Cycling in Switzerland

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The travel report lies on:

Jura Route route-07
Jura Route
Basel–Nyon
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Alpine Panorama Route route-04
Alpine Panorama Route
St. Margrethen–Aigle
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Meine «Tour de Suisse» oder «Tour de Ländle»

Meine «Tour de Suisse» oder «Tour de Ländle»

Eine angesagte, kurze Schönwetterperiode konnte ich für mein lange gehegten Wunsch, mit meinen bald 61 Jahren die Alpenpanoraramatour zu fahren nutzen.
vom Dienstag den 31. Juli bis Montag den 6 August 2007

Eine angesagte, kurze Schönwetterperiaode konnte ich für mein lange gehegten Wunsch, mit meinen bald 61 Jahren die Alpenpanoraramatour zu fahren nutzen.
Dienstag 31. Juli 2007:
Lindau bis Wattwil

Mit dem Zug geht es von Herrenberg mit nur einmal umsteigen nach Lindau.

Nach obligatorischem Startfoto mit der malerischen Hafenausfahrt geht’s mit Elan auf dem Radweg Richtung Bregenz.

In Bregenz verlasse ich den Radweg wegen „Überfüllung“ um flotter nach St. Margarethen zu kommen. – Ich will Berge -.
Das Verlassen des Radweges hat zur Folge, dass ich den Radweg Nr. 4 in Margarethen nicht mehr finde.

So geht es halt auf der absolut leeren Strasse ab Lustenau bis nach Schachen die Strasse hoch, wo an der ersten Kreuzung auch der Radweg 4 einmündet, dem ich jetzt folge.
Ab Oberegg rasante Abfahrt nach Heiden, und wieder hoch nach Trogen.

Immer wieder gibt es schöne Ausblicke auf den Bodensee.
In stetem Auf und Ab geht es durchs Appenzellerland bis Appenzell. Immer mit dem Blick auf das Säntismassiv.
Dort ist die erste Rast angesagt bevor das letzte Tagesdrittel mit rasanten Abfahrten und giftigen Anstiegen mit teils über 15% in Angriff genommen werden.

Den Anstieg ab Urnäsch meistere ich noch im 2. Gang, aber vor dem letzten, zum Glück nur knapp 200HM Anstieg auf 2 km vor Hemberg, kommt der 1. Gang zum Einsatz.

Zum Ausgleich kommen die letzten 4km, 300HM talwärts nach Wattwill nur noch die Bremsen zum Einsatz.

Auf die Nachfrage nach einem Hotel wird mir das Hotel Löwen empfohlen, das auch im Velolandführer aufgeführt ist.
Ich bekomme ein schönes Einzelzimmer, das Velo parkt in der Garage beim Töff des Gastwirts, das Essen ist gut und der Schlaf danach nicht minder.

Tagesleistung: 98,58km, 1568 HM, Fahrzeit 6:43:34, Kcal: 4522,

angenehme Temperaturen, max. 27°C, wolkenloser Himmel.
Mittwoch 1. August:
Wattwill bis Flüelen und Schiff bis Beckenried

Nach einem ausgiebigen Frühstück starte ich pünktlich um 8 Uhr 15.

Bereits nach 2 km kommt der Radweganstieg zum Rickenpass. 12-15%, so richtig zum warmfahren. Die Windweste wird ausgezogen die langen Überziehhosen lasse ich noch an. Auf kleiner Strasse geht es stetig bergan. Alle Häuser mit Schweizerfähnchen , teilweise mit weiss-rotem Blumenbukett, geschmückt.

Heute hat die Schweiz Geburtstag – Nationalfeiertag.

Auf dem Rickenpass, der nach 8 km erreicht ist, habe ich einen schönen Ausblick auf den Zürichsee der von dem frühen Morgenlicht ausgeleuchtet wird. Die Berge des Glarnerlandes sind noch nicht im Gegenlicht, so das die Schneefelder der Gipfel besonders weiss leuchten.

Ich bin froh, die langen Hosen noch anzuhaben. Kalt ist es heroben.

Es sind schon viele Radler unterwegs, die den Feiertag und das herrliche Wetter nutzen.

Die Beschilderung ist erstklassig. Vor allem an den Bahnhöfen und Hauptkreuzungspunkten der Radwege sind die Beschilderungen so ausführlich, dass man ohne Karte auskommen könnte.

Ab Ziegelbrücke biegt der Radweg ab ins Linthal Richtung Klausenpass.

Nach Linthal auf einer schattigen Bank ist die erste Rast zur Stärkung vor dem nun beginnenden Anstieg. Mit auf der Bank ein Rennradler in meinem Alter, der den Pass bereits von der anderen Seite bezwungen hat. Angeblich ist er um 5 Uhr in Zug gestartet für eine „kleine“ Feiertagsrundfahrt.
Am nächsten Brunnen werden die Flaschen wieder gefüllt, ich schalte zurück und kurble in ruhigem Tritt den Berg hoch.
Die gleichmässige Steigung der Strasse ist angenehm.

Ich sehe nicht auf die Uhr, ich habe Zeit. Von vielen Rennvelos werde ich überholt. Die meisten grüssen mich mit meinem Gepäck respektvoll.

Talwärts fahrende Rennvelofahrer knattern wie Maschinengewehre, wegen ihren dünnen, im Wind flatternden Windwesten.

Nach ca. 2 Stunden habe ich den Urnerboden erreicht. Das kurze Hochtal ist eine Wohltat für die Beine.

Regelmässig werden die Flaschen an den zum Glück zahlreichen Brunnen mit kühlem Wasser wieder aufgefüllt.

Mein Thermometer zeigt konstant 34-35°C. Bis zum Gipfel habe ich rund 10l Wasser durchgeschwitzt.

Im Gasthaus am Urnerboden gibt es eine relativ kurze Rast. Ich will auf den Gipfel.

Gleichmässig mit 6-7 kmh geht es im ersten Gang die Serpentinen hoch.

Die Aussicht wechselt stetig. Einmal Berg, einmal Tal.
Einige Fotostops sind eine willkommene Rast.

Nach rund 4 Stunden bin ich auf der Passhöhe, Ich fühle mich immer noch gut. Es lohnt sich mit dem Gepäck langsam zu fahren und mit den Kräften zu haushalten.

Eines ist sicher. Den Klausenpass möchte ich mal ohne Gepäck fahren. Das ist dann wohl wie fliegen.

Die Abfahrt nach Altdorf ist grossartig. Vorbei an den gefährlichen Passagen, wo einige Töfffahrer in ihrem Unverstand und Selbstüberschätzung den 1000m Abflug wagen und ihre Angehörigen dann sagen die Strasse ist schuld. Die Natur ist nie schuld!

1450 HM werden auf rund 30 km vernichtet. In einer Stunde bin ich unten.

In Flüelen an der Schiffslände mache ich im Restaurant Rast. 2 Rennvelofahrer sitzen auch da, und wundern sich, dass ich mit meinem „Hausstand“ wie sie sagen, über den Pass gefahren bin. Noch mehr wundern sie sich, dass ich damit weiter will bis Genf oder noch mehr. Und vor allem meine 2Gang-Schaltung beeindruckt sie.

Rohloffschaltungen sind in der Schweiz wohl unbekannt. Sie halten das Teil für eine gebirgsfähige Trommelbremse. Ich lasse sie bei ihrem Glauben.

Sie raten mir dringend ab, heute Abend noch die Axenstrasse nach Brunnen zu fahren. Ich würde ja sehen wie der Heimwertsverkehr der Feiertagsausflügler bereits im Gange ist. Sie würden auch das letzte Schiff nehmen.

Die Entscheidung fällt mir nach der zurückgelegten Strecke leicht.

Im Veloführer suche ich nach Hotels in Beckenried. Nach dem 3. Anruf habe ich ein Zimmer reserviert.

In Brunnen muss ich umsteigen. Um 19 Uhr 45 kommen wir in Beckenried an. Mein Hotel sehe ich schon vom Schiff und bin dann nach ca . 500m Fahrstrecke da.

Hotel Edelweiss, direkt am See mit Seeterrasse zum geniessen den 1. August-Feuerwerkes.

Das Zimmer ist schlicht. Das Essen sehr gut. Ich esse ein komplettes Menü und nach dem Nachtisch noch ein Glacier extra. Ich habe es mir verdient. Die verbrauchteb Kcal müssen wieder aufgefüllt werden.

Das Feuerwerk ist nicht überwältigend. Ich glaube, die Schweizer müssen auch sparen.

Tagesleistung: 107,84Km + ca.25km Schifffahrt, 1832 HM, Fahrzeit 9:15:59, 5556 kcal

Temperatur zu heiss und trocken, 30 – 36°C, Wolkenloser Himmel.

Der Wetterbericht sagt für morgen nachmittags aufziehende Gewitter voraus.
Beckenried – Brünigpass – Brienz

Der Blick aus dem Fenster auf den See ist der reine Frust.
Starkregen, jeder Tropfen auf der Strasse macht eine Fontäne, Wolken bald bis zum Boden.

Erst mal frühstücken. Ich frühstücke ausgiebig –ausgiebig – ausgiebig. Und tatsächlich der Regen hört auf, die Wolken werden lichter und einige blaue Flecken zeigen sich.
Man sollte dem Wetterbericht nie trauen, oder doch?
Es ist 20°C warm. Um 8 Uhr 20 setzte ich mich auf´s Velo.Ziemlich flott geht es trotz des starken Gegenwindes Richtung Sarnen.

Bereits nach 5 km ziehen sich die Wolken wieder zusammen. Es wird dunkel.

Ich rette mich rechtzeitig unter ein Tankstellendach und warte erst mal ab. Nach ca. 10 Minuten entschliesse ich meine Regenausrüstung anzulegen.

Zuerst die Gamschen. Es gibt für mich nichts schlimmeres als nasse Füsse. –Und wo soll ich die Schuhe trocken bekommen ?-
Dann die Regenhose, Anorak Kapuze, Helm. Ein Auto kommt zum Tanken mit Kindern auf dem Rücksicht. Die freuen sich köstlich über meine Anziehakrobatik.

