La Suisse à pied

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Reinacher Heide
Ruine Pfeffingen
Pfeffingen
Rebberg bei Pfeffingen
durchs Laufental
Delémont
Vorbourg
auf den Mont Raimeux
in der Schlucht von Court

Le carnet de route se trouve sur:

ViaJura route-080
ViaJura
Basel–Biel
Vers l’itinéraire
Via Jura im Oktober 2008

Via Jura im Oktober 2008

Acht, neun Tage – einfach nur für mich. Einfach unterwegs sein, bummeln, geniessen...
Basel–Aesch

Direkt vor der Bahnhofshalle entdecke ich erfreut den ersten 80-Via-Jura-Wegweiser. Allerdings verliere ich die Markierung bereits nach dem zweiten oder dritten Fussgängerstreifen. Mit den offiziellen Stadtmarkierungen bummle ich durch die Basler Altstadt. Tinguely-Brunnen, Barfüsserplatz, Rathaus, Schifflände. Der erste Blick auf den grossen, gemächlich dahinfliessenden Rhein beeindruckt mich. Hier folge ich nun wieder der Via-Jura-Markierung zum Münster und ins St.-Alban-Tal. Der Weiterweg zum St.-Jakob-Park führt einem Kanal entlang. Die Strecke zieht sich in die Länge... Schliesslich komme ich doch noch an und bin durchaus beeindruckt von dem grossen Bau.

Durch bunten Herbstwald bummle ich mal mit, mal ohne Regenausrüstung der Birs entlang. Vorbei an Holzbrücken, Wasserfällen (also eigentlich eine Wehr), Maisfeldern und Herbstwaldhügel. Die Reinacher Heide gefällt mir: Föhren und Eichen stehen verstreut zwischen gemähten Grasstreifen, verwilderte Hecken und trockenen Schotterfeldern. In Dornach führt mich die Brücke des Johannes von Nepumuk direkt ins Coop, wo ich mir ein Picknick kaufe. Weiter der Birs entlang, durch bunten Uferwald, gelange ich nach Aesch.
Aesch–Blauen

Hm, während ich der Hauptstrasse nach Pfeffingen folge, fahren etwa drei Ortsbusse an mir vorbei… Endlich habe ich den Asphalt hinter mir und werde kurz darauf von der Burgruine Pfeffingen in Bann genommen: Eine so schöne Ruine mitten im goldgelben Wald, das ist jetzt einfach wirklich fotogen! Bald komme ich an einem Rebberg vorbei. Die Beiz ist leider geschlossen. Es ist wunderbar, durch das raschelnde Laub, an Waldrändern entlang und über Weiden weiter zu wandern. Mein Blick schweift über Jurahügel, bleibt immer wieder an den typischen – mir so ungewohnten - Felsen hängen… Den Abstieg von Blauen nach Zwingen überlasse ich dem Postauto.
Zwingen–Laufen

Gummistiefel- und Regenhut-Tag. In Zwingen besichtige ich die uralte Wasserburg. Der Weg von Zwingen nach Laufen ist so ein "das-muss-halt-auch-sein-Abschnitt", auf Kiesweg den Bahngleisen entlang. Dafür lässt es sich wunderbar durch die hübsche Altstadt von Laufen schlendern.
Laufen–Soyhièrs

Heute habe ich Begleitung, da bin ich fast froh. In Laufen haben wir zuerst ein Durcheinander mit den Wegweisern: Hö? Aber das ist doch die falsche Richtung, da war ich gestern usw. Der Weg führt uns über sanfte Hügel, durch bunte Wälder und vorbei an abgeernteten Feldern. Unterwegs plaudern wir mit einem Laufentaler Bauern. Den Dialekt hab ich glaub noch nie gehört! Die Strecke ist abwechslungsreich - und irgendwie einfach schön. Immer wieder kommen wir an einsam stehenden Bauernhöfen vorbei – und plötzlich heisst es "Bonjour". Mit dem Postauto fahren wir von Soyhièrs nach Delémont.
Soyhièrs–Vicques (bzw. umgekehrt)

Aus fahrplantechnischen Gründen laufen wir heute "rückwärts". Der Nebel hängt tief in die Jurahügel. Wir wandern auf einsamen Feldwegen. Die Erde der Felder ist hier fast orange. Da es heute definitiv kalt ist, nützen wir die Gelegenheit und wärmen uns im Restaurant La Couronne auf. Die wenigen anderen Gäste begegnen uns mit freundlicher Offenheit. Ob wir denn weit wandern? Was? Von Basel nach Biel? Ein Grinsen: "Mais vous savez? Pour ça, il y a un train!". In Delémont sind wir wieder verunsichert: Aber von da kommen wir doch?!. Erst am dritten Tag werde ich dank Kartenstudium kappieren, dass man hier ein Stück weit der Route 41 folgen sollte (oder dass halt wirklich ein Kleber fehlt).

