La Svizzera a piedi

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Il relazione di viaggio da vedere lungo:

Sentiero in cresta del Giura route-05
Sentiero in cresta del Giura
Dielsdorf–Nyon
Al percorso
Vom weissen Boppel auf der Lägeren zum weissen Boppel auf dem Dole

Vom weissen Boppel auf der Lägeren zum weissen Boppel auf dem Dole

Am Familientisch erzähle ich von meiner spontanen Idee, den Jura - Höhenweg Nr. 5 von SchweizMobil zu wandern. Er führt sehr nahe an unserem Wohnort vorbei und so wollte ich dieses Projekt angehen. Zu meiner Überraschung sagte meine älteste Tochter Alena (18) spontan, sie wolle mich auf dieser Wanderung begleiten!
Eigentlich ist es eine Tour vom weissen Boppel auf der Lägeren zum weissen Boppel auf dem Dole bei Genf (beides Radaranlagen der jeweils nahen Flughäfen). Da fast alle Etappenorte perfekt am ÖV angeschlossen sind, ist eine etappenweise Bewanderung perfekt möglich.
Etappe 1 / Samstag 15. Mai 2021 - Es geht los!
Mit Bus und Zug über Baden und Niederweningen in Dielsdorf gelandet. Durch Dielsdorf geht es schnell nach Regensberg. Den tiefsten Sodbrunnen füttern wir am Münzautomat und staunen in den nun beleuchteten Schlund. Gemütlich geht es auf die Hochwacht. Nun geht es in den schmalen Gratweg und auf dem Burghorn machen wir Pause. In Baden kaufen wir unser Mittagessen (die Schlaufe durch die Stadt soll ja auch Sinn machen) und essen auf dem Mäuerchen der Ruine Stein hoch über den Gleisen des Bahnhofs. Durch wunderschöne Wälder gelangen wir zum Horn von Gebensdorf. In Brugg sind wir bei einsetzendem Regen gelandet.
Wetter war anfangs heiter, später immer mehr bewölkt und windig und ganz zum Schluss Regentropfen. Mit Brugg haben wir den tiefsten Punkt (349 Meter ü.M.) der gesamten Jurawanderung erreicht.
Etappe 2 / Pfingstmontag, 24. Mai 2021
Die kürzeste Anfahrt an einen Etappenort. Durch die Altstadt über Wege, die ich als Anwohner der Region noch nie begangen habe. Schön langsam geht es hinauf nach Vier Linden. Nun sind wir genau über unserem Wohnort. An der Linner Linde viele Leute. Wir geniessen unser Mittagessen und nehmen uns den Linnerberg vor. Durch Wälder und Weiden mit Aussicht auf Gisliflueh und die Ruine Schenkenberg erreichen wir trocken die Staffelegg. Das war die Etappe mit dem kleinsten Aufstieg der ganzen Jurawanderung. 620 Höhenmeter rauf!
Wetter war bewölkt, kühl und trocken. Sehr schöne Wanderung.
Etappe 3 / Sonntag. 30. Mai 2021
Via Herzberghof geht es beinahe gemütlich durch den Wald zum Benkerjoch. Nun wandern wir durch Wälder und Weiden in Richtung Wasserflue. Diese lassen wir aber links liegen und ersparen uns die 30 Minuten Umweg. Nun geht es auf einem sehr schönen Gratweg auf die «uf der Egg» und danach zur Saalhöhe. Auch den alten Grenzstein von Bern, Solothurn und Österreich finden wir. Wir wandern nun mehrheitlich wieder den Berg hoch bis zum höchsten Punkt im Kanton Aargau.
Es geht weiter zur Geissflueh und dort steil den Berg runter zur Schafmatt. Das hässliche Fernmeldegebäude bei der Frohburg grüsst hinter dem Wald hervor und wir wissen, nun ist es nicht mehr weit zum Ziel auf dem vorderen Hauenstein. Nach einem Bierchen in einer lustigen Beiz (ein Sammler!) müssen wir noch eine Extra-Runde anhängen. Der Bus fährt im Eisenbähnli in Trimmbach, also geht es die alte Römerstrasse runter dorthin. Plus 20 Minuten auf schon müden Beinen ;-) Es ist ein Teil der Via Gottardo (Fernwanderweg Nr. 7)... Diese Etappe hat uns sehr gefallen und das Wetter war perfekt. Blauer Himmel, Sonnenschein mit 20 Grad und Bise. An mehreren Orten sahen wir zurück bis zur Lägeren. Diese sieht jedes mal anders aus. Einmal wie ein Kamelrücken (zwei Höcker), nun paralell zur Gisliflueh nur am weissen «Radarpoppel» zu erkennen. In der nächsten Etappe sehe man bis Mont Tendre und la Dole, dass Ziel des Juraweges...
Wetter war eine Pracht, leider ohne Fernsicht.
Etappe 4 / Sonntag 6. Juni 2021
Vorbei am Denkmal der 57 Opfer des Tunnelbaus (Hauenstein) vor 150 Jahren ging es stetig bergan. Wunderschöne Höhenweiden unterbrochen von lockeren Buchenwäldern bereicherten unseren Wanderweg. Die Belchenflueh lassen wir aus, zu bewölkt ist es. Wir freuen uns schon, dass es nicht regnet... Unterhalb des Asp-Hofes essen wir Zmittag am Rande einer sehr schönen Schlucht. Wir gönnen uns noch einen Kaffe und ein Rivella in der Tiefmatt. Schliesslich hat man hier oben immer wieder herrliche Fernblicke übers Mittelland inkl. Rivella in Rothrist. Der anschliessende Roggenschnorz war ein rechter Chnorz. Steil, richtig steil geht es immer mehr Treppenstufen hoch. Der Roggen ist ein herrlicher Berg. Mit schönen Lichtungen und sehr schönen Rastplätzen. Danach geht es nur noch runter nach Balsthal. Eine sehr schöne Tour. Im Schwarzbubenland sahen wir es regnen, bei uns schonte es dank Bise. Dafür hatten wir keine Bergsicht.