Nach ca. 20 Minuten Pause geht es ín dem scheinbar nachlassendem Regen weiter.

Nach weiteren 10km beginnen die ersten kurzen Anstieg mit Zwischenebenen.

In Kerns verliere ich im Regen den Radweg. Ein „leider“ anwesender Passant schickt mich in die falsche Richtung. Der erste abgehende, am Anfang asphaltierte Weg mit Richtungsangabe Sarnen endet im Nichts auf einer Wiese. Also umgedreht und weiter hochgefahren.

Der 2 Weg, ähnlich dem ersten kommt an einem Bauernhof vorbei, bei dem der Asphalt endet.

Meine Frage geht es hier weiter nach Sarnen wird bejaht. Der Weg verengt sich zum steilen Abwärts-Singletrail mit glitschigen Steinen und Wurzeln. Meine Vollfederung kann sich voll beweisen.

Nach einer Rechtskurve gibt es eine Rutschbremsung, die Schuhe sind vorsichtshalber nicht eingeklinkt gewesen.

Ein Felsabsturz versperrt den Weg. Also Rad rübertragen mit den Galoschen an den Schuhen die das griffige Profil um gut die hälfte reduzieren.

Es gelingt ohne Ausrutschen und bald wird der Weg besser und Sarnen kommt in Sicht.

Unten wate ich mit den Galoschen durchs nasse Gras um den Schmutz abzuwaschen.

Das Wetter hellt sich wieder auf. Ich ziehe Hose und Anorak aus. Das Hemd wird gegen ein trockenes gewechselt. Die Überschuhe bleiben wegen den grossen Pfützen an. Ich glaube ich gebe so ein grossartiges Bild ab.

Die Zweifel ob ich den Glaubenbuelenpass oder wegen des Wetters den Brüning fahren soll kommen wieder auf.
Ich esse zu Mittag in einem kleinen Restaurant in Giswil kur vor dem Passeinstieg.

Nach dem Essen ist die Sache klar, es zieht wieder zu.
Ich lasse den Glaubenbuelen aus und fahre über den Brüning. Die Entscheidung war richtig.

Auf den Brüningpass gibt es ab Giswil einen neuen Radweg auf der anderen Flussseite zur Autostrasse. Es ist ein genial einfache Lösung. 2km konstant 12% den Berg hoch.

Ziemlich genau in der Mitte zwingt mich der Regen wieder in die „Gummikleidung“. Das Anfahren mit Gepäck bei 12% und 2,5m Straßenbreite hat es auch in sich.

Am Lungerer See angekommen wird der Regen zum ersten Wolkenbruch, den ich unter dem Vordach der Molkerei abwarten kann. Dann geht es rechts des Lungerer See`s auf einem Feinkiesweg weiter. Die Strasse auf der anderen Seeseite wäre bei dem Wetter besser gewesen.

Da der weitere Radweg zum Brüningpass mit über 12% und anteilsweisse Naturstrasse ausgewiesen ist, entscheide ich mich für die relativ leere Autostrasse zum Pass. Zum Glück.
An der Aussichtskurve zum Lungerer See, geht das Gewitter mit Blitz und Donnerschlag richtig los. An der Kurve ist ein winziges Rundpavillon.

Meine Fahrrad und ich passen gerade so rein. Und dann schüttet es wie aus Kübeln gegossen. Der Regen geht wie ein Vorhang vor dem Pavillon nieder. Auf der Strasse werden Steine heruntergeschwemmt. Es wird nahezu Nacht und die Temperatur fällt auf 12°C. Es ist saukalt. Nach 20 Minutenlässt der Regen etwas nach und ich strample mich die letzen 3km und 150HM bis zur Passhöhe wieder etwas warm.

Im Bahnhof finde ich eine Toilettentrakt in dem ich mit dem Fahrrad rein kann.

Alles nasse ausziehen, abtrocknen, Wintertrikot für die Abfahrt und zusätzliche Jacke werden angezogen.

Vorsichtig fahre ich die 400HM auf der regenglitschigen Strasse zum Brienzer See hinunter.

Die Kälte beflügelt meinen Tritt und ich fahre schneller die letzen 5 Km nach Brienz als die 6 km vom Pass herunter.
In Brienz fahre ich direkt über die Rollstuhlrampe in das Informationsbüro. Das Personal ist so verduzt, dass sie das als normal annehmen.

Nach dem 2 Telefonat des etwas ratlosen Infomädchens habe ich ein Zimmer im Hotel Sternen direkt am See. Sie kann nicht versehen, dass mir der Preis egal ist. – Bei dem Wetter.- Um 15Uhr 15 bin ich im Hotel.

Ich bekomme ein Doppelzimmer mit EtagenDusche/WC mehr ist nicht mehr frei.

Das Velo parkt abgeschlossen in einem Gymnastikraum gross wie ein Turnsaal.

Das Dusch-WC wird von mir in der kommenden Nacht als Trockner umfunktioniert. Ein kleiner Elektroheizköper ist an der Wand unter dem Badetuchhalter. Also Stecker rein. Voll aufgedreht, Licht anlassen damit die Luftabsaugung läuft und die Tür einen Schlitz offen.

Alle Kleidungsstücke hänge ich auf Bügeln an die Handtuchstange und die Duschquerstange und lasse meinen Trockner die ganze Nacht laufen.

Am Morgen ist alles frischgewaschen und trocken.
Das Essen ist gut und das Frühstück ausreichend.

Tagesleistung: 61,19km, 830HM, Fahrzeit 6:39:35, kcal 3012

Temperatur : warm bis saukalt 20 – 12°C und extrem nass.
Freitag 3. August:
Brienz – Simmental – Jaunpass – Gruyere -Neirivue

Der Morgen ist so wie der Abend endete. Die Berge spielen Verstecken. Ich frühstücke erst mal ausgiebig. Als ich meine Velo mit den Taschen belade fängt es an zu nieseln – trotz blauer Himmelsflecken.

Ich warte noch ein Weilchen, es hört auf, ich ziehe wenigstens die Regenjacke an, die langen Überhosen sowieso bei 15°C und starte Richtung Interlaken.

Die weitere Richtung ist noch nicht entschieden.

Die Strasse ist nahezu autofrei und es geht in stetem Auf und Ab.

Von einer erklommenen Anhöhe geht es mit rasanter Fahrt auf der Hauptstrasse hinein nach Interlaken. Auch hier ist für den Velofahrer bestens mit extra Fahrstreifen gesorgt.
In Interlaken durchfährt man erst mal einen Park mit blätterlosen Bäumen und plattgewalzten Blumenbeeten. Ein Hagelunwetter hat vor ca. 14 Tagen alles zusammengeschlagen mit golfballgrossen Hagelkörnern.

Ich mache eine Innenstadtbesichtigungsrundfahrt und lasse mir von einem Taxifahrer den Weg nach Spiez beschreiben.
Der Radweg geht teils auf der Hauptstrasse mit 2m Radstreifen, teils auf schönen Uferweg am See entlang.
Auf der Strasse nach Spiez fällt die Entscheidung. Links sind Berge, rechts von Thun Richtung Bern wird es flach. Links schauen blaue Wolkenlücken hervor, rechts sind Wolken. Also auf in die Berge, rein in das Simmental. Ich gehe nicht auf die Route 4 zurück, ich werde erst nach Überwindung des Jaunpasses vor Bulle wieder auf sie stossen.

Ich fahre jetzt auf der Route 9, dem Seen-Radweg, durch einen schluchtartigen Einschnitt neben der Bahnlinie auf kleiner Asphaltstrasse in das Tal.

In Kleindorf versorge ich mich im winzigen Dorfladen mit belegten Schinkenbrötchen, die werden schön in Frapan verpackt, und Bananen. Aber alles ist da und sehr sauber.

Der Radweg verbindet die einzelstehenden Gehöfte miteinander, was einige Höhenmeter und kleine Abfahrten erbringt. An einem Hof muss ich die Säue im Freigehe fotografieren. Die mächtigste Sau – wohl eine Wildschweinkreuzung- die ich je gesehen habe.

Der Weg geht über in einen Schotter-Schmutz Singletrail direkt neben Bach und Bahn.

Der Regen hat so starke Spuren hinterlassen das ich mich entschliesse hoch auf die Strasse und dort bis Reidenbach, zum Anfang des Jaunpasses, weiterzufahren.

Damit durchfahre ich die kleinen Ortschaften mit ihren mächtigen blumengeschmückten Holzhäusern.

Das Wetter wird immer schöner, die Temperaturen liegen angenehm bei 20°C, die Berggipfel sind wolkenfrei, was will ich mehr.

Ich lege wieder meine Berggeschwindigkeit an und kurble langsam die Serpentinen hinauf. Serpentinen liebe ich. Einmal hat man den Blick dahin wo man hin will, dann den wo man herkommt.

Auf ca. halber Höhe, steht ein einsamer Bergasthof direkt an der Strasse mit 2 Ausflüglern auf der Bank. Grund genug einen Schwätzpause mit Apfelschorle einzulegen.

Um einiges leichter geht es voll hoch bis zur Passhöhe.
Da ist zuerst mal wieder anziehen angesagt.

Jetzt geht es ca. 25km mit 800AM talwärts. Die ersten 5km vernichten 500HM was 10% Gefälle entspricht. Es gibt nur wenige Kurven. So wird es eine rasante Abfahrt.

Das Tal ist wunderschön, Ein grossartiger Wasserfall der bei „zur Eich“ aus der Felswand schiesst muss natürlich fotografiert werden.

Beim Lac de Montsalvence überfährt man die Schlucht mit einer mächtigen Brücke und nach kurzem Gegenanstieg rausche ich bei 14% Gefälle Richtung Bulle.

Ein Fotografierstop beim ersten Blick auf den Lac de la Gruyere ist obligatorisch.

