Cycling in Switzerland

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The travel report lies on:

Rhine Route route-02
Rhine Route
Andermatt–Basel
To route
Berwärts stimmt die Dramaturgie

Berwärts stimmt die Dramaturgie

Am 4 Juni 2001 machte ich mich (43 Jahre "alter" Hobbyradler mit mässig guter Kondition) zu meinem ersten "richtigen" Fahrradurlaub auf. Durch Empfehlung eines Freundes entschied ich mich für die "Rhein-Route" und wollte die Strecke von Basel bis Andermatt in 4-5 Tagen absolvieren.
Am 4 Juni 2001 machte ich mich (43 Jahre "alter" Hobbyradler mit mässig guter Kondition) zu meinem ersten "richtigen" Fahrradurlaub auf. Durch Empfehlung eines Freundes entschied ich mich für die "Rhein-Route" und wollte die Strecke von Basel bis Andermatt in 4-5 Tagen absolvieren. Geplant waren die Tagesetappenziele Laufenburg, Romanshorn, Buchs, Ilanz und - z. T. über die Nord-Süd-Route - bis Arth-Goldau. Mit dem T 100 der FahrradManufaktur und "tiefergelegter" 7-Gang-Schaltung (vorne 4 Zähne mehr) sowie etwa 16 kg Gepäck ging es los.
1. Tag (04.06.01): Flotter Start
Anreise von Köln bis Basel mit dem Zug

Basel - Laufenburg (16 – 19.15 Uhr , 44km, reine Fahrzeit 2 Std. 25 Min.)

Die Beschilderung in Basel war leider etwas verwirrend. Vor der Rheinbrücke folgte ich dem Schild Richtung Rheinfelden nach links. Nördlich des Stroms ging es also dahin, jedoch stellte sich schon bald heraus, dass dies nicht die "Rhein-Route", sondern der Weg über Grenzach-Wyhlen war. Da ich schon relativ spät dran war, entschied ich mich für diese etwas kürzere Variante. In Rheinfelden gelangte ich dann über die Rheinbrücke wieder auf den R 2. Flott ging es bei schönem Wetter weiter, zuerst allerdings auf einem längeren nichtasphaltiertem Abschnitt. Ich übernachtete dann in Laufenburg im Hotel "Schützen"., Allerdings empfehle ich unbedingt, in diesem Hotel unbedingt nur Zimmer nach hinten zu belegen, da vorne und seitlich der Lärm von der Hauptstrasse zu hören ist. Wie in manch anderen Städten entlang des Rheins ist die Grenzgängerei reizvoll: direkt nach der Brücke folgt die deutsche Ausgabe von Laufenburg (mit Telefonzellen, da erspart man sich mit einem kleinen Spaziergang ein Auslandsgespräch nach Hause).
2. Tag: Weite Fahrt
Laufenburg – Schaffhausen - (Zugfahrt -) Kreuzlingen – Romanshorn

(9.45 – 20.20 Uhr, 102 km, reine Fahrtzeit 6 Std. 13 Min., sonnig)

Gehandicapt durch etwas zu wenig Schlaf ging ich den Tag gemächlich an. Bis Mittag hatte ich lediglich 20 km Fahrt hinter mir. Egal, meine Stimmung war gut, bei dem herrlichen Wetter konnte ich schon im T-Shirt die Fahrt beginnen! Auf überwiegend asphaltierten Wegen ging es über Koblenz, Zurzach, Eglisau gut voran. Die 3-Pfeile-Steigung vor Teufen konnte ich im Rad stehend erklimmen. Recht hügelig ging es weiter bis Schaffhausen, wo ich kurz nach 17 Uhr eintraf. Den sehr schönen Abschnitt bis Kreuzlingen bin ich schon letzten Oktober gefahren, so dass ich mich aus Zeitgründen für die Zugfahrt entschied.