Der Nebel verzieht sich und wir haben nochmals einen wunderbaren Herbstnachmittag vor uns. Wir steigen auf zur Ruine Vorbourg, wo wir die herrliche Aussicht geniessen. Absolut irritiert, dass der Via-Weg nicht – wie im Buch erwähnt – an einer Wallfahrtskappelle vorbeiführt (die wir vom Tal unten schon bestaunt haben), gehen wir ein rechtes Stück Weg zurück und gelangen schliesslich ohne Via-Markierung zur Kapelle auf dem Felsvorsprung. Irgendwie ist die Atmosphäre in der Kapelle sehr schön. Vorbei an den stattlichen Bauernhöfen von Premier und Deuxiem Vorbourg gelangen wir ans Ziel.
Vicques–Grandval (bzw. umgekehrt)

Wegen dem Samstagfahrplan habe ich das Postauto verpasst. Da ich nicht Zeit mit Warten verlieren will, fahre ich nach Grandval und wandere wieder "rückwärts". Der Weg führt durch stockdicken Nebel über eine Pferdeweide. Wie lange ich wohl brauche bis über die Nebelgrenze? Das bunte Laub des Buchenwaldes kann ich durch den Nebel fast nur erahnen. Gerade als ich einen Moment stehen bleibe, um eine beeindruckende Felswand mit knorrigen Föhren oben drauf zu bestaunen, strahlt mich die Sonne mit voller Kraft an und wärmt meine nebelkalten Finger. Ich kann mich kaum satt sehen an den Felswänden und Bäumen – und erst recht nicht am Nebelmeer unter mir, aus dem sich viele Hochplateaus erheben. So geht es dann weiter immer bergauf.

Obwohl im Buch beschrieben, ist es dann doch speziell, oben angelangt den Blick über die plateauflachen Weiden schweifen zu lassen, wenn man doch eigentlich einen Gipfel "verdient" hätte... Schliesslich dann noch die Mutprobe Aussichtsturm – aber schön ist er schon, der Blick Richtung Delémont über die Hügelzüge und erst recht Richtung Alpen.

Beim Abstieg auf der Schattenseite des Mont Raimeux hat es etwas Schnee, entsprechend glitschig ist der Weg. Tant pis, irgendwann komme ich doch in Rebeuvelier an, allerdings bin ich doch schon recht geschafft und die Zeitangabe von 1h 20min bis nach Vicques (also für mich mindestens 2h...) motiviert mich erst recht nicht. Eigentlich habe ich es mir einfacher vorgestellt, alleine unterwegs zu sein – nichts erklären müssen, meine Ruhe haben, so langsam laufen wie´s mir passt und überhaupt – aber ein bisschen einsam ist´s jetzt schon.
Moutier–Sorvilier

Am Morgen aufwachen, mit dem Routenverlauf im Kopf und den Wanderschuhen neben dem Bett – was ich bisher genossen habe, will mir heute einfach nicht so gefallen. Aber heute ist wohl der letzte Tag vor dem Wintereinbruch, also los... In Moutier laufe ich der Hauptstrasse entlang an mehreren Postautohaltestellen vorbei – hätte ich das gewusst... Zu Beginn der Gorges de Court mache ich einen Znünihalt. Eigentlich mag ich wirklich nicht mehr - und eigentlich muss ich ja auch überhaupt nicht. Ein bisschen enttäuscht, aber ziemlich bald vor allem erleichtert durch den Entschluss, dies den letzten Wandertag sein zu lassen, mache ich mich auf den Weg.

Und nun kann ich sie auch richtig geniessen, die wirklich gut angelegte Wanderung durch die Gorges de Court. Nochmals bestaune ich senkrechte Felswände mit knorrigen Föhren, geniesse den Blick entlang der Birs und suche den besten Fotowinkel für den an der Felswand montierten Steg. Da hat man kaum Zeit, sich am Strassen- und Zuglärm zu stören...

Ab Court wird es dann aber echt langweilig: einem Bach entlang auf schnurgeradem Asphaltsträsschen! Da kann mir auch die eigentlich schöne Landschaft nicht mehr helfen. Nach fast einer Stunde lasse ich mich auf ein Bänklein sinken. Beim Kartenstudium dann der Schreck: Ich bin ja auf der falschen Talseite!? Ja, dort drüben in den Hügeln wäre es sicher schöner zum Laufen. Als ich aber weiter gehe, treffe ich auf ein Via-Jura-Zeichen, somit bin ich zwar richtig aber doch auch nicht richtig gelaufen. Als ich sehe, dass auch der Weiterweg eine Asphaltstrecke ist, steige ich in Sorvilier in den Zug und lege den Rest der Via Jura bis nach Biel bequem sitzend zurück. Am Abend mache ich noch einen gemütlichen Spaziergang durch die schöne Altstadt und geniesse den Sonnenuntergang am See.
Acht, neun Tage – einfach nur für mich. Einfach unterwegs sein, bummeln, geniessen...
Basel–Aesch