Der Blick nach Norden zeigt den See und das Hügelland, der blick nach Süden Gruyere auf einsamem Bergkegel, und dahinter die Berge von Haute Gruyere.

Ich bin wieder auf der Route 4. Sie führt um den Bergkegel mit dem Chateau und dem mittelalterlichen Städtchen rechts herum.

Ich fahre hoch bis zum Schloss. Die Automobilisten müssen das zu Fuss machen.

Den Touristenrummel bin ich nicht mehr gewöhnt. Es geht zu wie auf dem Jungfraujoch.

Aber die alte Innenstadt ist sehr schön, Kieselkopfsteinpflaster. Gerne würde ich hier übernachten. Das nette Mädchen von der Information kann mir aber nichts annehmbares anbieten.

Also fahre ich weiter Richtung Montbovon . In Neiriviue steht bei der Kirche das Auberge de Lion d´or mmit einem Schild –OUVERT, CHAMBRES TOUT COMFORT;DES 60FR- Glück muss der Mensch haben. Es ist 17 Uhr 30.

Es ist ein älteres Haus, wie halt in der Schweiz, 80cm dicke Wände, und innen alles nagelneu renoviert. Die Gaststätte und die Zimmer, wunderbar.

Das Essen ist sehr gut. Mit meinem gegen 0 gehenden Französisch und dem kleine Sprachführer komme ich bestens zurecht. Beide Seiten geben sich die grösste Mühe.
Abends ist das Lokal rappelvoll. Heute ist Fondue-Tag für 19Franken/Person.

Die Portionen sind absolut Radfahrer gerecht,

Tagesleistung: 114,27km, 1443HM, Fahrzeit 8:27:37, kcal 4270

Für morgen ist wolkenloses Wetter angesagt – da freut sich der Radler.
Samstag 4. August:
Neiriviue - Lac de L´Hongrin - Aigle – Montreux-Lausanne Etoy

Ein strahlender Morgen begrüsst mich. Es ist noch frisch. Aber nach dem Frühstück wird die Kurze Hose und die Windweste bereits ausreichen.

Frühstück gibt es erst ab 8Uhr30. Hier gehen die Uhren anders.

Natürlich gibt es kein Frühstücksbüfett für uns 3 Gäste. Aber jeder bekommt mehr als genug. Vor allem Käse.
Kurz nach 9 Uhr starte ich Richtung Montbovon. Am Bahnübergang muss ich warten bis der Golden-Pass-Express passiert ist. Im kleinen Ladengeschäft decke ich mich mit Proviant für die Auffahrt zum Lac de L´Hogrin ein. Gleich am Ortausgang weist das Velo-Schild 4 rechts aufwärts.
Gleichzeitig lockt die Schlucht in die links Hauptstrasse Richtung Chateau-dÓex führt mit dem Velo-Schild 9 . Beide Wege führen nach oben.

Ich entscheide mich für rechts, die steile, autofreie einsame Variante.

Zuerst durch Almen, bis zur letzen Zughaltestelle geht es moderat. Dann wird die Strasse schlechter, für Rennvelos kaum mehr fahrbar, teilweise schotterig und durch Schluchtwege an steilen Felswänden entlang, nasskühlen Blättertunnels geht es stetig aufwärts. Eine Jungviehherde versperrt den Weg, den sie nach einigen rufen jedoch freigibt. 4 Töfffahrer rattern verbotener Weise an mir vorbei.

Das waren die einzigen Begegnungen.

Auf knapp 1400m fahre ich durch einen unbeleuchteten Tunnel des helles Ende als Zielpunkt anvisiert wird, dann stehe ich vor der Staumauer.

Noch ein kurzer Anstieg und dann die Abfahrt zur Staumauer.
Ich fahre über die Mauer bis zum Mitte. Ein fantastischer Blick von oben in das Tal ist die Belohnung.

Bei der Weiterfahrt umfahre ich nahezu den ganzen See. Bis Lac Lecerette gibt es noch einen giftigen Anstieg mit rasanter Abfahrt.

An der Seespitze parken einige Autos. Hier geht es rechts ab immer über dem See in schwungvollem auf und ab auf breiter Strasse durch den Militärschiessplatz.

Einige alte Panzer zeigen das demonstrativ auf.

Alle Bachtobel sind mit Brücken überbaut die durchnummeriert sind. 48 zähle ich.

Ich erreiche ein jüngeres Paar die auch mit Gepäck unterwegs sind, Sie sind die einfachere Route hochgefahren. Wir fahren ein Stück gemeinsam undeerreichenso den ersten Aussichtspunkt auf den Genfer See. Gegenseitiges Fotografieren ist angesagt.

400 m Weiter ist das Panorama jedoch besser.

Und dann kommt der grandiose Ausblickauf das Rhonetal mit Blick auf die Schneebedeckten 3 und 4-Tausender.

Der Anblick lässt die Mühe des Aufstieges vergessen.
Vor mir liegt jetzt der „Flug“ ins Tal. Über 1100 HM geht es auf 15km abwärts.

Vor einem unbeleuchteten Tunnel, der Uhrzeit gesteuert einseitig befahren werden darf, muss ich noch 20 Minuten warten. Ich sitze auf der Mauer vor 1000m Abgrund und esse mein letztes Schinkenbrötchen. Dann geht es los.

Je nach Serpentinenrichtung am Felsen oder am Abgrund entlang geht es nach unten.

Bremsen, Abkühlen lassen, vor der Kurve wieder Bremsen und so weiter.

In 23 Minuten bin ich unten in den Weinbergen.

In Aigle ist die Route 4 zu Ende. Ich bin jetzt auf der Route 1, die mich nach Genf führen wird.

Ab Aigle geht es gegen den typischen starken Rhonetal –Bergwind teils auf Radwegen teils auf der Strasse geradeaus nach Villeneuve, direkt an die Uferpromenade.

Mit der Öffnung des Tales zum See hört der Wind schlagartig auf.

Die Promenade darf von Velos befahren werden. Es ist wunderschön. Nur auf die Fussgänger muss ich Rücksicht nehmen. Aber Fussgänger und Velofahrer scheinen hier glänzend miteinander auszukommen .Der Promendadenweg führt über Montreux weiter nach Vevey und dann teils auf separaten Radwegen und auf sehr breiten Radstreifen der Strasse weiter nach Lausanne.

Gemächlich geht es dem See entlang. Es ist eine Strecke zum schauen, nicht zum rasen.

Gegen 18 Uhr finde ich eine Unterkunft in einem Motel in Etoy. (Zwischen Morges und Rolle)

Das Zimmer ist gut, mit allem was ich brauche. Das Velo darf auch im Zimmer übernachten, mit den zugewiesenen Abstellplatz war ich nicht einverstanden.

Tagesleistung: 117,47km, 1193HM, Fahrzeit 8:52:38, kcal 4089

Temperatur : Morgens um die 20-26°C, am See 30°C, wolkenlos.
Sonntag 5. August:
Etoy – Genf – Col de la Givrine – Vallee de Joux – Vallorbe

Ich wache schon sehr bald auf. Es ist wieder kristallklares Wetter. Schon vor 8 Uhr bin ich beim Frühstück. Es ist bereits alles hergerichtet. Niemand ist da. Ich setzte mich direkt an das Büffett, so dass ich ohne aufstehen zu müssen genussvoll den Tag beginnen kann.

Um 8 Uhr 30 begebe ich mich auf die Route de Suisse. Die breite Kantonalstrasse mit extra Velostreifen die ich heute morgen ganz für mich alleine habe.

Rasant geht es Richtung Genf. In Nyon gerate ich in die Rennvelogruppe des Nyon-Triathlon. Ich werde vom Absperrpolizisten in die gesperrte Strasse eingewiesen auf die ansteigende Strasse Richtung Start-Ziel. Der Ergeiz packt mich. Ich schalte zurück und ziehe mit meinem Packesel an einigen wohl doch schon müden Triathlonisten vorbei und werde an der Kuppe unter Beifall in das Ziel eingewiesen.
Das tut mir richtig gut.

Pünktlich um 10 Uhr erreiche ich nach 42km das Ortsschild von Genf.

Kurz danach überhole ich 2 Radler, mit denen ich mich auf deutsch unterhalten kann.

Vater und Sohn. Heute ist „Slow Up“ in Genf. Autofreier Velotag in der Innenstadt mit Volksfest.

Die 2 schleusen mich bis zum abgesperrten Bereich. Tausende Radler sind mit ihren Velos da. Das ist zu viel Rummel nach diesen Tagen mit viel Einsamkeit.

Ich drehe meine Genf-Besichtigungsrunde und lasse mir dann von einer liebenswerten jungen Polizistin auf französisch-deutsch-englisch den Weg aus Genf hinaus Richtung dem Col de la Givrine erklären.

Ich will die Schweiz voll ganz durchqueren. Also muss ich auch kurz rein nach Frankreich und dann weiter ins Vallee de Joux im Schweizer Jura. Sie malt mir einen Zettel mit dem ich bestens hinausfinde und über kleine Ortschaften immer den Hinweistafeln St. Cerque folgend nach Gingins die Passstrasse erreiche.

Der Ausblick bei er Auffahrt ist wieder faszinierend. Unter mir der Genfer See und über dem leichten Dunstschleier die Silhouette des Mont Blanc.

Ein Nachtgewitter wäre gut gewesen um eine herbstlich klare Aussicht zu haben.

Ich habe den Pass nahezu für mich alleine. Auf der Strasse sind nach jedem Kilometer Markierung aufgemalt. Tour de Suisse 8 km ---7 km usw. bis ich in St. Cerque bei tatsächlich 0km ankomme. Jetzt sind es nur noch 150 hm bis zur Passhöhe die mit moderater Steigung erklommen werden.
An der Grenze werde ich grosszügig durchgewinkt. Ebenso 10 km später als ich in die Schweiz wieder einfahre.
Das Vallee de Joux erinnert an den Südschwarzwald. Ein breites Hochtal auf rund 1000m Seehöhe und rechts und links 1300 biss 1600m hohe Gebirgszüge. Immer der Orbe entlang geht es mit leichtem Rückenwind mit 40 – 50 kmh Richtung le Sentier.