Wegen etwas irritierender Beschilderung am Bahnhof in Kreuzlingen habe ich die Rhein-Route erst nach 6 km "wiedergefunden" und konnte nahe am Bodenseeufer die schöne Reststrecke bis zum geplanten Etappenziel hinter mich bringen. Nach insgesamt 98 Tageskilometer machte es hörbar "Pleng!" am Hinterrad – eine Speiche war gebrochen. Etwas vorsichtiger bin ich das kurze Stück bis Romanshorn weiter gefahren, es ging noch einigermassen gut. Die Unterkunft im Hotel "Bahnhof" war ideal. Gegenüber neben dem Bahnhof und dem See gelegen, und vor allem ruhig!
3. Tag: Irrungen und Wirrungen
Romanshorn – Rorschach - (Zugfahrt -) St. Margarethen – Oberriet – (Zugfahrt -) Sargans,

(12.15 – 19.15 Uhr, 47 km, reine Fahrtzeit 2 Std. 54 Min., im Rheintal starker Gegenwind)

Die für morgens angekündigten Niederschläge waren prompt zur Stelle. Da ich jedoch das Rad zuerst zur Reparatur bringen musste, war dies relativ egal. Sehr flexibel reagierte man in der nahen Fahrradwerkstatt: innerhalb einer Stunde war mein Rad repariert! Nachdem ein letzter heftiger Regenschauer vorbei war, ging es erst mal gemütlich weiter bis Rorschach. Werner Koch mit seiner wunderbar-wundersamen "See-Leben"-Trilogie (Buchtipp!) kam mir auch auf der Schweizer Uferseite schon fast zwangsläufig in den Sinn. Wegen des späten Starts entschied ich mich erneut für eine Zugfahrt bis St. Margarethen. Der Zugang zur Bahnsteigunterführung in Rorschach ist vor dem Bahnhof - mit dem Schild "zum Uferweg" (oder so ähnlich) versehen – dadurch habe ich einen Zug verpasst...

Ab St. Margarethen ging es weiter in Richtung Chur ins Rheintal. Es war schon später Nachmittag, ich fuhr demnach flott dahin - trotz unangenehmen Gegenwindes. Am Ende eines nichtasphaltierten Abschnitts kurz vor Altstätten habe ich daher wahrscheinlich einen Wegweiser übersehen und folglich diesen Ort südlich umfahren. Ich fand natürlich wieder zurück auf die "Rhein-Route". Ca. 1 km vor Oberriet war der R 2 nach rechts ausgeschildert, "Oberriet" wurde jedoch auf einem weiteren Schild nach links angezeigt - ? Ich entschied mich für den "Rhein-Route" – Hinweis. Leider stellte sich nach kurzer, schneller Fahrt (jetzt mit Rückenwind, ganz locker konnte ich mit 27 km/h dahinfahren) dies als falsch heraus. Also wieder zurück gegen den Wind und weiter dem Schild "Oberriet" folgend... Wegen Problemen bei der Zimmersuche entschied ich mich schliesslich für eine weitere Zugfahrt nach Sargans. Nach der Ankunft und einigen Anrufen bei verschiedenen Hotels (Prima: In der Schweiz kann man an fast jedem Fahrkartenschalter Unterkunftsverzeichnisse der Region erhalten) entschied ich mich mangels Alternativen für das relativ teure Hotel "Rose". Immerhin erhielt ich für die 95 Franken ein richtiges Appartement.
4. Tag (07.06.): Hart und heftig
Sargans – Landquart – Tamins – (Zugfahrt -) Ilanz – Disentis

(11.30 – 20.15 Uhr, 78 km, reine Fahrt- und Schiebezeit 5 Std. 40 Min., sonnig)

Als Tagesziel hatte ich mir abweichend von der Planung Disentis vorgenommen. Zu Beginn ging es sehr schön auf dem Rheindamm entlang. Statt den Anstieg über Maienfeld nahm ich zuerst die flache Route über Bad Ragaz und fuhr von dort aus weiter über die kaum von Autos befahrene Landstrasse nach Landquart. Erst ab der Autobahnausfahrt nach der Rheinbrücke nahm der Verkehr deutlich zu. Kurz nach Landquart wollte ich wieder weiter auf der Rhein—Route, hatte jedoch wieder mal die Einfädelung verpasst und kam daher erst nach dem Bahnhof in Zizers auf den R 2. Schön ging es weiter an Chur vorbei bis Felsberg. Dort fand ich einen schönen Rastplatz mit Holzbank und Brunnen. Das Schweizer Militär störte hier mit seinem Manövergeknalle leider etwas die Ruhe.