Direkt vor der Bahnhofshalle entdecke ich erfreut den ersten 80-Via-Jura-Wegweiser. Allerdings verliere ich die Markierung bereits nach dem zweiten oder dritten Fussgängerstreifen. Mit den offiziellen Stadtmarkierungen bummle ich durch die Basler Altstadt. Tinguely-Brunnen, Barfüsserplatz, Rathaus, Schifflände. Der erste Blick auf den grossen, gemächlich dahinfliessenden Rhein beeindruckt mich. Hier folge ich nun wieder der Via-Jura-Markierung zum Münster und ins St.-Alban-Tal. Der Weiterweg zum St.-Jakob-Park führt einem Kanal entlang. Die Strecke zieht sich in die Länge... Schliesslich komme ich doch noch an und bin durchaus beeindruckt von dem grossen Bau.

Durch bunten Herbstwald bummle ich mal mit, mal ohne Regenausrüstung der Birs entlang. Vorbei an Holzbrücken, Wasserfällen (also eigentlich eine Wehr), Maisfeldern und Herbstwaldhügel. Die Reinacher Heide gefällt mir: Föhren und Eichen stehen verstreut zwischen gemähten Grasstreifen, verwilderte Hecken und trockenen Schotterfeldern. In Dornach führt mich die Brücke des Johannes von Nepumuk direkt ins Coop, wo ich mir ein Picknick kaufe. Weiter der Birs entlang, durch bunten Uferwald, gelange ich nach Aesch.
Aesch–Blauen

Hm, während ich der Hauptstrasse nach Pfeffingen folge, fahren etwa drei Ortsbusse an mir vorbei… Endlich habe ich den Asphalt hinter mir und werde kurz darauf von der Burgruine Pfeffingen in Bann genommen: Eine so schöne Ruine mitten im goldgelben Wald, das ist jetzt einfach wirklich fotogen! Bald komme ich an einem Rebberg vorbei. Die Beiz ist leider geschlossen. Es ist wunderbar, durch das raschelnde Laub, an Waldrändern entlang und über Weiden weiter zu wandern. Mein Blick schweift über Jurahügel, bleibt immer wieder an den typischen – mir so ungewohnten - Felsen hängen… Den Abstieg von Blauen nach Zwingen überlasse ich dem Postauto.
Zwingen–Laufen

Gummistiefel- und Regenhut-Tag. In Zwingen besichtige ich die uralte Wasserburg. Der Weg von Zwingen nach Laufen ist so ein "das-muss-halt-auch-sein-Abschnitt", auf Kiesweg den Bahngleisen entlang. Dafür lässt es sich wunderbar durch die hübsche Altstadt von Laufen schlendern.
Laufen–Soyhièrs

Heute habe ich Begleitung, da bin ich fast froh. In Laufen haben wir zuerst ein Durcheinander mit den Wegweisern: Hö? Aber das ist doch die falsche Richtung, da war ich gestern usw. Der Weg führt uns über sanfte Hügel, durch bunte Wälder und vorbei an abgeernteten Feldern. Unterwegs plaudern wir mit einem Laufentaler Bauern. Den Dialekt hab ich glaub noch nie gehört! Die Strecke ist abwechslungsreich - und irgendwie einfach schön. Immer wieder kommen wir an einsam stehenden Bauernhöfen vorbei – und plötzlich heisst es "Bonjour". Mit dem Postauto fahren wir von Soyhièrs nach Delémont.
Soyhièrs–Vicques (bzw. umgekehrt)

Aus fahrplantechnischen Gründen laufen wir heute "rückwärts". Der Nebel hängt tief in die Jurahügel. Wir wandern auf einsamen Feldwegen. Die Erde der Felder ist hier fast orange. Da es heute definitiv kalt ist, nützen wir die Gelegenheit und wärmen uns im Restaurant La Couronne auf. Die wenigen anderen Gäste begegnen uns mit freundlicher Offenheit. Ob wir denn weit wandern? Was? Von Basel nach Biel? Ein Grinsen: "Mais vous savez? Pour ça, il y a un train!". In Delémont sind wir wieder verunsichert: Aber von da kommen wir doch?!. Erst am dritten Tag werde ich dank Kartenstudium kappieren, dass man hier ein Stück weit der Route 41 folgen sollte (oder dass halt wirklich ein Kleber fehlt).