An einem Brunnen treffe ich ein holländisches Ehepaar um die 50 im „Rocky Mountain Partnerlook“. Sie sind schon 4 Wochen unterwegs. Sie fuhren mit ihren Rädern - mit 4 Tagen und Packsack beladen- von Holland bis in die Schweiz. Von einem Campingplatz bei Meiringen aus sind sie ihrer Erzählung nach die Pässe Grimsel, Furka, Susten gefahren und schwärmen besonders von der Rosenlauistrecke von Meiringen nach Grindelwald.

Jetzt weiss ich, was ich mir für das nächste Jahr vornehmen sollte.

Ich bin jetzt auf der Route 7, der Jura-Route.

In Le Pont weist der Wegzeiger nicht die Hauptstrasse sonder in entgegengesetzter Richtung eine kleine Strasse hinter der Kirche steil den Berg hinauf.

Der Weg ist asphaltiert und führt in ein reizvolles Hochmoorgebiet.

Hätte ich den Veloführer 7 gehabt, wäre ich die Strecke wohl nicht gefahren. Nach der Kuppe geht es mit 14-15% asphaltiert abwärts. Das Strässchen mündet abrupt in einen Grobschotterweg mit gleichem Gefälle. Ich bremse das die Beläge stinken so lange es geht noch auf dem Asphalt dann Lenker geradehalten und sachte voll herunterbremsen.
Das Gepäck schiebt unheimlich. Von ca. 40kmh bremse ich auf 15 –20kmh ab.

Die letzen 200hm darf meine Vollfederung wieder beweisen was sie kann.

In Vallorbe angekommen weisst ein Schild in die Gegenrichtung, also wo ich jetzt herkomme,auf die Steigung hin. Andersherum, mit Schotterwegzusatz, wäre besser gewesen. Bergauf ist Schotter nicht gefährlich.

In Vallorbe frage ich Passanten nach einem Hotel. 2 Möglichkeiten: Ein Motel ca. 5 km weiter oder den Berg hoch Richtung Bahnhof.

Ich fahre den Beg hoch Richtung Bahnhof. Ein ansprechendes Gebäude präsentiert sich mitten in einer Kurve. – L´Auberge Pour Tous-. Partnerbetrieb Veloland Suisse. Ich muss läuten.
Freundlich wird mir geöffnet, wortreich ich nichtsverstehend alles erklärt, bis der gute Mann, wohl ein Inder merkt, dass ich kein französich kann. Dann schwenkt er um auf englisch und Zeichensprache.

Es funktioniert wieder einmal. Ich bekomme ein Chambre Individuell. Dusche und WC sind auf der Etage. Frühstück ab 8 Uhr. Ab 22 Uhr ist die Türe geschlossen. Der Öffnungscode ist 1344. Das Velo kommt in die Garage. Er schliesst persönlich ab.

Ich bin in einer Art Jugenherberge gelandet. Habe ein Doppelstockbett „Einzelzimmer“ mit Waschbecken ca. 6m² gross. Aber alles ist Blitzsauber. Beinahe steril sauber. Das Ganze kostet 37,80 Franken mit Frühstück. Bis jetzt bin ich ganz alleine im Haus

Zum Glück habe ich ein eigenes Handtuch dabei.

Nach dem Duschen geht’s in das Städtchen zum Anschauen und Abendessen.

In einem Kleinen Lokal in der Innenstadt finde ich ein nettes Lokal mit Sitzplätzen im Freien.

Mein Hunger und Durst ist gross. Getränk bestelle ich gleich doppelt und nach dem ersten Essen, eine grossen Salatteller mit Putenstreifen etc. etc., noch ein grosses Nudelgericht mit Käsesosse. So lässt es sich gut leben.

Ich schlafe sehr gut in dem Erinnerung an meine Jugendzeit erweckenden Zimmer.

Tagesleistung: 125,5km, 1284HM, Fahrzeit 8:50:10 kcal 4266

Temperatur : Morgens um die 22°C, den Pass hoch 30°C aber mit Schatten, oben 35°C, wolkenlos.
Montag 6. August:
Vallorbe – Yverdon – Neuchatel – mit Zug bis Nebringen – mit Velo die letzen 121 HM nach Jettingen

Ich bin schon vor 8 Uhr beim Frühstück. Ein einfaches Frühstücksbüfett, aber es ist genug da.

Das junge Mädchen die den Service macht erzählt mir, sie sei 9 Monate in Deutschland geesen um Deutsch zu lernen. Sie freue sich mit mir jetzt deutsch reden zu können. Viel Deutsche kämen hier nicht durch.

Sie hätte auch den Wetterbereicht gehört; morgen soll es sehr schlecht werden und viel Regen geben.

Um 8 Uhr 30 starte und folge für´s erste der Route 7, der Jura-Route, die ja an dem Partnerbetriebhotel direkt vorbei führt. Die E23 ist für Velos gesperrt, nimmt dafür aber nahezu den gesamten KfZ-Verkehr auf, so dass die landschaftlich schöne Nebenstrasse wieder einmal mir alleine gehört. In Lignerolle zweigt die Route 7 auf kleine Feldweg-Asphaltstrassen Richtung Vuitdeboef ab. Auf ca. 700m geht es mit leichtem Auf und Ab mit stetem Blick auf die Senke des Neuenburger Sees und das im Dunst liegende Montblanc-Massiv entlang den steil aufsteigenden Felsen des Jura.

In Vuitdeboef reizt mich der Anblick der Felsenschlucht in der die Strasse sich nach Ste-Croix ca. 400hm hochschraubt.
Im Hinblick, dass ich wegen des zu erwartenden Wetterumschwung heute noch nach Hause will, verzichte ich wirklich schweren Herzens und fahre weiter nach Yverdon. Nach der Besichtigungsrunde geht es abwechselnd auf der leeren Hauptstrasse und örtlichen Radwegen nach Neuchatel. Es geht durch viele kleine, malerische Ortschaften. Jede scheint ihr eigenes Chateau zu haben.

Vor Neuchatel wird man auf dem örtlichen Radweg direkt an den See geführt. Direkt am See geht es weiter, teilweise auf in den See auskragendem Weg mit Sicherheitsgitter, durch die Seepromenade mit Park direkt in die Innenstadt.

Ich frage mich zum Bahnhof durch, der liegt 50m über der Stadt liegt, damit die Bahnfahrer eine schöne Aussicht habe.
Der Fahrkartenschalter ist gerammelt voll. Ich bin froh pünktlich um 12 Uhr angekommen zu sein.

Der Fahrkartenkauf wird langwierig. Nicht wegen der Sprache. Die Damen sind hier alle perfekt zweisprachig. Die schweizer Fahrplanseite auf dem PC spukt immer ICE-Verbindungen über Karlsruhe aus. ICE ist mit Velo tabu.

Die Dame schaltet um auf www.bahn.de und findet dann prompt die richtige Verbindung.

5 Fahrkarten bekomme ich für diese Strecke. Der Fahrplanausdruck ist von der Bundesbahn.

Vom Bhf Basel bis zum Badischen Bahnhof Basel fahre ich mit dem Rad und habe so noch einen Baselbesichtigung, vorbei am wunderschönen Rathaus. Nur auf die unheimlich vielen Strassenbahngleise muss ich aufpassen.

Vielleicht hätte es nacht Ste-Croix noch gereicht. Es ist aber schön, wenn man sich noch etwas übrig lässt. Und warum soll ich in meinem Alter ein Risiko eingehen.

So reicht es noch für ein Mittagessen im Bahnhofsrestaurant.
Die Fahrt ab Neuchatel im ICN, das ist ein IC mit Neigetechnik, war schon beeindruckend. Zuerst hoch über dem See, Später die Schluchtdurchfahrt von Moutier nach Delemont mit hoher Geschwindigkeit und laufend wechselnder Seitenneigung ich schätze bis zu 15°.

In Basel wimmelt es auf dem Bahnhof von Radfahrern. Und im Zug in Singen steigt eine ganze Mann- Frauschaft ein, die einen Tagesausflug hinter sich haben. So ist für Abwechslung gesorgt und schneller als gedacht bin ich in Bondorf. Wolken sind aufgezogen und das erste Gewitter geht herunter. Na denke ich, das hätte noch eine halbe Stunde warten können.
5 Minuten später, beim aussteigen in Nebringen ist es wieder trocken.

Mein Sohn steht mit dem Rad am Bahnhof, um mich die letzen Kilometer zu begleiten.

Trocken, unversehrt, glücklich und mich jünger fühlend bin ich um 19Uhr 30 wieder zu Hause.

Tagesleistung: 75,82km, 580HM, Fahrzeit 4:35 (11:00) kcal 4266

Temperatur : Morgens um die 18°C, Mittags 22-26°C, morgens Wolkenlos, mittags ziehen Gewitterwolken auf.
Schlussbetrachtung:

In den 7 Tagen bin ich etwas über 700km gefahren. Habe dabei 8730, mit der Fahrt nach Herrenberg wohl 8750 Hm überwunden.
Von dem Service, den die Schweiz den Radfahrern bietet, bin ich mehr als begeistert.

Ich hatte nur einen Regentag, aber der hatte es in sich. 5 Wolkenlose Tage, beinahe zu warm.

An das fahren mit Gepäck gewöhnt man sich. Schön ist, dass die Tourvielfalt mir wohl noch einige Schweizreisen ermöglicht. Das Alter ist kein Grund, so eine Tour nicht zu machen. Im Gegenteil, Flüsschenfahren geht noch, wenn´s hoch nicht mehr geht.

Ich fühle mich kein bisschen müde, im Gegenteil.