Weiter ging es bis Tamins, die letzten 2 km (nicht asphaltiert) deutlich und stetig ansteigend, im ersten Gang jedoch gut zu machen. Danach ging es aber direkt wieder steil bergab zum Bahnhof Tamins-Reichenau. Den Anstieg hätte ich mir also auch sparen können. Tipp: direkt nach Chur ein kurzes Stück auf dem R 6 fahren und danach auf der Landstrasse über Domat-Ems radeln. Jetzt folgte ich der Empfehlung meines "Rhein-Route" erfahrenen Freundes und nahm bis Ilanz den Zug. Der R 2 über Versam steigt hier ja nur an, um danach wieder stark abwärts zu führen. Ausserdem erlebt man die spektakuläre Landschaft der Ruinaulta nur bei der Fahrt mit der Eisenbahn, der einzige Verkehrsweg durch die Schlucht. Nach der Ankunft in Ilanz ging es weiter auf (leider schon wieder!) nicht asphaltierter Strecke bis Tavanasa. Ausser für ausgewiesene Mountain-Bike-Freaks empfehle ich unbedingt spätestens ab jetzt die Weiterfahrt auf der mässig befahrenen Hauptstrasse bis Disentis! Wie im "Veloland"-Führer richtig angemerkt, folgte ein übler Abschnitt. Wegen des schlechten Weges schob ich die halbe Strecke bis Trun.

Die folgenden Steigungspfeile in der "Veloland"-Karte machten zwar Eindruck, aber die tatsächliche Beschaffung der Strecke war damit noch lange nicht genügend beschrieben. Es folgte der härteste Abschnitt der gesamten Rhein-Route. Mehrmals ging es heftig bergauf und danach wieder fast ebenso bergab, ich musste mehrere Male das Rad schieben. Das kleine Kirchlein von Carvadias erreichte ich also zu Fuss, als es wiederum am Hinterrad "Pleng" machte und erneut eine Speiche abgerissen war... leicht genervt kam ich daher in Disentis an.

Jetzt wurde ich von der grossen Hilfsbereitschaft der "Bellavista""Chefin überrascht. Sie rief sofort die einzige Radwerkstatt am Ort an und organisierte eine rasche Reparatur am nächsten Morgen. Dieses Hotel kann ich also durchaus weiterempfehlen. Falls eine Unterkunft dort jedoch nicht möglich sein sollte, so bietet sich als Alternative das Hotel "Alpsu" an (Rad-Abstellplatz, ruhige Zimmer, EZ 64 Franken mit Frühstück), wo ich mich beim Abendessen von der freundlichen Bewirtung überzeugen konnte.
5. Tag (08.06.): Die "Königsetappe"
Disentis – Oberalppass – Andermatt – Wassen – Erstfeld

(11.30 – 18.30 Uhr, 60 km, reine Fahrtzeit 4 Std. 9 Min., auf dem Pass noch etwa 8° und sehr windig)

Tatsächlich wurde mein Rad wieder prompt repariert. Für künftige Farradreisen empfahl mir der Monteur möglichst ein Fahrzeug mit dickeren Speichen. Jetzt machte ich mich noch bei freundlichem Wetter auf den Weg. Ab Mittag war das Ende der kurzen Schönwetterperiode und damit Regen gemeldet worden. Direkt ab dem Hotel stieg es schon stetig an, so dass ich schon von Beginn an schon meist im ersten Gang gefahren bin. Das Wetter hielt zum Glück noch eine Weile, sogar mit sonnigen Abschnitten.

Als Start für die Passfahrt bietet sich eigentlich Sedrun noch besser an: Es folgt danach für einige km ein recht flacher Abschnitt, so dass man sich erst mal einradeln kann. Ausserdem gibt es dort viele Übernachtungsmöglichkeiten und eine Werkstatt für Zweiräder aller Art. Nach Tschamut kamen die Serpentinen, die Steigung nahm jedoch nur wenig zu, die Konzentration und Faszination dafür immer mehr... Die Sonne verschwand jetzt vollkommen hinter der Bewölkung, der Wind wurde deutlich stärker. Nach 20,6 km, 2 Std. 34 Min. reiner Fahrtzeit und gerademal einem 8er-Schnitt kam ich um 14.40 Uhr auf der Passhöhe an. Wegen dem immer stärkeren Wind (bei vielleicht noch 8°) sowie dem drohenden Regen machte ich nur einen kurzen Foto-Stopp und fuhr gleich weiter. Ein Strassenarbeiter wies mich noch auf einen im unteren Abschnitt der Abfahrt nach Andermatt folgenden kurzen, aber kurvigen Tunnel hin. Also schaltete ich mein Licht ein, es galt ja auch kurz nach der Passhöhe eine etwa 1 km lange Galerie zu durchfahren.