Etappe 5 / Samstag, 10. Juli 2021
Mit der Oensingen - Balsthal - Bahn (OeBB) fuhren wir durch die Klus nach Balsthal. Schön bedächtig erzwangen wir die Schwengimatt und belohnten uns an meinem 44. Geburtstag mit einer Runde im Bergrestaurant. Beim Hällchöpfli gab es das zweite Mittagessen und wir genossen einfach diese schöne Wanderung. Hier war auch wieder eine Kantonsgrenze mit den dazugehörenden schönen Grenzsteinen. Ab sofort gehört auch der Kanton Bern zu unserer Jurawanderung. Das «Gschliff» haben wir auf der Originalroute durchschritten. Bald passierten wir den Balmberg und danach kam ein quälender Aufstieg zum Weissenstein. Wir wanderten sogleich in die sechste Etappe hinein.
Wetter tagsüber sehr schön und warm. In der Nacht heftiges Gewitter.
Übernachtet haben wir auf einem Wendeplatz für Holzlastwagen unterhalb der Hasenmatt. 3 Stunden starker Sturm & Gewitter kamen perfekt getimt nach dem herrlichen Znacht vom Feuer.
Etappe 6 / Sonntag, 11. Juli 2021
Um 8 Uhr marschierten wir weiter, hoch zur Hasenmatt und heute war null Fernsicht. Nebelmeer mit Wolkenmeer, aber doch schon andere Wanderer und Biker unterwegs. Von hier aus sahen wir bereits das nächste Zwischenziel: Die Stallflue. Aber, da war doch eine ziemliche Senke dazwischen... Ja ja, so ging es heute immer wieder rauf und runter. Auf der Stallflueh wollten uns die Jungkühe an den Zmittag und mussten immer wieder vertrieben werden. Über die sehr schöne Küferegg (Gratweg) erreichten wir schon bald den oberen Grenchnerberg. Hier hat es eine Jungschar ziemlich das Sommerlagercamp zerzaust. Im darauf folgenden Untergrenchnerberg kehrten wir ein und holten unseren Kaffe nach. Nun ging es runter zum Stierenberg. Auf der Strasse hoch zum Wäsmeli und danach rein in den 100-Meter Anstieg! Oben im Wald wieder Kantonsgrenze. Solothurn - Bern. Nun waren wir am Ende des Kantons Solothurn angelangt und überschritten damit auch den Röschtigraben. Ab hier wird französisch gesprochen. Dass sahen wir auch gleich beim nächsten Wegweiser, der zum letzten mal deutsch und neu französisch beschriftet war. Den Abstieg nach Frinvillier haben wir uns auch kürzer vorgestellt.
Wetter war bewölkt, neblig und ganz kurz auch regnerisch. Inkl. ganz weniger Schönwetterstörungen. Das war die Etappe mit dem längsten Abstieg der ganzen Jurawanderung. 1450 Höhenmeter runter!
Etappe 7 / Samstag, 14. August 2021
Nach einem guten Monat Pause ist es ein gutes Gefühl, dass es endlich wieder weitergeht. Das Dorf Frinvillier hinunter, über den Fluss und direkt nach der Brücke geht es rechts in eine Naturfelsentreppe. Ab jetzt einfach nur noch hoch! Kehre um Kehre stapfen wir den Geissrücken hinauf. Dieses Frinvillier ist einfach nur laut und wir umso froher, als wir den Krach der Zivilisation hinter uns lassen können. Nun erblicken wir zum ersten Mal für heute unser Ziel, den Turm vom Chasseral. Er ist noch sehr klein und scheint weit weg. Keine Gaststätte ist hier am Weg. Wir nehmen es gemütlich und kommen doch innerhalb der vorgegebenen Zeit auf dem Chasseral an. Mächtig ist dieser Turm. Fernsicht: Null. Wir sehen die Seen und auch die trotz viel Wind stehenden Windräder des Mont Soleil. Auch ein heftiges Gewitter zieht an uns vorbei und entlädt sich ein Tal weiter hinten. Wir spazieren noch zum Hotel Chasseral und checken in unserem reservierten Zimmer ein. Nun geniessen wir Gratin / Rösti und Salat. Auch ein süsser Dessert darf nicht fehlen. Das alles auf der Terrasse mit Weitblick über die Landschaft. Müde gehen wir bereits um neun Uhr ins Bett und geniessen die kühlen Temperaturen im Vergleich zum Tal.
Wetter war herrlich, leider ohne Fernsicht. Am Nachmittag um uns gewittrig aber trocken. Das war die Etappe mit dem längsten Aufstieg der ganzen Jurawanderung. 1350 Höhenmeter rauf! Dafür war dies zugleich die Etappe mit dem kleinsten Abstieg der ganzen Jurawanderung: 300 Höhenmeter runter! Der Chasseral ist der Vierthöchste Gipfel der Jurawanderung (1606 Meter ü.M.).
Etappe 8 / Sonntag, 15. August 2021
Kurz nach dem Start überquerten wir an der Passstrasse die Kantonsgrenze von Bern nach Neuenburg. Zweitletzter Kanton dieser Wanderung! An vielen Dolinen vorbei geht es zuerst über Alpweiden, danach eine steile Schlucht hinunter (Combe Biosse) nach Le Paquier, dem Ort wo Didier Cuche herkommt. Wir essen am Waldrand Mittag. Kaum losgelaufen, kommt ein Gewitter uns entgegen und wir stehen es unter einer grossen Tanne aus. Nass werden wir so nicht. Als es vorbei ist geht es bei sehr schwül-warmen Temperaturen weiter durch Wälder mit wunderschönen grossen Bäumen. Wir gehen ein kurzes Stück auf dem Trans Swiss Trail (Nationale Wanderroute Nr. 2 von Porrentruy nach Mendrisio) um danach auf den Mont d'Amin aufzusteigen. Schön ruhig wandern wir da hoch und geniessen den Ausblick auf den Neuenburgersee und den Chasseral, der nun wieder weit hinter uns liegt und sehr klein erscheint. Bald danach erreichen wir die Vue des Alpes wo ein grosser Rummel uns erwartet. Nach einem Jass geht es entspannt per Bus und Bahn nach Hause.
Bewölkt und ein Gewitter. Sonst schwülwarm mit etwas Sonne.