Der Mann im Spiegel der mich anschaut wird bald 61. Wenn er wegschaut sind es nur noch 40 na ja, sagen wir 41 Jahre.
Eine angesagte, kurze Schönwetterperiode konnte ich für mein lange gehegten Wunsch, mit meinen bald 61 Jahren die Alpenpanoraramatour zu fahren nutzen.
vom Dienstag den 31. Juli bis Montag den 6 August 2007

Eine angesagte, kurze Schönwetterperiaode konnte ich für mein lange gehegten Wunsch, mit meinen bald 61 Jahren die Alpenpanoraramatour zu fahren nutzen.
Dienstag 31. Juli 2007:
Lindau bis Wattwil

Mit dem Zug geht es von Herrenberg mit nur einmal umsteigen nach Lindau.

Nach obligatorischem Startfoto mit der malerischen Hafenausfahrt geht’s mit Elan auf dem Radweg Richtung Bregenz.

In Bregenz verlasse ich den Radweg wegen „Überfüllung“ um flotter nach St. Margarethen zu kommen. – Ich will Berge -.
Das Verlassen des Radweges hat zur Folge, dass ich den Radweg Nr. 4 in Margarethen nicht mehr finde.

So geht es halt auf der absolut leeren Strasse ab Lustenau bis nach Schachen die Strasse hoch, wo an der ersten Kreuzung auch der Radweg 4 einmündet, dem ich jetzt folge.
Ab Oberegg rasante Abfahrt nach Heiden, und wieder hoch nach Trogen.

Immer wieder gibt es schöne Ausblicke auf den Bodensee.
In stetem Auf und Ab geht es durchs Appenzellerland bis Appenzell. Immer mit dem Blick auf das Säntismassiv.
Dort ist die erste Rast angesagt bevor das letzte Tagesdrittel mit rasanten Abfahrten und giftigen Anstiegen mit teils über 15% in Angriff genommen werden.

Den Anstieg ab Urnäsch meistere ich noch im 2. Gang, aber vor dem letzten, zum Glück nur knapp 200HM Anstieg auf 2 km vor Hemberg, kommt der 1. Gang zum Einsatz.

Zum Ausgleich kommen die letzten 4km, 300HM talwärts nach Wattwill nur noch die Bremsen zum Einsatz.

Auf die Nachfrage nach einem Hotel wird mir das Hotel Löwen empfohlen, das auch im Velolandführer aufgeführt ist.
Ich bekomme ein schönes Einzelzimmer, das Velo parkt in der Garage beim Töff des Gastwirts, das Essen ist gut und der Schlaf danach nicht minder.

Tagesleistung: 98,58km, 1568 HM, Fahrzeit 6:43:34, Kcal: 4522,

angenehme Temperaturen, max. 27°C, wolkenloser Himmel.
Mittwoch 1. August:
Wattwill bis Flüelen und Schiff bis Beckenried

Nach einem ausgiebigen Frühstück starte ich pünktlich um 8 Uhr 15.

Bereits nach 2 km kommt der Radweganstieg zum Rickenpass. 12-15%, so richtig zum warmfahren. Die Windweste wird ausgezogen die langen Überziehhosen lasse ich noch an. Auf kleiner Strasse geht es stetig bergan. Alle Häuser mit Schweizerfähnchen , teilweise mit weiss-rotem Blumenbukett, geschmückt.

Heute hat die Schweiz Geburtstag – Nationalfeiertag.

Auf dem Rickenpass, der nach 8 km erreicht ist, habe ich einen schönen Ausblick auf den Zürichsee der von dem frühen Morgenlicht ausgeleuchtet wird. Die Berge des Glarnerlandes sind noch nicht im Gegenlicht, so das die Schneefelder der Gipfel besonders weiss leuchten.

Ich bin froh, die langen Hosen noch anzuhaben. Kalt ist es heroben.

Es sind schon viele Radler unterwegs, die den Feiertag und das herrliche Wetter nutzen.

Die Beschilderung ist erstklassig. Vor allem an den Bahnhöfen und Hauptkreuzungspunkten der Radwege sind die Beschilderungen so ausführlich, dass man ohne Karte auskommen könnte.

Ab Ziegelbrücke biegt der Radweg ab ins Linthal Richtung Klausenpass.

Nach Linthal auf einer schattigen Bank ist die erste Rast zur Stärkung vor dem nun beginnenden Anstieg. Mit auf der Bank ein Rennradler in meinem Alter, der den Pass bereits von der anderen Seite bezwungen hat. Angeblich ist er um 5 Uhr in Zug gestartet für eine „kleine“ Feiertagsrundfahrt.
Am nächsten Brunnen werden die Flaschen wieder gefüllt, ich schalte zurück und kurble in ruhigem Tritt den Berg hoch.
Die gleichmässige Steigung der Strasse ist angenehm.

Ich sehe nicht auf die Uhr, ich habe Zeit. Von vielen Rennvelos werde ich überholt. Die meisten grüssen mich mit meinem Gepäck respektvoll.

Talwärts fahrende Rennvelofahrer knattern wie Maschinengewehre, wegen ihren dünnen, im Wind flatternden Windwesten.

Nach ca. 2 Stunden habe ich den Urnerboden erreicht. Das kurze Hochtal ist eine Wohltat für die Beine.

Regelmässig werden die Flaschen an den zum Glück zahlreichen Brunnen mit kühlem Wasser wieder aufgefüllt.

Mein Thermometer zeigt konstant 34-35°C. Bis zum Gipfel habe ich rund 10l Wasser durchgeschwitzt.

Im Gasthaus am Urnerboden gibt es eine relativ kurze Rast. Ich will auf den Gipfel.

Gleichmässig mit 6-7 kmh geht es im ersten Gang die Serpentinen hoch.

Die Aussicht wechselt stetig. Einmal Berg, einmal Tal.
Einige Fotostops sind eine willkommene Rast.

Nach rund 4 Stunden bin ich auf der Passhöhe, Ich fühle mich immer noch gut. Es lohnt sich mit dem Gepäck langsam zu fahren und mit den Kräften zu haushalten.

Eines ist sicher. Den Klausenpass möchte ich mal ohne Gepäck fahren. Das ist dann wohl wie fliegen.

Die Abfahrt nach Altdorf ist grossartig. Vorbei an den gefährlichen Passagen, wo einige Töfffahrer in ihrem Unverstand und Selbstüberschätzung den 1000m Abflug wagen und ihre Angehörigen dann sagen die Strasse ist schuld. Die Natur ist nie schuld!

1450 HM werden auf rund 30 km vernichtet. In einer Stunde bin ich unten.

In Flüelen an der Schiffslände mache ich im Restaurant Rast. 2 Rennvelofahrer sitzen auch da, und wundern sich, dass ich mit meinem „Hausstand“ wie sie sagen, über den Pass gefahren bin. Noch mehr wundern sie sich, dass ich damit weiter will bis Genf oder noch mehr. Und vor allem meine 2Gang-Schaltung beeindruckt sie.

Rohloffschaltungen sind in der Schweiz wohl unbekannt. Sie halten das Teil für eine gebirgsfähige Trommelbremse. Ich lasse sie bei ihrem Glauben.

Sie raten mir dringend ab, heute Abend noch die Axenstrasse nach Brunnen zu fahren. Ich würde ja sehen wie der Heimwertsverkehr der Feiertagsausflügler bereits im Gange ist. Sie würden auch das letzte Schiff nehmen.

Die Entscheidung fällt mir nach der zurückgelegten Strecke leicht.

Im Veloführer suche ich nach Hotels in Beckenried. Nach dem 3. Anruf habe ich ein Zimmer reserviert.

In Brunnen muss ich umsteigen. Um 19 Uhr 45 kommen wir in Beckenried an. Mein Hotel sehe ich schon vom Schiff und bin dann nach ca . 500m Fahrstrecke da.

Hotel Edelweiss, direkt am See mit Seeterrasse zum geniessen den 1. August-Feuerwerkes.

Das Zimmer ist schlicht. Das Essen sehr gut. Ich esse ein komplettes Menü und nach dem Nachtisch noch ein Glacier extra. Ich habe es mir verdient. Die verbrauchteb Kcal müssen wieder aufgefüllt werden.

Das Feuerwerk ist nicht überwältigend. Ich glaube, die Schweizer müssen auch sparen.

Tagesleistung: 107,84Km + ca.25km Schifffahrt, 1832 HM, Fahrzeit 9:15:59, 5556 kcal

Temperatur zu heiss und trocken, 30 – 36°C, Wolkenloser Himmel.

Der Wetterbericht sagt für morgen nachmittags aufziehende Gewitter voraus.
Beckenried – Brünigpass – Brienz

Der Blick aus dem Fenster auf den See ist der reine Frust.
Starkregen, jeder Tropfen auf der Strasse macht eine Fontäne, Wolken bald bis zum Boden.

Erst mal frühstücken. Ich frühstücke ausgiebig –ausgiebig – ausgiebig. Und tatsächlich der Regen hört auf, die Wolken werden lichter und einige blaue Flecken zeigen sich.
Man sollte dem Wetterbericht nie trauen, oder doch?
Es ist 20°C warm. Um 8 Uhr 20 setzte ich mich auf´s Velo.Ziemlich flott geht es trotz des starken Gegenwindes Richtung Sarnen.

Bereits nach 5 km ziehen sich die Wolken wieder zusammen. Es wird dunkel.

Ich rette mich rechtzeitig unter ein Tankstellendach und warte erst mal ab. Nach ca. 10 Minuten entschliesse ich meine Regenausrüstung anzulegen.

Zuerst die Gamschen. Es gibt für mich nichts schlimmeres als nasse Füsse. –Und wo soll ich die Schuhe trocken bekommen ?-
Dann die Regenhose, Anorak Kapuze, Helm. Ein Auto kommt zum Tanken mit Kindern auf dem Rücksicht. Die freuen sich köstlich über meine Anziehakrobatik.

Nach ca. 20 Minuten Pause geht es ín dem scheinbar nachlassendem Regen weiter.