Abwärts ging es natürlich schön voran, ich konnte bis Andermatt zu 99% das Rad einfach rollen lassen. Leider gab es in den langen Geraden zwischen den Kehrschleifen Richtung Südost sehr heftige Windböen, die mich beinahe vom Rad holten! Hier konnte ich nur - immer wieder stark bremsend - mit etwa 15 km/h vorsichtig weiterrollen. In Nordwest-Richtung konnte ich das Rad halbwegs normal laufen lassen. Dennoch war ich 25 Min. später in Andermatt.

Nach 303 km Fahrt mit dem Rad auf oder entlang der "Rhein-Route" kam ich also an deren Ende an. Ich fuhr direkt weiter abwärts Richtung Göschenen. Der Hinweis im "Veloland-Führer" auf den hier starken Verkehr ist absolut korrekt! Die sehr kurvige und steile, aber landschaftlich sehr spektakuläre Autostrasse erfordert grosse Vorsicht, so dass auch hier eine flotte Abfahrt lebensgefährlich wäre. In der Gegenrichtung sollte man auf jeden Fall den in der "Veloland"-Karte empfohlenen "Bahnverlad" wählen! Danach wurde es wieder sehr ruhig, ich liess mich weiter bis Erstfeld rollen. Da es inzwischen zu regnen begonnen hatte entschloss ich mich, nach insgesamt 331 km und rund 2100 bewältigten Höhenmetern dort meine Tour zu beenden. Ich quartierte mich in das angenehme Hotel "Frohsinn" (64 Franken mit Frühstück) ein, bevor es am nächsten Morgen wieder mit dem Zug zurück nach Köln ging.

Trotz nicht immer perfekter Beschilderung empfehle ich die "Rhein-Route" sehr gerne weiter, aus dramaturgischen Gründen natürlich in Richtung Basel-Andermatt. Die Fahrt machte auf jeden Fall Lust auf weitere "Veloland"-Routen in den nächsten Jahren!
Am 4 Juni 2001 machte ich mich (43 Jahre "alter" Hobbyradler mit mässig guter Kondition) zu meinem ersten "richtigen" Fahrradurlaub auf. Durch Empfehlung eines Freundes entschied ich mich für die "Rhein-Route" und wollte die Strecke von Basel bis Andermatt in 4-5 Tagen absolvieren.
Am 4 Juni 2001 machte ich mich (43 Jahre "alter" Hobbyradler mit mässig guter Kondition) zu meinem ersten "richtigen" Fahrradurlaub auf. Durch Empfehlung eines Freundes entschied ich mich für die "Rhein-Route" und wollte die Strecke von Basel bis Andermatt in 4-5 Tagen absolvieren. Geplant waren die Tagesetappenziele Laufenburg, Romanshorn, Buchs, Ilanz und - z. T. über die Nord-Süd-Route - bis Arth-Goldau. Mit dem T 100 der FahrradManufaktur und "tiefergelegter" 7-Gang-Schaltung (vorne 4 Zähne mehr) sowie etwa 16 kg Gepäck ging es los.
1. Tag (04.06.01): Flotter Start
Anreise von Köln bis Basel mit dem Zug

Basel - Laufenburg (16 – 19.15 Uhr , 44km, reine Fahrzeit 2 Std. 25 Min.)