Etappe 9 / Samstag, 21. August 2021
Mit dem Zug ging es über Biel und La Chaux de Fonds auf die Vue des Alpes. Sogleich stiegen wir in Richtung Tete de Ran. Der Schlussaufstieg war kurz und knackig. Oben genossen wir beim Mittagessen den Ausblick über die Landschaft und die startenden Gleitschirmpiloten. Danach ging es über eine lange Krete zum Mont Racine. Unterwegs trottete in einer Mutterkuhweide eine Kuh mit Kalb lange vor mir her. Endlich standen sie zur Seite und ich wollte vorbei. Ohalätz, sie griff an! Ich erhob die Wanderstöcke und sie wich zurück. Dies wiederholten wir noch dreimal ehe ich weitergehen konnte. Die nächste Gruppe beobachteten wir aus der Ferne, wie sie bei dieser Kuh plötzlich einen grossen Umweg rannten... Über eine schöne Juragegend erreichten wir bald danach den Tourne-Pass. Zeit für einen Kaffe! Frisch gestärkt ging es hinauf zum Tablettes. Ein grandioser Ausblick belohnte uns für die Mühen! Nun folgten wir wieder dem Felsengrat Solmont nach Noiraigue. Kurz vor dem Ziel übernachteten wir in unseren Hängematten. Die Nacht war regnerisch mit Gewitter.
Den ganzen Tag hatten wir schönstes Wetter mit etwas Bergsicht und angenehmen Temperaturen. Der Chasseron ist der dritthöchste Gipfel der Jurawanderung (1607 Meter ü.M.). Einen Meter höher als der Chasseral.
Etappe 10 / Sonntag, 22. August 2021
Nach dem Frühstück ging es hinunter ins Dorf Noiraigue. Am Dorfbrunnen tankten wir Wasser und schöpften Mut für den saftigen Aufstieg der auf uns wartete. Stetig ging es im Wald hinauf. Danach querten wir fast waagrecht auf einer breiten Strasse den Hang und kehrten bei einem Tierheim mit Besenbeiz ein. Nun wartete der 14-Kehrenweg auf uns. Oben erwartete uns etwas Regen, Steinböcke und der grandiose Creux du Van! Die Königsetappe. Wir assen zu Mittag am Rand des Felszirkels und genossen den Anblick. Danach ging es ziemlich gemütlich flach oder leicht Bergabwärts über prächtige Juralandschaften. Dazwischen erspähten wir zum ersten Mal den Genfersee in der Ferne! Auch den Wechsel in den letzten Kanton unseres Juraweges, den Kanton Waadt machten wir hier. Leider verlief der Weg dazwischen ein langes Stück einer geteerten Strasse entlang. Wir waren froh, in Le Rochats zu landen. Leider war das Restaurant geschlossen. Da hier kein ÖV-Anschluss ist, liefen wir eine Stunde weiter in die Etappe 11 hinein. Mit wenigen kurzen Anstiegen ging es über Juraweiden und schöne Ahornwälder hinüber zum Restaurant La Combaz mit Postautohaltestelle.
Das Wetter war bewölkt mit sonnigen Störungen, ganz wenig Regen und immer wieder viel Wind (Bise). Das war die Etappe mit der kürzesten Wanderzeit (4.10 Stunden) und den wenigsten Kilometern (13) der ganzen Jurawanderung.
Etappe 11 / Sonntag, 29. August 2021
Es ging auf Weiden und typischen Jura-Ahornwäldern hoch und runter. Schon bald machten wir Mittagspause. Danach ging es an den Aufstieg zum Chasseron! Inzwischen wandern wir genüsslich bergan. 400 Höhenmeter schrecken uns nicht mehr! Schon bald waren wir oben und standen, in dichtem Nebel... Es klarte aber immer wieder auf und so sahen wir doch noch einiges. Auch wie steil er westwärts abfällt und, natürlich das Bergrestaurant. Darin haben wir uns verköstigt. Nach einem kurzen Abstieg folgte, der kurze Aufstieg. Wir standen auf dem Petite Roches, von wo man einen schönen Ausblick auch auf den Chasseron zurück hat. Danach ging es fast nur noch runter. Bald erreichten wir Sainte Croix und da bereits Stundentakt herrschte, kehrten wir nochmals ein. Bei der Einfahrt in Yverdon sahen wir unseren Zug gerade abfahren. Hier scheinen unsere westschweizer Freunde noch etwas lernen zu können. So warteten wir brav eine halbe Stunde und fuhren dann nach Hause.
Das Wetter war stark bewölkt, zeitweise aber auch sonnig. Manchmal sah es aus, als beginne es gleich zu regnen. Es war aber während der ganzen Wanderung trocken.
Etappe 12 / Sonntag, 5. September 2021
Bereits um 9.21 Uhr waren wir am Start in Ste Croix. Zuerst ging es runter zum Moor und Fussballplatz, danach direkt in den Wald hinauf. Die Wanderwege sind nicht mehr so häufig oder deutlich beschildert. Dreimal haben wir uns auf dieser Etappe kurz verlaufen... Steil hoch ging es in Richtung Les Bataillards. Im Beizli genehmigten wir uns als kleine Belohnung einen Kaffe. 300 Höhenmeter waren schon mal geschafft. Die Aussicht war genial. Leider waren die meisten Berge (wieder) in Wolken, aber man sieht sich auch so kaum satt! Auf dem Grat ging es sehr abwechslungsreich bis zur schwarzen Höhle (Cave Noir). Bald danach waren wir schon auf dem Aiguilles de Baulmes. Der Beizer hatte mich schon laut korrigiert, dass heisst nicht Baulmes sondern «Boohm»! Grandiose Aussicht auch hier, also assen wir hier Zmittag. Nun ging es runter an verschiedenen Grenzbefestigungen vorbei (Frankreich ist hier meist sehr nahe) um diesen grossen Fels herum. Der nächste Aufstieg wartete nicht lange und wir stapften zum Le Suchet hoch. Diesen Berg wie auch das Tal dazwischen hatten wir am Mittag schon vor Augen... Den Gipfel liessen wir aus sondern folgten brav dem Juraweg. Nun begann es zu Donnern und es fing an zu Regnen. Markant kam der Dent du Vaulon und der Mont d'Or ins Blickfeld. Ersterer wird der Gipfel der Etappe 13 sein. Nun ging es steil hinunter nach Ballaigues. Aus zeitlichen Gründen und auch weil es nun genug war liessen wir das Weiterwandern nach Vallorbe. Der Bus brachte uns zurück nach Yverdon und der Zug nach Hause.