Nach weiteren 10km beginnen die ersten kurzen Anstieg mit Zwischenebenen.

In Kerns verliere ich im Regen den Radweg. Ein „leider“ anwesender Passant schickt mich in die falsche Richtung. Der erste abgehende, am Anfang asphaltierte Weg mit Richtungsangabe Sarnen endet im Nichts auf einer Wiese. Also umgedreht und weiter hochgefahren.

Der 2 Weg, ähnlich dem ersten kommt an einem Bauernhof vorbei, bei dem der Asphalt endet.

Meine Frage geht es hier weiter nach Sarnen wird bejaht. Der Weg verengt sich zum steilen Abwärts-Singletrail mit glitschigen Steinen und Wurzeln. Meine Vollfederung kann sich voll beweisen.

Nach einer Rechtskurve gibt es eine Rutschbremsung, die Schuhe sind vorsichtshalber nicht eingeklinkt gewesen.

Ein Felsabsturz versperrt den Weg. Also Rad rübertragen mit den Galoschen an den Schuhen die das griffige Profil um gut die hälfte reduzieren.

Es gelingt ohne Ausrutschen und bald wird der Weg besser und Sarnen kommt in Sicht.

Unten wate ich mit den Galoschen durchs nasse Gras um den Schmutz abzuwaschen.

Das Wetter hellt sich wieder auf. Ich ziehe Hose und Anorak aus. Das Hemd wird gegen ein trockenes gewechselt. Die Überschuhe bleiben wegen den grossen Pfützen an. Ich glaube ich gebe so ein grossartiges Bild ab.

Die Zweifel ob ich den Glaubenbuelenpass oder wegen des Wetters den Brüning fahren soll kommen wieder auf.
Ich esse zu Mittag in einem kleinen Restaurant in Giswil kur vor dem Passeinstieg.

Nach dem Essen ist die Sache klar, es zieht wieder zu.
Ich lasse den Glaubenbuelen aus und fahre über den Brüning. Die Entscheidung war richtig.

Auf den Brüningpass gibt es ab Giswil einen neuen Radweg auf der anderen Flussseite zur Autostrasse. Es ist ein genial einfache Lösung. 2km konstant 12% den Berg hoch.

Ziemlich genau in der Mitte zwingt mich der Regen wieder in die „Gummikleidung“. Das Anfahren mit Gepäck bei 12% und 2,5m Straßenbreite hat es auch in sich.

Am Lungerer See angekommen wird der Regen zum ersten Wolkenbruch, den ich unter dem Vordach der Molkerei abwarten kann. Dann geht es rechts des Lungerer See`s auf einem Feinkiesweg weiter. Die Strasse auf der anderen Seeseite wäre bei dem Wetter besser gewesen.

Da der weitere Radweg zum Brüningpass mit über 12% und anteilsweisse Naturstrasse ausgewiesen ist, entscheide ich mich für die relativ leere Autostrasse zum Pass. Zum Glück.
An der Aussichtskurve zum Lungerer See, geht das Gewitter mit Blitz und Donnerschlag richtig los. An der Kurve ist ein winziges Rundpavillon.

Meine Fahrrad und ich passen gerade so rein. Und dann schüttet es wie aus Kübeln gegossen. Der Regen geht wie ein Vorhang vor dem Pavillon nieder. Auf der Strasse werden Steine heruntergeschwemmt. Es wird nahezu Nacht und die Temperatur fällt auf 12°C. Es ist saukalt. Nach 20 Minutenlässt der Regen etwas nach und ich strample mich die letzen 3km und 150HM bis zur Passhöhe wieder etwas warm.

Im Bahnhof finde ich eine Toilettentrakt in dem ich mit dem Fahrrad rein kann.

Alles nasse ausziehen, abtrocknen, Wintertrikot für die Abfahrt und zusätzliche Jacke werden angezogen.

Vorsichtig fahre ich die 400HM auf der regenglitschigen Strasse zum Brienzer See hinunter.

Die Kälte beflügelt meinen Tritt und ich fahre schneller die letzen 5 Km nach Brienz als die 6 km vom Pass herunter.
In Brienz fahre ich direkt über die Rollstuhlrampe in das Informationsbüro. Das Personal ist so verduzt, dass sie das als normal annehmen.

Nach dem 2 Telefonat des etwas ratlosen Infomädchens habe ich ein Zimmer im Hotel Sternen direkt am See. Sie kann nicht versehen, dass mir der Preis egal ist. – Bei dem Wetter.- Um 15Uhr 15 bin ich im Hotel.

Ich bekomme ein Doppelzimmer mit EtagenDusche/WC mehr ist nicht mehr frei.

Das Velo parkt abgeschlossen in einem Gymnastikraum gross wie ein Turnsaal.

Das Dusch-WC wird von mir in der kommenden Nacht als Trockner umfunktioniert. Ein kleiner Elektroheizköper ist an der Wand unter dem Badetuchhalter. Also Stecker rein. Voll aufgedreht, Licht anlassen damit die Luftabsaugung läuft und die Tür einen Schlitz offen.

Alle Kleidungsstücke hänge ich auf Bügeln an die Handtuchstange und die Duschquerstange und lasse meinen Trockner die ganze Nacht laufen.

Am Morgen ist alles frischgewaschen und trocken.
Das Essen ist gut und das Frühstück ausreichend.

Tagesleistung: 61,19km, 830HM, Fahrzeit 6:39:35, kcal 3012

Temperatur : warm bis saukalt 20 – 12°C und extrem nass.
Freitag 3. August:
Brienz – Simmental – Jaunpass – Gruyere -Neirivue

Der Morgen ist so wie der Abend endete. Die Berge spielen Verstecken. Ich frühstücke erst mal ausgiebig. Als ich meine Velo mit den Taschen belade fängt es an zu nieseln – trotz blauer Himmelsflecken.

Ich warte noch ein Weilchen, es hört auf, ich ziehe wenigstens die Regenjacke an, die langen Überhosen sowieso bei 15°C und starte Richtung Interlaken.

Die weitere Richtung ist noch nicht entschieden.

Die Strasse ist nahezu autofrei und es geht in stetem Auf und Ab.

Von einer erklommenen Anhöhe geht es mit rasanter Fahrt auf der Hauptstrasse hinein nach Interlaken. Auch hier ist für den Velofahrer bestens mit extra Fahrstreifen gesorgt.
In Interlaken durchfährt man erst mal einen Park mit blätterlosen Bäumen und plattgewalzten Blumenbeeten. Ein Hagelunwetter hat vor ca. 14 Tagen alles zusammengeschlagen mit golfballgrossen Hagelkörnern.

Ich mache eine Innenstadtbesichtigungsrundfahrt und lasse mir von einem Taxifahrer den Weg nach Spiez beschreiben.
Der Radweg geht teils auf der Hauptstrasse mit 2m Radstreifen, teils auf schönen Uferweg am See entlang.
Auf der Strasse nach Spiez fällt die Entscheidung. Links sind Berge, rechts von Thun Richtung Bern wird es flach. Links schauen blaue Wolkenlücken hervor, rechts sind Wolken. Also auf in die Berge, rein in das Simmental. Ich gehe nicht auf die Route 4 zurück, ich werde erst nach Überwindung des Jaunpasses vor Bulle wieder auf sie stossen.

Ich fahre jetzt auf der Route 9, dem Seen-Radweg, durch einen schluchtartigen Einschnitt neben der Bahnlinie auf kleiner Asphaltstrasse in das Tal.

In Kleindorf versorge ich mich im winzigen Dorfladen mit belegten Schinkenbrötchen, die werden schön in Frapan verpackt, und Bananen. Aber alles ist da und sehr sauber.

Der Radweg verbindet die einzelstehenden Gehöfte miteinander, was einige Höhenmeter und kleine Abfahrten erbringt. An einem Hof muss ich die Säue im Freigehe fotografieren. Die mächtigste Sau – wohl eine Wildschweinkreuzung- die ich je gesehen habe.

Der Weg geht über in einen Schotter-Schmutz Singletrail direkt neben Bach und Bahn.

Der Regen hat so starke Spuren hinterlassen das ich mich entschliesse hoch auf die Strasse und dort bis Reidenbach, zum Anfang des Jaunpasses, weiterzufahren.

Damit durchfahre ich die kleinen Ortschaften mit ihren mächtigen blumengeschmückten Holzhäusern.

Das Wetter wird immer schöner, die Temperaturen liegen angenehm bei 20°C, die Berggipfel sind wolkenfrei, was will ich mehr.

Ich lege wieder meine Berggeschwindigkeit an und kurble langsam die Serpentinen hinauf. Serpentinen liebe ich. Einmal hat man den Blick dahin wo man hin will, dann den wo man herkommt.

Auf ca. halber Höhe, steht ein einsamer Bergasthof direkt an der Strasse mit 2 Ausflüglern auf der Bank. Grund genug einen Schwätzpause mit Apfelschorle einzulegen.

Um einiges leichter geht es voll hoch bis zur Passhöhe.
Da ist zuerst mal wieder anziehen angesagt.

Jetzt geht es ca. 25km mit 800AM talwärts. Die ersten 5km vernichten 500HM was 10% Gefälle entspricht. Es gibt nur wenige Kurven. So wird es eine rasante Abfahrt.

Das Tal ist wunderschön, Ein grossartiger Wasserfall der bei „zur Eich“ aus der Felswand schiesst muss natürlich fotografiert werden.

Beim Lac de Montsalvence überfährt man die Schlucht mit einer mächtigen Brücke und nach kurzem Gegenanstieg rausche ich bei 14% Gefälle Richtung Bulle.

Ein Fotografierstop beim ersten Blick auf den Lac de la Gruyere ist obligatorisch.

Der Blick nach Norden zeigt den See und das Hügelland, der blick nach Süden Gruyere auf einsamem Bergkegel, und dahinter die Berge von Haute Gruyere.

