Herdenschutzgebiete auf einen Klick: Das müssen Sie wissen

Martin Utiger, Du bist bei SchweizMobil zuständig für Neuerungen auf Webseite, Webkarte und in der App. Auf der SchweizMobil-Webkarte werden neu Alpweiden mit Herdenschutzhunden angezeigt. Welchen konkreten Nutzen hat dies für Wanderer und Biker?
Martin Utiger: Habe ich Angst vor Hunden oder bin mit dem eigenen Hund unterwegs, sehe ich auf der Webkarte schon bei der Planung meiner Tour, welches Gebiet ich besser meide, da ich dort auf Schafherden mit Schutzhunden treffen könnte. Diese Gebiete erscheinen auf der Karte als gelbe Fläche. Sie können auf map.schweizmobil.ch im Menü unter «Natur / Landschaft» aufgerufen werden. Wenn ich ein Gebiet anklicke, erhalte ich detaillierte Informationen. Etwa ob die Schutzhunde während der ganzen Saison oder nur zu bestimmten Zeiten auf der Alp sind oder wie ich mich den Hunden gegenüber verhalten soll.

Und wenn ich nicht zuhause alles plane? Sehe ich die Gebiete auch unterwegs auf dem Handy?
Martin Utiger: Die Webkarte map.schweizmobil.ch ist natürlich auch unterwegs auf dem Smartphone nutzbar, sofern ich Internet-Empfang habe. In der App von SchweizMobil sind die Herdenschutzgebiete voraussichtlich ab Saison 2019 ebenfalls nutzbar, auch offline.

Felix Hahn, Du bist bei Agridea zuständig für die Herdenschutzhunde. Im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) koordiniert Agridea das nationale Herdenschutzprogramm. Wie entstand die Idee zur Zusammenarbeit mit SchweizMobil?
Felix Hahn: Agridea ist mit dem Wunsch an SchweizMobil herangetreten, die Informationen zu den Einsatzgebieten der Herdenschutzhunde im Sömmerungsgebiet, sprich auf den Alpen, via schweizmobil.ch zu veröffentlichen. SchweizMobil ist als nationale Informationsplattform mit über dreieinhalb Millionen Nutzern ideal für die Verbreitung dieser Informationen. Um dieses Ziel zu erreichen, mussten sich verschiedene Partner auf ein gemeinsames Vorgehen und standardisierte Informationen einigen.

Für die Publikation der Schutzhunde auf SchweizMobil waren also umfassende Vorarbeiten notwendig. Warum war dies so komplex?
Felix Hahn: Zuerst galt es, den Informationsfluss zu entwickeln und festzulegen, welche Informationen überhaupt gegeben und wie diese auf den Webkarten dargestellt werden sollen. Darüber mussten sich das BAFU, Agridea, SchweizMobil und swisstopo einigen. Letztlich wurde entschieden, dass die Informationen von Agridea an swisstopo geliefert werden, wo sie von SchweizMobil und weiteren Datenbezügern übernommen werden können. Auf map.schweizmobil.ch oder map geo.admin.ch von swisstopo sind bereits viele andere Informationen enthalten. Es musste also berücksichtigt werden, dass diese nicht durch die Einsatzgebiete der Hunde überdeckt werden. Kurz: Es waren viele Fragen zu klären, sowas braucht Zeit.

Welche Arbeiten waren seitens SchweizMobil notwendig?
Martin Utiger: Dank der sorgfältigen Vorabklärungen, die Felix eben erläutert hat, kann SchweizMobil die Informationen über Schutzhunde unverändert von der Datenschnittstelle von map.geo.admin.ch übernehmen und in die eigene Webkarte integrieren. Natürlich musste dazu im Menu der Webkarte eine neue Rubrik eingefügt werden. Wir haben sie «Natur | Landschaft» genannt. Dies, weil wir in Zusammenarbeit mit dem Verein «Netzwerk Schweizer Pärke» gleichzeitig auch die Gebiete der Schweizer Pärke in unsere Webkarte integriert haben.

Wie werden die Informationen zu den Schutzhunden überhaupt zusammengetragen und aktualisiert?
Felix Hahn: Die Informationen werden von Agridea immer im Frühling von den Bewirtschaftern der verschiedenen Alpweiden gesammelt und aufbereitet. Dazu gehört auch das Erfassen jener Gebiete, wo in der bevorstehenden Saison Herden durch Hunde beschützt werden sollen. Dies machen wir mit einem geografischen Informationssystem (GIS). Die verbalen Informationen werden so erfasst, dass sie für die ganze Saison, in der die Hunde im Einsatz sind, Gültigkeit haben.

Sind diese Informationen nur elektronisch einsehbar oder werde ich auch vor Ort auf Gebiete mit Schutzhunden hingewiesen?
Felix Hahn: An wichtigen Start- oder Wegpunkten von signalisierten Wander- oder Mountainbikerouten, die durch ein Gebiet mit Herdenschutzhunden führen, stehen oft sogenannte Besucherlenkungstafeln von Agridea. Diese weisen einerseits auf die Einsatzgebiete der Hunde in der Region und das korrekte Verhalten den Hunden gegenüber hin. Nach Möglichkeit zeigen sie auch Alternativrouten auf zur Umgehung von Herde und Hunden sowie Wanderwegabschnitte, die mit einem Zaun von der Herde abgetrennt sind.

Wenn wir schon beim Thema Routen sind: Welches ist eure Lieblingsroute von SchweizMobil?
Felix Hahn: In diesen heissen Tagen ist es die Wanderlandroute 95, Au fil du Doubs. Diese Wanderung kann ich gut mit der Familie machen und wenn der Schatten der wunderbar wilden Wälder nicht mehr ausreicht, bietet sich vielerorts ein Bad im Doubs an.
Martin Utiger: Ich mag die Inn-Route, die Nr. 65 von Veloland. Sie führt über verschiedene Geländestufen von Maloja bis Martina und man ist umringt von einer fantastischen Alplandschaft. Wer will, kann dem Inn-Radweg bis an die Donau folgen. Langweilig wird diese Reise bestimmt nicht.