Das Wetter war prächtig. Pünktlich ab 15 Uhr (wie der Wetterbericht gemeldet hatte) kam das kurze Gewitter und danach war es wieder sonig und warm.
Etappe 13 / Samstag, 11. September 2021
Über Olten und Yverdon sind wir um halb neun in Baillaigues gelandet. Sofort liefen wir los, über Felder und Wiesen hinunter zur Orb. Über die Staumauer ging es hinauf zum Eisenbahnviadukt und dann dem Fluss entlang hinein nach Vallorbe. Nach der Ortschaft ging es zügig hinauf. Teilweise recht steil geht es zur Sur le Voié hoch. Ab da ist es aber gemütlicher und der Gipfel des Tages in Sichtweite. Auf dem Dent de Vaulion hatte es dank des nahen Parkplatzes sehr viel Volk. Der Rundblick ist aber genial und wir sahen den Mont Tendre (nächste Etappe) und den Endgipfel, La Dôle. Danach ging es steil runter mit zwei ganz kleinen Zwischenanstiegen nach Pétra Felix, einem Passübergang. Ab da geht der Juraweg weiter (Etappe 14) oder für uns runter nach le Pont. Überraschend schnell erreichten wir den See und Le Pont. Wir sind insgesamt vier Stunden gewandert (anstatt der angegebenen 5.35 Stunden).
Das Wetter war zu Beginn stark bewölkt, danach nieselte es ganz wenig und kurz, dann wurde es schön und warm.
Etappe 14 / Sonntag, 26. September 2021
Der Wetterbericht war für Samstag bombig. Am Sonntag aber sehr sehr schlecht. Regen, Wind, Gewitter, ganzer Tag! Pünktlich um 9 Uhr landen wir in Cossonay am Bahnhof. Alena sagt noch, wenn es regnet gehen wir nicht... Der Bus steht schon bereit und wir fahren über L'Isle auf den Col de Mollendruz und weiter nach Pétra Felix. Hier sind wir auf dem Weg nach Le Pont vor zwei Wochen schon duchgewandert und so sparen wir uns das erneute wandern von Le Pont nach Petra Felix zurück. Zügig starten wir - OHNE Regen. Es hat aufgehört! Mit viel Wind wandern wir in Richtung Col de Mollendruz und den Mont Tendre. Am Mittag kochen wir Nudelsuppen auf einem Spirituskocher und unterhalb des Gipfels gibt es einen Kaffe.
Auf dem Gipfel haben wir sogar Sonne und blauer Himmel. Auch die Berge zeigen sich etwas. Der Mont Tendre ist mit seinen 1679 Metern ü.M. der höchste Gipfel der gesamten Jurawanderung. Wir blicken wehmütig hinüber zu dem nun schon nahen Dole... Noch zwei Etappen und das Abenteuer Juraweg ist vorbei... Bei schönstem Wetter erreichen wir den Col de Marchairuz. Der Bus fährt gerade ein als wir einlaufen und bringt uns nach Le Brassus im Val de Joux. Mit dem Zug fahren wir über le Day nach Cossonay zurück.
Wetter: Stark bewölkt und windig bis prächtiges Herbstwetter.
Etappe 15 / Samstag, 2. Oktober 2021
Wir sind erst um acht Uhr auf den Zug in Richtung Westschweiz. Über Lausanne und Allaman ging es im Postauto auf den Col Marchairuz, wo wir letzten Sonntag aufgehört hatten. Nach dem Startgetränk auf der Terasse mit der zweitschnellsten Kellnerin ging es über Stock und Stein eine lange Weide entlang in Richtung Cret de la Neuve. Wir haben Fernsicht!!! Zum ersten mal auf der ganzen Jurawanderung sehen wir die ganze Pracht der Bergketten und darunter den gesamten Genfersee. Danach geht es rauf und runter in Richtung St-Cerque. Zum Schluss kommen wir an den Restmauern des Klosters Couvent d'Oujon vorbei. Ein sehr schöner Ort.
Kurz vor St-Cerque zweigen wir in einen kleinen Wald ab und gelangen so zum Haus unserer Freunde die uns herzlich und exellent bewirten. Wir erleben einen lustigen Abend und übernachten bei ihnen.
Wetter: Windiges Herbstwetter mit viel Sonne, aber bereits machmal kühl.
Etappe 16 / Sonntag, 3. Oktober 2021
Etappe der Superlativen: Das wird die Etappe mit de längsten Wanderzeit (sieben Stunden) und den meisten Kilometern (26). Der Dole ist der zweithöchste Gipfel (1677 Meter ü.M.) der gesamten Jurawanderung. Nach einem ausgiebigen Frühstück kommen wir wieder aus dem Wäldchen auf den Juraweg und gehen das letzte Stück nach St-Cerque der Etappe 15. Der Aufstieg zum Dole ist abwechslungsreich und ging sehr gut. Einzig der teilweise leichte Regen störte etwas. Es gab aber auch sonnige Momente und es windete sehr heftig! Auf dem Dole bliess es uns fast weg. Die Böen waren heftig und die Regentropfen nun wie Nadelstiche. Auf der Alp mit Seilbahnstation picknickten wir. Nun kam der grosse Abstieg!
Den Wald hinunter in vielen Kehren und steilen Passagen ging es nur noch runter. Der Regen war unter den Bäumen selten spürbar. Auf der Ebene bemerkten wir ihn aber umso mehr! Dieses Wegstück ab Waldrand beim Golfpark Bonmont bis nach Nyon könnte man sich eigentlich sparen. Nicht wegen dem Regen. Nein, es waren nur Teerstrassen als Wanderwege! Neun Kilometer durch schaurig schöne Industrielandwirtschaft auf Teerstrassen. Der Jurahöhenweg hätte wahrlich ein schöneres Ende verdient! Da es sehr kalt, nass und nur ungemütlich war, verschoben wir das Baden im Genfesee auf den nächsten Sommer.
Das Wetter war sehr windig, wenige Sonnige Abschnitte und der Rest nur Regen.