Ich bin wieder auf der Route 4. Sie führt um den Bergkegel mit dem Chateau und dem mittelalterlichen Städtchen rechts herum.

Ich fahre hoch bis zum Schloss. Die Automobilisten müssen das zu Fuss machen.

Den Touristenrummel bin ich nicht mehr gewöhnt. Es geht zu wie auf dem Jungfraujoch.

Aber die alte Innenstadt ist sehr schön, Kieselkopfsteinpflaster. Gerne würde ich hier übernachten. Das nette Mädchen von der Information kann mir aber nichts annehmbares anbieten.

Also fahre ich weiter Richtung Montbovon . In Neiriviue steht bei der Kirche das Auberge de Lion d´or mmit einem Schild –OUVERT, CHAMBRES TOUT COMFORT;DES 60FR- Glück muss der Mensch haben. Es ist 17 Uhr 30.

Es ist ein älteres Haus, wie halt in der Schweiz, 80cm dicke Wände, und innen alles nagelneu renoviert. Die Gaststätte und die Zimmer, wunderbar.

Das Essen ist sehr gut. Mit meinem gegen 0 gehenden Französisch und dem kleine Sprachführer komme ich bestens zurecht. Beide Seiten geben sich die grösste Mühe.
Abends ist das Lokal rappelvoll. Heute ist Fondue-Tag für 19Franken/Person.

Die Portionen sind absolut Radfahrer gerecht,

Tagesleistung: 114,27km, 1443HM, Fahrzeit 8:27:37, kcal 4270

Für morgen ist wolkenloses Wetter angesagt – da freut sich der Radler.
Samstag 4. August:
Neiriviue - Lac de L´Hongrin - Aigle – Montreux-Lausanne Etoy

Ein strahlender Morgen begrüsst mich. Es ist noch frisch. Aber nach dem Frühstück wird die Kurze Hose und die Windweste bereits ausreichen.

Frühstück gibt es erst ab 8Uhr30. Hier gehen die Uhren anders.

Natürlich gibt es kein Frühstücksbüfett für uns 3 Gäste. Aber jeder bekommt mehr als genug. Vor allem Käse.
Kurz nach 9 Uhr starte ich Richtung Montbovon. Am Bahnübergang muss ich warten bis der Golden-Pass-Express passiert ist. Im kleinen Ladengeschäft decke ich mich mit Proviant für die Auffahrt zum Lac de L´Hogrin ein. Gleich am Ortausgang weist das Velo-Schild 4 rechts aufwärts.
Gleichzeitig lockt die Schlucht in die links Hauptstrasse Richtung Chateau-dÓex führt mit dem Velo-Schild 9 . Beide Wege führen nach oben.

Ich entscheide mich für rechts, die steile, autofreie einsame Variante.

Zuerst durch Almen, bis zur letzen Zughaltestelle geht es moderat. Dann wird die Strasse schlechter, für Rennvelos kaum mehr fahrbar, teilweise schotterig und durch Schluchtwege an steilen Felswänden entlang, nasskühlen Blättertunnels geht es stetig aufwärts. Eine Jungviehherde versperrt den Weg, den sie nach einigen rufen jedoch freigibt. 4 Töfffahrer rattern verbotener Weise an mir vorbei.

Das waren die einzigen Begegnungen.

Auf knapp 1400m fahre ich durch einen unbeleuchteten Tunnel des helles Ende als Zielpunkt anvisiert wird, dann stehe ich vor der Staumauer.

Noch ein kurzer Anstieg und dann die Abfahrt zur Staumauer.
Ich fahre über die Mauer bis zum Mitte. Ein fantastischer Blick von oben in das Tal ist die Belohnung.

Bei der Weiterfahrt umfahre ich nahezu den ganzen See. Bis Lac Lecerette gibt es noch einen giftigen Anstieg mit rasanter Abfahrt.

An der Seespitze parken einige Autos. Hier geht es rechts ab immer über dem See in schwungvollem auf und ab auf breiter Strasse durch den Militärschiessplatz.

Einige alte Panzer zeigen das demonstrativ auf.

Alle Bachtobel sind mit Brücken überbaut die durchnummeriert sind. 48 zähle ich.

Ich erreiche ein jüngeres Paar die auch mit Gepäck unterwegs sind, Sie sind die einfachere Route hochgefahren. Wir fahren ein Stück gemeinsam undeerreichenso den ersten Aussichtspunkt auf den Genfer See. Gegenseitiges Fotografieren ist angesagt.

400 m Weiter ist das Panorama jedoch besser.

Und dann kommt der grandiose Ausblickauf das Rhonetal mit Blick auf die Schneebedeckten 3 und 4-Tausender.

Der Anblick lässt die Mühe des Aufstieges vergessen.
Vor mir liegt jetzt der „Flug“ ins Tal. Über 1100 HM geht es auf 15km abwärts.

Vor einem unbeleuchteten Tunnel, der Uhrzeit gesteuert einseitig befahren werden darf, muss ich noch 20 Minuten warten. Ich sitze auf der Mauer vor 1000m Abgrund und esse mein letztes Schinkenbrötchen. Dann geht es los.

Je nach Serpentinenrichtung am Felsen oder am Abgrund entlang geht es nach unten.

Bremsen, Abkühlen lassen, vor der Kurve wieder Bremsen und so weiter.

In 23 Minuten bin ich unten in den Weinbergen.

In Aigle ist die Route 4 zu Ende. Ich bin jetzt auf der Route 1, die mich nach Genf führen wird.

Ab Aigle geht es gegen den typischen starken Rhonetal –Bergwind teils auf Radwegen teils auf der Strasse geradeaus nach Villeneuve, direkt an die Uferpromenade.

Mit der Öffnung des Tales zum See hört der Wind schlagartig auf.

Die Promenade darf von Velos befahren werden. Es ist wunderschön. Nur auf die Fussgänger muss ich Rücksicht nehmen. Aber Fussgänger und Velofahrer scheinen hier glänzend miteinander auszukommen .Der Promendadenweg führt über Montreux weiter nach Vevey und dann teils auf separaten Radwegen und auf sehr breiten Radstreifen der Strasse weiter nach Lausanne.

Gemächlich geht es dem See entlang. Es ist eine Strecke zum schauen, nicht zum rasen.

Gegen 18 Uhr finde ich eine Unterkunft in einem Motel in Etoy. (Zwischen Morges und Rolle)

Das Zimmer ist gut, mit allem was ich brauche. Das Velo darf auch im Zimmer übernachten, mit den zugewiesenen Abstellplatz war ich nicht einverstanden.

Tagesleistung: 117,47km, 1193HM, Fahrzeit 8:52:38, kcal 4089

Temperatur : Morgens um die 20-26°C, am See 30°C, wolkenlos.
Sonntag 5. August:
Etoy – Genf – Col de la Givrine – Vallee de Joux – Vallorbe

Ich wache schon sehr bald auf. Es ist wieder kristallklares Wetter. Schon vor 8 Uhr bin ich beim Frühstück. Es ist bereits alles hergerichtet. Niemand ist da. Ich setzte mich direkt an das Büffett, so dass ich ohne aufstehen zu müssen genussvoll den Tag beginnen kann.

Um 8 Uhr 30 begebe ich mich auf die Route de Suisse. Die breite Kantonalstrasse mit extra Velostreifen die ich heute morgen ganz für mich alleine habe.

Rasant geht es Richtung Genf. In Nyon gerate ich in die Rennvelogruppe des Nyon-Triathlon. Ich werde vom Absperrpolizisten in die gesperrte Strasse eingewiesen auf die ansteigende Strasse Richtung Start-Ziel. Der Ergeiz packt mich. Ich schalte zurück und ziehe mit meinem Packesel an einigen wohl doch schon müden Triathlonisten vorbei und werde an der Kuppe unter Beifall in das Ziel eingewiesen.
Das tut mir richtig gut.

Pünktlich um 10 Uhr erreiche ich nach 42km das Ortsschild von Genf.

Kurz danach überhole ich 2 Radler, mit denen ich mich auf deutsch unterhalten kann.

Vater und Sohn. Heute ist „Slow Up“ in Genf. Autofreier Velotag in der Innenstadt mit Volksfest.

Die 2 schleusen mich bis zum abgesperrten Bereich. Tausende Radler sind mit ihren Velos da. Das ist zu viel Rummel nach diesen Tagen mit viel Einsamkeit.

Ich drehe meine Genf-Besichtigungsrunde und lasse mir dann von einer liebenswerten jungen Polizistin auf französisch-deutsch-englisch den Weg aus Genf hinaus Richtung dem Col de la Givrine erklären.

Ich will die Schweiz voll ganz durchqueren. Also muss ich auch kurz rein nach Frankreich und dann weiter ins Vallee de Joux im Schweizer Jura. Sie malt mir einen Zettel mit dem ich bestens hinausfinde und über kleine Ortschaften immer den Hinweistafeln St. Cerque folgend nach Gingins die Passstrasse erreiche.

Der Ausblick bei er Auffahrt ist wieder faszinierend. Unter mir der Genfer See und über dem leichten Dunstschleier die Silhouette des Mont Blanc.

Ein Nachtgewitter wäre gut gewesen um eine herbstlich klare Aussicht zu haben.

Ich habe den Pass nahezu für mich alleine. Auf der Strasse sind nach jedem Kilometer Markierung aufgemalt. Tour de Suisse 8 km ---7 km usw. bis ich in St. Cerque bei tatsächlich 0km ankomme. Jetzt sind es nur noch 150 hm bis zur Passhöhe die mit moderater Steigung erklommen werden.
An der Grenze werde ich grosszügig durchgewinkt. Ebenso 10 km später als ich in die Schweiz wieder einfahre.
Das Vallee de Joux erinnert an den Südschwarzwald. Ein breites Hochtal auf rund 1000m Seehöhe und rechts und links 1300 biss 1600m hohe Gebirgszüge. Immer der Orbe entlang geht es mit leichtem Rückenwind mit 40 – 50 kmh Richtung le Sentier.

