. Weit gefehlt, der Weg beinhaltete nochmals rund 700hm und die Seen waren bald wieder etwas weg. Das Panorama aber wieder traumhaft. Richtung Silvaplana kommt man auf die Skipiste (Nachtpiste) vom Corvatsch. Diesen Winter gingen wir vier Kollegen an einem Weekend ins Engadin und blochten die Nachtpiste rauf und runter.. ebenfalls schönes Erlebnis.

Die Schlaufe über Livigno und den Nationalpark musste ich auslassen, wegen Einreiseverbot Cornona. Diese Strecke hatte ich aber vorher schon in zwei Tagen mit dem Bike absolviert. Demzufolge war die Enttäuschung verkraftbar.
Etappe 9 -> Celerina-Davos (2000hm)

Am Morgen dann auf den Spuren des Engadiner Skimarathon entlang und weiter bis Zernez. Was mir dann passierte, dass kann man kaum glauben aber ich bin fest überzeugt, es war ein Wolf !!!!! Bei Zernez habe ich mich immer weiter in den Wald verfahren. Dabei trete ich auf einem Waldsträsschen, hinauf als mir plötzlich ein grosser Hund (Wolf) in vollem Lauf entgegenrennt.. riesige Zunge bis zu den Ohren langer Körper und gross. Zum Glück mit Vollgas an mir vorbei und etwas später wieder in den Wald verschwunden. Kein Mensch weit und breit und ich Schockstarre. Man kann es glauben oder nicht!? Da ich am Mittag von meinem Bruder und Schwägerin in Scuol zum Essen eingeladen war und es noch knappe 30km waren, musste ich mächtig in die Pedalen treten um am Mittag dort zu sein. Habe es dann mit ca. 40min. Verspätung geschafft. Gestärkt mit Kohlenhydraten nahm ich dann den Zug bis nach Susch und wollte einen Teil des Flüelapasses (1000 hm) mit dem Bus machen. Vor Ort wurde mir mitgeteilt, dass noch kein Bus hochfährt. Also gibt es nur die Variante über das Vereinatunnel oder den Flüelapass (2383m) hoch zu kraxeln. Da ich diesen noch nie überquert hatte, war der Reiz gröesser als die Schmerzen. Entkräftet in Davos angekommen gönnte ich mir ein feines Nachtessen mit Wein und Bettmumpferl.
Etappe 10 -> Davos-Diepoldsau im Rheintal

Der letzte Tag galt der Heimreise mit 100km, davon fast alles nur abwärts -> leichte Sache. Falsch gedacht. Ab Bad Ragaz ca. 60km auf dem Rheindamm mit Gegenwind nach Hause. Am Schluss hatte ich knapp 20 km/h auf dem Tacho und war einfach nur glücklich wieder gesund aber müde Zuhause zu sein.
Schlusswort:

Durch das traumhafte Wetter -> 10 Sonnentage an einem Stück, konnte ich die komplette Tour in 10 Tagen durchziehen. Dabei machte ich rund 14’000 hm und etwa 500km.

Für mich ist klar, dass die wichtigste Voraussetzung das Wetter ist. Denn ich bin schon ein Schönwetterbiker und die Landschaft kommt bei schlechtem Wetter nicht zur Geltung. Wenn man noch bedenkt, dass der Zeitpunkt Ende Mai etwas gewagt für die hohen Berge ist, würde ich zukünftig die Tour eher ab Ende Juni planen.

Weiter hatte ich das Glück, das ich keinen Unfall hatte, das Bike defektfrei funktionierte und ich keinen gröberen Leistungseinbruch hatte. Jedoch auch sagen muss, wenn ich alle ausgelassenen Berge noch gemacht hätte, ich sicher mehr und mehr an meine Leistungsgrenzen gestossen wäre. Ich denke auch, dass es nötig ist eine gute Grundkondition mitzunehmen, da ich zusätzlich noch einen fast 10kg schweren Rucksack dabei hatte.

Weiter habe ich die Reise jeden Abend im Status meinen Freunden, Familie, Arbeitskollegen, usw, zur Verfügung gestellt. Dies half mir die Zeit alleine in den Hotels etwas zu überbrücken und jeweils das Erlebte nochmals revue passieren zu lassen.

Bleibt mir nur zu sagen, dass wir eine wunderbare Schweiz haben, auf die wir Stolz sein dürfen!

Ich von meiner Seite hoffe sehr, dass dies nicht meine letzte mehrtägige Bikereise war.

Il relazione di viaggio da vedere lungo:

Alpine Bike route-01
Alpine Bike
Scuol–Leysin
Al percorso