Christoph und Alena Eisenhut, Villnachern bei Brugg
Am Familientisch erzähle ich von meiner spontanen Idee, den Jura - Höhenweg Nr. 5 von SchweizMobil zu wandern. Er führt sehr nahe an unserem Wohnort vorbei und so wollte ich dieses Projekt angehen. Zu meiner Überraschung sagte meine älteste Tochter Alena (18) spontan, sie wolle mich auf dieser Wanderung begleiten!
Eigentlich ist es eine Tour vom weissen Boppel auf der Lägeren zum weissen Boppel auf dem Dole bei Genf (beides Radaranlagen der jeweils nahen Flughäfen). Da fast alle Etappenorte perfekt am ÖV angeschlossen sind, ist eine etappenweise Bewanderung perfekt möglich.
Etappe 1 / Samstag 15. Mai 2021 - Es geht los!
Mit Bus und Zug über Baden und Niederweningen in Dielsdorf gelandet. Durch Dielsdorf geht es schnell nach Regensberg. Den tiefsten Sodbrunnen füttern wir am Münzautomat und staunen in den nun beleuchteten Schlund. Gemütlich geht es auf die Hochwacht. Nun geht es in den schmalen Gratweg und auf dem Burghorn machen wir Pause. In Baden kaufen wir unser Mittagessen (die Schlaufe durch die Stadt soll ja auch Sinn machen) und essen auf dem Mäuerchen der Ruine Stein hoch über den Gleisen des Bahnhofs. Durch wunderschöne Wälder gelangen wir zum Horn von Gebensdorf. In Brugg sind wir bei einsetzendem Regen gelandet.
Wetter war anfangs heiter, später immer mehr bewölkt und windig und ganz zum Schluss Regentropfen. Mit Brugg haben wir den tiefsten Punkt (349 Meter ü.M.) der gesamten Jurawanderung erreicht.
Etappe 2 / Pfingstmontag, 24. Mai 2021
Die kürzeste Anfahrt an einen Etappenort. Durch die Altstadt über Wege, die ich als Anwohner der Region noch nie begangen habe. Schön langsam geht es hinauf nach Vier Linden. Nun sind wir genau über unserem Wohnort. An der Linner Linde viele Leute. Wir geniessen unser Mittagessen und nehmen uns den Linnerberg vor. Durch Wälder und Weiden mit Aussicht auf Gisliflueh und die Ruine Schenkenberg erreichen wir trocken die Staffelegg. Das war die Etappe mit dem kleinsten Aufstieg der ganzen Jurawanderung. 620 Höhenmeter rauf!
Wetter war bewölkt, kühl und trocken. Sehr schöne Wanderung.
Etappe 3 / Sonntag. 30. Mai 2021
Via Herzberghof geht es beinahe gemütlich durch den Wald zum Benkerjoch. Nun wandern wir durch Wälder und Weiden in Richtung Wasserflue. Diese lassen wir aber links liegen und ersparen uns die 30 Minuten Umweg. Nun geht es auf einem sehr schönen Gratweg auf die «uf der Egg» und danach zur Saalhöhe. Auch den alten Grenzstein von Bern, Solothurn und Österreich finden wir. Wir wandern nun mehrheitlich wieder den Berg hoch bis zum höchsten Punkt im Kanton Aargau.
Es geht weiter zur Geissflueh und dort steil den Berg runter zur Schafmatt. Das hässliche Fernmeldegebäude bei der Frohburg grüsst hinter dem Wald hervor und wir wissen, nun ist es nicht mehr weit zum Ziel auf dem vorderen Hauenstein. Nach einem Bierchen in einer lustigen Beiz (ein Sammler!) müssen wir noch eine Extra-Runde anhängen. Der Bus fährt im Eisenbähnli in Trimmbach, also geht es die alte Römerstrasse runter dorthin. Plus 20 Minuten auf schon müden Beinen ;-) Es ist ein Teil der Via Gottardo (Fernwanderweg Nr. 7)... Diese Etappe hat uns sehr gefallen und das Wetter war perfekt. Blauer Himmel, Sonnenschein mit 20 Grad und Bise. An mehreren Orten sahen wir zurück bis zur Lägeren. Diese sieht jedes mal anders aus. Einmal wie ein Kamelrücken (zwei Höcker), nun paralell zur Gisliflueh nur am weissen «Radarpoppel» zu erkennen. In der nächsten Etappe sehe man bis Mont Tendre und la Dole, dass Ziel des Juraweges...
Wetter war eine Pracht, leider ohne Fernsicht.
Etappe 4 / Sonntag 6. Juni 2021
Vorbei am Denkmal der 57 Opfer des Tunnelbaus (Hauenstein) vor 150 Jahren ging es stetig bergan. Wunderschöne Höhenweiden unterbrochen von lockeren Buchenwäldern bereicherten unseren Wanderweg. Die Belchenflueh lassen wir aus, zu bewölkt ist es. Wir freuen uns schon, dass es nicht regnet... Unterhalb des Asp-Hofes essen wir Zmittag am Rande einer sehr schönen Schlucht. Wir gönnen uns noch einen Kaffe und ein Rivella in der Tiefmatt. Schliesslich hat man hier oben immer wieder herrliche Fernblicke übers Mittelland inkl. Rivella in Rothrist. Der anschliessende Roggenschnorz war ein rechter Chnorz. Steil, richtig steil geht es immer mehr Treppenstufen hoch. Der Roggen ist ein herrlicher Berg. Mit schönen Lichtungen und sehr schönen Rastplätzen. Danach geht es nur noch runter nach Balsthal. Eine sehr schöne Tour. Im Schwarzbubenland sahen wir es regnen, bei uns schonte es dank Bise. Dafür hatten wir keine Bergsicht.
Etappe 5 / Samstag, 10. Juli 2021
Mit der Oensingen - Balsthal - Bahn (OeBB) fuhren wir durch die Klus nach Balsthal. Schön bedächtig erzwangen wir die Schwengimatt und belohnten uns an meinem 44. Geburtstag mit einer Runde im Bergrestaurant. Beim Hällchöpfli gab es das zweite Mittagessen und wir genossen einfach diese schöne Wanderung. Hier war auch wieder eine Kantonsgrenze mit den dazugehörenden schönen Grenzsteinen. Ab sofort gehört auch der Kanton Bern zu unserer Jurawanderung. Das «Gschliff» haben wir auf der Originalroute durchschritten. Bald passierten wir den Balmberg und danach kam ein quälender Aufstieg zum Weissenstein. Wir wanderten sogleich in die sechste Etappe hinein.