An einem Brunnen treffe ich ein holländisches Ehepaar um die 50 im „Rocky Mountain Partnerlook“. Sie sind schon 4 Wochen unterwegs. Sie fuhren mit ihren Rädern - mit 4 Tagen und Packsack beladen- von Holland bis in die Schweiz. Von einem Campingplatz bei Meiringen aus sind sie ihrer Erzählung nach die Pässe Grimsel, Furka, Susten gefahren und schwärmen besonders von der Rosenlauistrecke von Meiringen nach Grindelwald.

Jetzt weiss ich, was ich mir für das nächste Jahr vornehmen sollte.

Ich bin jetzt auf der Route 7, der Jura-Route.

In Le Pont weist der Wegzeiger nicht die Hauptstrasse sonder in entgegengesetzter Richtung eine kleine Strasse hinter der Kirche steil den Berg hinauf.

Der Weg ist asphaltiert und führt in ein reizvolles Hochmoorgebiet.

Hätte ich den Veloführer 7 gehabt, wäre ich die Strecke wohl nicht gefahren. Nach der Kuppe geht es mit 14-15% asphaltiert abwärts. Das Strässchen mündet abrupt in einen Grobschotterweg mit gleichem Gefälle. Ich bremse das die Beläge stinken so lange es geht noch auf dem Asphalt dann Lenker geradehalten und sachte voll herunterbremsen.
Das Gepäck schiebt unheimlich. Von ca. 40kmh bremse ich auf 15 –20kmh ab.

Die letzen 200hm darf meine Vollfederung wieder beweisen was sie kann.

In Vallorbe angekommen weisst ein Schild in die Gegenrichtung, also wo ich jetzt herkomme,auf die Steigung hin. Andersherum, mit Schotterwegzusatz, wäre besser gewesen. Bergauf ist Schotter nicht gefährlich.

In Vallorbe frage ich Passanten nach einem Hotel. 2 Möglichkeiten: Ein Motel ca. 5 km weiter oder den Berg hoch Richtung Bahnhof.

Ich fahre den Beg hoch Richtung Bahnhof. Ein ansprechendes Gebäude präsentiert sich mitten in einer Kurve. – L´Auberge Pour Tous-. Partnerbetrieb Veloland Suisse. Ich muss läuten.
Freundlich wird mir geöffnet, wortreich ich nichtsverstehend alles erklärt, bis der gute Mann, wohl ein Inder merkt, dass ich kein französich kann. Dann schwenkt er um auf englisch und Zeichensprache.

Es funktioniert wieder einmal. Ich bekomme ein Chambre Individuell. Dusche und WC sind auf der Etage. Frühstück ab 8 Uhr. Ab 22 Uhr ist die Türe geschlossen. Der Öffnungscode ist 1344. Das Velo kommt in die Garage. Er schliesst persönlich ab.

Ich bin in einer Art Jugenherberge gelandet. Habe ein Doppelstockbett „Einzelzimmer“ mit Waschbecken ca. 6m² gross. Aber alles ist Blitzsauber. Beinahe steril sauber. Das Ganze kostet 37,80 Franken mit Frühstück. Bis jetzt bin ich ganz alleine im Haus

Zum Glück habe ich ein eigenes Handtuch dabei.

Nach dem Duschen geht’s in das Städtchen zum Anschauen und Abendessen.

In einem Kleinen Lokal in der Innenstadt finde ich ein nettes Lokal mit Sitzplätzen im Freien.

Mein Hunger und Durst ist gross. Getränk bestelle ich gleich doppelt und nach dem ersten Essen, eine grossen Salatteller mit Putenstreifen etc. etc., noch ein grosses Nudelgericht mit Käsesosse. So lässt es sich gut leben.

Ich schlafe sehr gut in dem Erinnerung an meine Jugendzeit erweckenden Zimmer.

Tagesleistung: 125,5km, 1284HM, Fahrzeit 8:50:10 kcal 4266

Temperatur : Morgens um die 22°C, den Pass hoch 30°C aber mit Schatten, oben 35°C, wolkenlos.
Montag 6. August:
Vallorbe – Yverdon – Neuchatel – mit Zug bis Nebringen – mit Velo die letzen 121 HM nach Jettingen

Ich bin schon vor 8 Uhr beim Frühstück. Ein einfaches Frühstücksbüfett, aber es ist genug da.

Das junge Mädchen die den Service macht erzählt mir, sie sei 9 Monate in Deutschland geesen um Deutsch zu lernen. Sie freue sich mit mir jetzt deutsch reden zu können. Viel Deutsche kämen hier nicht durch.

Sie hätte auch den Wetterbereicht gehört; morgen soll es sehr schlecht werden und viel Regen geben.

Um 8 Uhr 30 starte und folge für´s erste der Route 7, der Jura-Route, die ja an dem Partnerbetriebhotel direkt vorbei führt. Die E23 ist für Velos gesperrt, nimmt dafür aber nahezu den gesamten KfZ-Verkehr auf, so dass die landschaftlich schöne Nebenstrasse wieder einmal mir alleine gehört. In Lignerolle zweigt die Route 7 auf kleine Feldweg-Asphaltstrassen Richtung Vuitdeboef ab. Auf ca. 700m geht es mit leichtem Auf und Ab mit stetem Blick auf die Senke des Neuenburger Sees und das im Dunst liegende Montblanc-Massiv entlang den steil aufsteigenden Felsen des Jura.

In Vuitdeboef reizt mich der Anblick der Felsenschlucht in der die Strasse sich nach Ste-Croix ca. 400hm hochschraubt.
Im Hinblick, dass ich wegen des zu erwartenden Wetterumschwung heute noch nach Hause will, verzichte ich wirklich schweren Herzens und fahre weiter nach Yverdon. Nach der Besichtigungsrunde geht es abwechselnd auf der leeren Hauptstrasse und örtlichen Radwegen nach Neuchatel. Es geht durch viele kleine, malerische Ortschaften. Jede scheint ihr eigenes Chateau zu haben.

Vor Neuchatel wird man auf dem örtlichen Radweg direkt an den See geführt. Direkt am See geht es weiter, teilweise auf in den See auskragendem Weg mit Sicherheitsgitter, durch die Seepromenade mit Park direkt in die Innenstadt.

Ich frage mich zum Bahnhof durch, der liegt 50m über der Stadt liegt, damit die Bahnfahrer eine schöne Aussicht habe.
Der Fahrkartenschalter ist gerammelt voll. Ich bin froh pünktlich um 12 Uhr angekommen zu sein.

Der Fahrkartenkauf wird langwierig. Nicht wegen der Sprache. Die Damen sind hier alle perfekt zweisprachig. Die schweizer Fahrplanseite auf dem PC spukt immer ICE-Verbindungen über Karlsruhe aus. ICE ist mit Velo tabu.

Die Dame schaltet um auf www.bahn.de und findet dann prompt die richtige Verbindung.

5 Fahrkarten bekomme ich für diese Strecke. Der Fahrplanausdruck ist von der Bundesbahn.

Vom Bhf Basel bis zum Badischen Bahnhof Basel fahre ich mit dem Rad und habe so noch einen Baselbesichtigung, vorbei am wunderschönen Rathaus. Nur auf die unheimlich vielen Strassenbahngleise muss ich aufpassen.

Vielleicht hätte es nacht Ste-Croix noch gereicht. Es ist aber schön, wenn man sich noch etwas übrig lässt. Und warum soll ich in meinem Alter ein Risiko eingehen.

So reicht es noch für ein Mittagessen im Bahnhofsrestaurant.
Die Fahrt ab Neuchatel im ICN, das ist ein IC mit Neigetechnik, war schon beeindruckend. Zuerst hoch über dem See, Später die Schluchtdurchfahrt von Moutier nach Delemont mit hoher Geschwindigkeit und laufend wechselnder Seitenneigung ich schätze bis zu 15°.

In Basel wimmelt es auf dem Bahnhof von Radfahrern. Und im Zug in Singen steigt eine ganze Mann- Frauschaft ein, die einen Tagesausflug hinter sich haben. So ist für Abwechslung gesorgt und schneller als gedacht bin ich in Bondorf. Wolken sind aufgezogen und das erste Gewitter geht herunter. Na denke ich, das hätte noch eine halbe Stunde warten können.
5 Minuten später, beim aussteigen in Nebringen ist es wieder trocken.

Mein Sohn steht mit dem Rad am Bahnhof, um mich die letzen Kilometer zu begleiten.

Trocken, unversehrt, glücklich und mich jünger fühlend bin ich um 19Uhr 30 wieder zu Hause.

Tagesleistung: 75,82km, 580HM, Fahrzeit 4:35 (11:00) kcal 4266

Temperatur : Morgens um die 18°C, Mittags 22-26°C, morgens Wolkenlos, mittags ziehen Gewitterwolken auf.
Schlussbetrachtung:

In den 7 Tagen bin ich etwas über 700km gefahren. Habe dabei 8730, mit der Fahrt nach Herrenberg wohl 8750 Hm überwunden.
Von dem Service, den die Schweiz den Radfahrern bietet, bin ich mehr als begeistert.

Ich hatte nur einen Regentag, aber der hatte es in sich. 5 Wolkenlose Tage, beinahe zu warm.

An das fahren mit Gepäck gewöhnt man sich. Schön ist, dass die Tourvielfalt mir wohl noch einige Schweizreisen ermöglicht. Das Alter ist kein Grund, so eine Tour nicht zu machen. Im Gegenteil, Flüsschenfahren geht noch, wenn´s hoch nicht mehr geht.

Ich fühle mich kein bisschen müde, im Gegenteil.

Der Mann im Spiegel der mich anschaut wird bald 61. Wenn er wegschaut sind es nur noch 40 na ja, sagen wir 41 Jahre.

The travel report lies on:

Jura Route route-07
Jura Route
Basel–Nyon
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Alpine Panorama Route route-04
Alpine Panorama Route
St. Margrethen–Aigle
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