Der Nebel verzieht sich und wir haben nochmals einen wunderbaren Herbstnachmittag vor uns. Wir steigen auf zur Ruine Vorbourg, wo wir die herrliche Aussicht geniessen. Absolut irritiert, dass der Via-Weg nicht – wie im Buch erwähnt – an einer Wallfahrtskappelle vorbeiführt (die wir vom Tal unten schon bestaunt haben), gehen wir ein rechtes Stück Weg zurück und gelangen schliesslich ohne Via-Markierung zur Kapelle auf dem Felsvorsprung. Irgendwie ist die Atmosphäre in der Kapelle sehr schön. Vorbei an den stattlichen Bauernhöfen von Premier und Deuxiem Vorbourg gelangen wir ans Ziel.
Vicques–Grandval (bzw. umgekehrt)

Wegen dem Samstagfahrplan habe ich das Postauto verpasst. Da ich nicht Zeit mit Warten verlieren will, fahre ich nach Grandval und wandere wieder "rückwärts". Der Weg führt durch stockdicken Nebel über eine Pferdeweide. Wie lange ich wohl brauche bis über die Nebelgrenze? Das bunte Laub des Buchenwaldes kann ich durch den Nebel fast nur erahnen. Gerade als ich einen Moment stehen bleibe, um eine beeindruckende Felswand mit knorrigen Föhren oben drauf zu bestaunen, strahlt mich die Sonne mit voller Kraft an und wärmt meine nebelkalten Finger. Ich kann mich kaum satt sehen an den Felswänden und Bäumen – und erst recht nicht am Nebelmeer unter mir, aus dem sich viele Hochplateaus erheben. So geht es dann weiter immer bergauf.

Obwohl im Buch beschrieben, ist es dann doch speziell, oben angelangt den Blick über die plateauflachen Weiden schweifen zu lassen, wenn man doch eigentlich einen Gipfel "verdient" hätte... Schliesslich dann noch die Mutprobe Aussichtsturm – aber schön ist er schon, der Blick Richtung Delémont über die Hügelzüge und erst recht Richtung Alpen.

Beim Abstieg auf der Schattenseite des Mont Raimeux hat es etwas Schnee, entsprechend glitschig ist der Weg. Tant pis, irgendwann komme ich doch in Rebeuvelier an, allerdings bin ich doch schon recht geschafft und die Zeitangabe von 1h 20min bis nach Vicques (also für mich mindestens 2h...) motiviert mich erst recht nicht. Eigentlich habe ich es mir einfacher vorgestellt, alleine unterwegs zu sein – nichts erklären müssen, meine Ruhe haben, so langsam laufen wie´s mir passt und überhaupt – aber ein bisschen einsam ist´s jetzt schon.
Moutier–Sorvilier

Am Morgen aufwachen, mit dem Routenverlauf im Kopf und den Wanderschuhen neben dem Bett – was ich bisher genossen habe, will mir heute einfach nicht so gefallen. Aber heute ist wohl der letzte Tag vor dem Wintereinbruch, also los... In Moutier laufe ich der Hauptstrasse entlang an mehreren Postautohaltestellen vorbei – hätte ich das gewusst... Zu Beginn der Gorges de Court mache ich einen Znünihalt. Eigentlich mag ich wirklich nicht mehr - und eigentlich muss ich ja auch überhaupt nicht. Ein bisschen enttäuscht, aber ziemlich bald vor allem erleichtert durch den Entschluss, dies den letzten Wandertag sein zu lassen, mache ich mich auf den Weg.

Und nun kann ich sie auch richtig geniessen, die wirklich gut angelegte Wanderung durch die Gorges de Court. Nochmals bestaune ich senkrechte Felswände mit knorrigen Föhren, geniesse den Blick entlang der Birs und suche den besten Fotowinkel für den an der Felswand montierten Steg. Da hat man kaum Zeit, sich am Strassen- und Zuglärm zu stören...

Ab Court wird es dann aber echt langweilig: einem Bach entlang auf schnurgeradem Asphaltsträsschen! Da kann mir auch die eigentlich schöne Landschaft nicht mehr helfen. Nach fast einer Stunde lasse ich mich auf ein Bänklein sinken. Beim Kartenstudium dann der Schreck: Ich bin ja auf der falschen Talseite!? Ja, dort drüben in den Hügeln wäre es sicher schöner zum Laufen. Als ich aber weiter gehe, treffe ich auf ein Via-Jura-Zeichen, somit bin ich zwar richtig aber doch auch nicht richtig gelaufen. Als ich sehe, dass auch der Weiterweg eine Asphaltstrecke ist, steige ich in Sorvilier in den Zug und lege den Rest der Via Jura bis nach Biel bequem sitzend zurück. Am Abend mache ich noch einen gemütlichen Spaziergang durch die schöne Altstadt und geniesse den Sonnenuntergang am See.

Le carnet de route se trouve sur:

ViaJura route-080
ViaJura
Basel–Biel
Vers l’itinéraire