Wetter tagsüber sehr schön und warm. In der Nacht heftiges Gewitter.
Übernachtet haben wir auf einem Wendeplatz für Holzlastwagen unterhalb der Hasenmatt. 3 Stunden starker Sturm & Gewitter kamen perfekt getimt nach dem herrlichen Znacht vom Feuer.
Etappe 6 / Sonntag, 11. Juli 2021
Um 8 Uhr marschierten wir weiter, hoch zur Hasenmatt und heute war null Fernsicht. Nebelmeer mit Wolkenmeer, aber doch schon andere Wanderer und Biker unterwegs. Von hier aus sahen wir bereits das nächste Zwischenziel: Die Stallflue. Aber, da war doch eine ziemliche Senke dazwischen... Ja ja, so ging es heute immer wieder rauf und runter. Auf der Stallflueh wollten uns die Jungkühe an den Zmittag und mussten immer wieder vertrieben werden. Über die sehr schöne Küferegg (Gratweg) erreichten wir schon bald den oberen Grenchnerberg. Hier hat es eine Jungschar ziemlich das Sommerlagercamp zerzaust. Im darauf folgenden Untergrenchnerberg kehrten wir ein und holten unseren Kaffe nach. Nun ging es runter zum Stierenberg. Auf der Strasse hoch zum Wäsmeli und danach rein in den 100-Meter Anstieg! Oben im Wald wieder Kantonsgrenze. Solothurn - Bern. Nun waren wir am Ende des Kantons Solothurn angelangt und überschritten damit auch den Röschtigraben. Ab hier wird französisch gesprochen. Dass sahen wir auch gleich beim nächsten Wegweiser, der zum letzten mal deutsch und neu französisch beschriftet war. Den Abstieg nach Frinvillier haben wir uns auch kürzer vorgestellt.
Wetter war bewölkt, neblig und ganz kurz auch regnerisch. Inkl. ganz weniger Schönwetterstörungen. Das war die Etappe mit dem längsten Abstieg der ganzen Jurawanderung. 1450 Höhenmeter runter!
Etappe 7 / Samstag, 14. August 2021
Nach einem guten Monat Pause ist es ein gutes Gefühl, dass es endlich wieder weitergeht. Das Dorf Frinvillier hinunter, über den Fluss und direkt nach der Brücke geht es rechts in eine Naturfelsentreppe. Ab jetzt einfach nur noch hoch! Kehre um Kehre stapfen wir den Geissrücken hinauf. Dieses Frinvillier ist einfach nur laut und wir umso froher, als wir den Krach der Zivilisation hinter uns lassen können. Nun erblicken wir zum ersten Mal für heute unser Ziel, den Turm vom Chasseral. Er ist noch sehr klein und scheint weit weg. Keine Gaststätte ist hier am Weg. Wir nehmen es gemütlich und kommen doch innerhalb der vorgegebenen Zeit auf dem Chasseral an. Mächtig ist dieser Turm. Fernsicht: Null. Wir sehen die Seen und auch die trotz viel Wind stehenden Windräder des Mont Soleil. Auch ein heftiges Gewitter zieht an uns vorbei und entlädt sich ein Tal weiter hinten. Wir spazieren noch zum Hotel Chasseral und checken in unserem reservierten Zimmer ein. Nun geniessen wir Gratin / Rösti und Salat. Auch ein süsser Dessert darf nicht fehlen. Das alles auf der Terrasse mit Weitblick über die Landschaft. Müde gehen wir bereits um neun Uhr ins Bett und geniessen die kühlen Temperaturen im Vergleich zum Tal.
Wetter war herrlich, leider ohne Fernsicht. Am Nachmittag um uns gewittrig aber trocken. Das war die Etappe mit dem längsten Aufstieg der ganzen Jurawanderung. 1350 Höhenmeter rauf! Dafür war dies zugleich die Etappe mit dem kleinsten Abstieg der ganzen Jurawanderung: 300 Höhenmeter runter! Der Chasseral ist der Vierthöchste Gipfel der Jurawanderung (1606 Meter ü.M.).
Etappe 8 / Sonntag, 15. August 2021
Kurz nach dem Start überquerten wir an der Passstrasse die Kantonsgrenze von Bern nach Neuenburg. Zweitletzter Kanton dieser Wanderung! An vielen Dolinen vorbei geht es zuerst über Alpweiden, danach eine steile Schlucht hinunter (Combe Biosse) nach Le Paquier, dem Ort wo Didier Cuche herkommt. Wir essen am Waldrand Mittag. Kaum losgelaufen, kommt ein Gewitter uns entgegen und wir stehen es unter einer grossen Tanne aus. Nass werden wir so nicht. Als es vorbei ist geht es bei sehr schwül-warmen Temperaturen weiter durch Wälder mit wunderschönen grossen Bäumen. Wir gehen ein kurzes Stück auf dem Trans Swiss Trail (Nationale Wanderroute Nr. 2 von Porrentruy nach Mendrisio) um danach auf den Mont d'Amin aufzusteigen. Schön ruhig wandern wir da hoch und geniessen den Ausblick auf den Neuenburgersee und den Chasseral, der nun wieder weit hinter uns liegt und sehr klein erscheint. Bald danach erreichen wir die Vue des Alpes wo ein grosser Rummel uns erwartet. Nach einem Jass geht es entspannt per Bus und Bahn nach Hause.
Bewölkt und ein Gewitter. Sonst schwülwarm mit etwas Sonne.
Etappe 9 / Samstag, 21. August 2021
Mit dem Zug ging es über Biel und La Chaux de Fonds auf die Vue des Alpes. Sogleich stiegen wir in Richtung Tete de Ran. Der Schlussaufstieg war kurz und knackig. Oben genossen wir beim Mittagessen den Ausblick über die Landschaft und die startenden Gleitschirmpiloten. Danach ging es über eine lange Krete zum Mont Racine. Unterwegs trottete in einer Mutterkuhweide eine Kuh mit Kalb lange vor mir her. Endlich standen sie zur Seite und ich wollte vorbei. Ohalätz, sie griff an! Ich erhob die Wanderstöcke und sie wich zurück. Dies wiederholten wir noch dreimal ehe ich weitergehen konnte. Die nächste Gruppe beobachteten wir aus der Ferne, wie sie bei dieser Kuh plötzlich einen grossen Umweg rannten... Über eine schöne Juragegend erreichten wir bald danach den Tourne-Pass. Zeit für einen Kaffe! Frisch gestärkt ging es hinauf zum Tablettes. Ein grandioser Ausblick belohnte uns für die Mühen! Nun folgten wir wieder dem Felsengrat Solmont nach Noiraigue. Kurz vor dem Ziel übernachteten wir in unseren Hängematten. Die Nacht war regnerisch mit Gewitter.
Den ganzen Tag hatten wir schönstes Wetter mit etwas Bergsicht und angenehmen Temperaturen. Der Chasseron ist der dritthöchste Gipfel der Jurawanderung (1607 Meter ü.M.). Einen Meter höher als der Chasseral.
Etappe 10 / Sonntag, 22. August 2021
Nach dem Frühstück ging es hinunter ins Dorf Noiraigue. Am Dorfbrunnen tankten wir Wasser und schöpften Mut für den saftigen Aufstieg der auf uns wartete. Stetig ging es im Wald hinauf. Danach querten wir fast waagrecht auf einer breiten Strasse den Hang und kehrten bei einem Tierheim mit Besenbeiz ein. Nun wartete der 14-Kehrenweg auf uns. Oben erwartete uns etwas Regen, Steinböcke und der grandiose Creux du Van! Die Königsetappe. Wir assen zu Mittag am Rand des Felszirkels und genossen den Anblick. Danach ging es ziemlich gemütlich flach oder leicht Bergabwärts über prächtige Juralandschaften. Dazwischen erspähten wir zum ersten Mal den Genfersee in der Ferne! Auch den Wechsel in den letzten Kanton unseres Juraweges, den Kanton Waadt machten wir hier. Leider verlief der Weg dazwischen ein langes Stück einer geteerten Strasse entlang. Wir waren froh, in Le Rochats zu landen. Leider war das Restaurant geschlossen. Da hier kein ÖV-Anschluss ist, liefen wir eine Stunde weiter in die Etappe 11 hinein. Mit wenigen kurzen Anstiegen ging es über Juraweiden und schöne Ahornwälder hinüber zum Restaurant La Combaz mit Postautohaltestelle.
Das Wetter war bewölkt mit sonnigen Störungen, ganz wenig Regen und immer wieder viel Wind (Bise). Das war die Etappe mit der kürzesten Wanderzeit (4.10 Stunden) und den wenigsten Kilometern (13) der ganzen Jurawanderung.
Etappe 11 / Sonntag, 29. August 2021
Es ging auf Weiden und typischen Jura-Ahornwäldern hoch und runter. Schon bald machten wir Mittagspause. Danach ging es an den Aufstieg zum Chasseron! Inzwischen wandern wir genüsslich bergan. 400 Höhenmeter schrecken uns nicht mehr! Schon bald waren wir oben und standen, in dichtem Nebel... Es klarte aber immer wieder auf und so sahen wir doch noch einiges. Auch wie steil er westwärts abfällt und, natürlich das Bergrestaurant. Darin haben wir uns verköstigt. Nach einem kurzen Abstieg folgte, der kurze Aufstieg. Wir standen auf dem Petite Roches, von wo man einen schönen Ausblick auch auf den Chasseron zurück hat. Danach ging es fast nur noch runter. Bald erreichten wir Sainte Croix und da bereits Stundentakt herrschte, kehrten wir nochmals ein. Bei der Einfahrt in Yverdon sahen wir unseren Zug gerade abfahren. Hier scheinen unsere westschweizer Freunde noch etwas lernen zu können. So warteten wir brav eine halbe Stunde und fuhren dann nach Hause.
Das Wetter war stark bewölkt, zeitweise aber auch sonnig. Manchmal sah es aus, als beginne es gleich zu regnen. Es war aber während der ganzen Wanderung trocken.
Etappe 12 / Sonntag, 5. September 2021
Bereits um 9.21 Uhr waren wir am Start in Ste Croix. Zuerst ging es runter zum Moor und Fussballplatz, danach direkt in den Wald hinauf. Die Wanderwege sind nicht mehr so häufig oder deutlich beschildert. Dreimal haben wir uns auf dieser Etappe kurz verlaufen... Steil hoch ging es in Richtung Les Bataillards. Im Beizli genehmigten wir uns als kleine Belohnung einen Kaffe. 300 Höhenmeter waren schon mal geschafft. Die Aussicht war genial. Leider waren die meisten Berge (wieder) in Wolken, aber man sieht sich auch so kaum satt! Auf dem Grat ging es sehr abwechslungsreich bis zur schwarzen Höhle (Cave Noir). Bald danach waren wir schon auf dem Aiguilles de Baulmes. Der Beizer hatte mich schon laut korrigiert, dass heisst nicht Baulmes sondern «Boohm»! Grandiose Aussicht auch hier, also assen wir hier Zmittag. Nun ging es runter an verschiedenen Grenzbefestigungen vorbei (Frankreich ist hier meist sehr nahe) um diesen grossen Fels herum. Der nächste Aufstieg wartete nicht lange und wir stapften zum Le Suchet hoch. Diesen Berg wie auch das Tal dazwischen hatten wir am Mittag schon vor Augen... Den Gipfel liessen wir aus sondern folgten brav dem Juraweg. Nun begann es zu Donnern und es fing an zu Regnen. Markant kam der Dent du Vaulon und der Mont d'Or ins Blickfeld. Ersterer wird der Gipfel der Etappe 13 sein. Nun ging es steil hinunter nach Ballaigues. Aus zeitlichen Gründen und auch weil es nun genug war liessen wir das Weiterwandern nach Vallorbe. Der Bus brachte uns zurück nach Yverdon und der Zug nach Hause.
Das Wetter war prächtig. Pünktlich ab 15 Uhr (wie der Wetterbericht gemeldet hatte) kam das kurze Gewitter und danach war es wieder sonig und warm.
Etappe 13 / Samstag, 11. September 2021
Über Olten und Yverdon sind wir um halb neun in Baillaigues gelandet. Sofort liefen wir los, über Felder und Wiesen hinunter zur Orb. Über die Staumauer ging es hinauf zum Eisenbahnviadukt und dann dem Fluss entlang hinein nach Vallorbe. Nach der Ortschaft ging es zügig hinauf. Teilweise recht steil geht es zur Sur le Voié hoch. Ab da ist es aber gemütlicher und der Gipfel des Tages in Sichtweite. Auf dem Dent de Vaulion hatte es dank des nahen Parkplatzes sehr viel Volk. Der Rundblick ist aber genial und wir sahen den Mont Tendre (nächste Etappe) und den Endgipfel, La Dôle. Danach ging es steil runter mit zwei ganz kleinen Zwischenanstiegen nach Pétra Felix, einem Passübergang. Ab da geht der Juraweg weiter (Etappe 14) oder für uns runter nach le Pont. Überraschend schnell erreichten wir den See und Le Pont. Wir sind insgesamt vier Stunden gewandert (anstatt der angegebenen 5.35 Stunden).
Das Wetter war zu Beginn stark bewölkt, danach nieselte es ganz wenig und kurz, dann wurde es schön und warm.
Etappe 14 / Sonntag, 26. September 2021
Der Wetterbericht war für Samstag bombig. Am Sonntag aber sehr sehr schlecht. Regen, Wind, Gewitter, ganzer Tag! Pünktlich um 9 Uhr landen wir in Cossonay am Bahnhof. Alena sagt noch, wenn es regnet gehen wir nicht... Der Bus steht schon bereit und wir fahren über L'Isle auf den Col de Mollendruz und weiter nach Pétra Felix. Hier sind wir auf dem Weg nach Le Pont vor zwei Wochen schon duchgewandert und so sparen wir uns das erneute wandern von Le Pont nach Petra Felix zurück. Zügig starten wir - OHNE Regen. Es hat aufgehört! Mit viel Wind wandern wir in Richtung Col de Mollendruz und den Mont Tendre. Am Mittag kochen wir Nudelsuppen auf einem Spirituskocher und unterhalb des Gipfels gibt es einen Kaffe.
Auf dem Gipfel haben wir sogar Sonne und blauer Himmel. Auch die Berge zeigen sich etwas. Der Mont Tendre ist mit seinen 1679 Metern ü.M. der höchste Gipfel der gesamten Jurawanderung. Wir blicken wehmütig hinüber zu dem nun schon nahen Dole... Noch zwei Etappen und das Abenteuer Juraweg ist vorbei... Bei schönstem Wetter erreichen wir den Col de Marchairuz. Der Bus fährt gerade ein als wir einlaufen und bringt uns nach Le Brassus im Val de Joux. Mit dem Zug fahren wir über le Day nach Cossonay zurück.
Wetter: Stark bewölkt und windig bis prächtiges Herbstwetter.
Etappe 15 / Samstag, 2. Oktober 2021
Wir sind erst um acht Uhr auf den Zug in Richtung Westschweiz. Über Lausanne und Allaman ging es im Postauto auf den Col Marchairuz, wo wir letzten Sonntag aufgehört hatten. Nach dem Startgetränk auf der Terasse mit der zweitschnellsten Kellnerin ging es über Stock und Stein eine lange Weide entlang in Richtung Cret de la Neuve. Wir haben Fernsicht!!! Zum ersten mal auf der ganzen Jurawanderung sehen wir die ganze Pracht der Bergketten und darunter den gesamten Genfersee. Danach geht es rauf und runter in Richtung St-Cerque. Zum Schluss kommen wir an den Restmauern des Klosters Couvent d'Oujon vorbei. Ein sehr schöner Ort.
Kurz vor St-Cerque zweigen wir in einen kleinen Wald ab und gelangen so zum Haus unserer Freunde die uns herzlich und exellent bewirten. Wir erleben einen lustigen Abend und übernachten bei ihnen.
Wetter: Windiges Herbstwetter mit viel Sonne, aber bereits machmal kühl.
Etappe 16 / Sonntag, 3. Oktober 2021
Etappe der Superlativen: Das wird die Etappe mit de längsten Wanderzeit (sieben Stunden) und den meisten Kilometern (26). Der Dole ist der zweithöchste Gipfel (1677 Meter ü.M.) der gesamten Jurawanderung. Nach einem ausgiebigen Frühstück kommen wir wieder aus dem Wäldchen auf den Juraweg und gehen das letzte Stück nach St-Cerque der Etappe 15. Der Aufstieg zum Dole ist abwechslungsreich und ging sehr gut. Einzig der teilweise leichte Regen störte etwas. Es gab aber auch sonnige Momente und es windete sehr heftig! Auf dem Dole bliess es uns fast weg. Die Böen waren heftig und die Regentropfen nun wie Nadelstiche. Auf der Alp mit Seilbahnstation picknickten wir. Nun kam der grosse Abstieg!
Den Wald hinunter in vielen Kehren und steilen Passagen ging es nur noch runter. Der Regen war unter den Bäumen selten spürbar. Auf der Ebene bemerkten wir ihn aber umso mehr! Dieses Wegstück ab Waldrand beim Golfpark Bonmont bis nach Nyon könnte man sich eigentlich sparen. Nicht wegen dem Regen. Nein, es waren nur Teerstrassen als Wanderwege! Neun Kilometer durch schaurig schöne Industrielandwirtschaft auf Teerstrassen. Der Jurahöhenweg hätte wahrlich ein schöneres Ende verdient! Da es sehr kalt, nass und nur ungemütlich war, verschoben wir das Baden im Genfesee auf den nächsten Sommer.
Das Wetter war sehr windig, wenige Sonnige Abschnitte und der Rest nur Regen.
Christoph und Alena Eisenhut, Villnachern bei Brugg

Il relazione di viaggio da vedere lungo:

Sentiero in cresta del Giura route-05
Sentiero in cresta del Giura
Dielsdorf–Nyon
Al percorso