Die Beschilderung in Basel war leider etwas verwirrend. Vor der Rheinbrücke folgte ich dem Schild Richtung Rheinfelden nach links. Nördlich des Stroms ging es also dahin, jedoch stellte sich schon bald heraus, dass dies nicht die "Rhein-Route", sondern der Weg über Grenzach-Wyhlen war. Da ich schon relativ spät dran war, entschied ich mich für diese etwas kürzere Variante. In Rheinfelden gelangte ich dann über die Rheinbrücke wieder auf den R 2. Flott ging es bei schönem Wetter weiter, zuerst allerdings auf einem längeren nichtasphaltiertem Abschnitt. Ich übernachtete dann in Laufenburg im Hotel "Schützen"., Allerdings empfehle ich unbedingt, in diesem Hotel unbedingt nur Zimmer nach hinten zu belegen, da vorne und seitlich der Lärm von der Hauptstrasse zu hören ist. Wie in manch anderen Städten entlang des Rheins ist die Grenzgängerei reizvoll: direkt nach der Brücke folgt die deutsche Ausgabe von Laufenburg (mit Telefonzellen, da erspart man sich mit einem kleinen Spaziergang ein Auslandsgespräch nach Hause).
2. Tag: Weite Fahrt
Laufenburg – Schaffhausen - (Zugfahrt -) Kreuzlingen – Romanshorn

(9.45 – 20.20 Uhr, 102 km, reine Fahrtzeit 6 Std. 13 Min., sonnig)

Gehandicapt durch etwas zu wenig Schlaf ging ich den Tag gemächlich an. Bis Mittag hatte ich lediglich 20 km Fahrt hinter mir. Egal, meine Stimmung war gut, bei dem herrlichen Wetter konnte ich schon im T-Shirt die Fahrt beginnen! Auf überwiegend asphaltierten Wegen ging es über Koblenz, Zurzach, Eglisau gut voran. Die 3-Pfeile-Steigung vor Teufen konnte ich im Rad stehend erklimmen. Recht hügelig ging es weiter bis Schaffhausen, wo ich kurz nach 17 Uhr eintraf. Den sehr schönen Abschnitt bis Kreuzlingen bin ich schon letzten Oktober gefahren, so dass ich mich aus Zeitgründen für die Zugfahrt entschied.

Wegen etwas irritierender Beschilderung am Bahnhof in Kreuzlingen habe ich die Rhein-Route erst nach 6 km "wiedergefunden" und konnte nahe am Bodenseeufer die schöne Reststrecke bis zum geplanten Etappenziel hinter mich bringen. Nach insgesamt 98 Tageskilometer machte es hörbar "Pleng!" am Hinterrad – eine Speiche war gebrochen. Etwas vorsichtiger bin ich das kurze Stück bis Romanshorn weiter gefahren, es ging noch einigermassen gut. Die Unterkunft im Hotel "Bahnhof" war ideal. Gegenüber neben dem Bahnhof und dem See gelegen, und vor allem ruhig!
3. Tag: Irrungen und Wirrungen
Romanshorn – Rorschach - (Zugfahrt -) St. Margarethen – Oberriet – (Zugfahrt -) Sargans,

(12.15 – 19.15 Uhr, 47 km, reine Fahrtzeit 2 Std. 54 Min., im Rheintal starker Gegenwind)

Die für morgens angekündigten Niederschläge waren prompt zur Stelle. Da ich jedoch das Rad zuerst zur Reparatur bringen musste, war dies relativ egal. Sehr flexibel reagierte man in der nahen Fahrradwerkstatt: innerhalb einer Stunde war mein Rad repariert! Nachdem ein letzter heftiger Regenschauer vorbei war, ging es erst mal gemütlich weiter bis Rorschach. Werner Koch mit seiner wunderbar-wundersamen "See-Leben"-Trilogie (Buchtipp!) kam mir auch auf der Schweizer Uferseite schon fast zwangsläufig in den Sinn. Wegen des späten Starts entschied ich mich erneut für eine Zugfahrt bis St. Margarethen. Der Zugang zur Bahnsteigunterführung in Rorschach ist vor dem Bahnhof - mit dem Schild "zum Uferweg" (oder so ähnlich) versehen – dadurch habe ich einen Zug verpasst...

Ab St. Margarethen ging es weiter in Richtung Chur ins Rheintal. Es war schon später Nachmittag, ich fuhr demnach flott dahin - trotz unangenehmen Gegenwindes. Am Ende eines nichtasphaltierten Abschnitts kurz vor Altstätten habe ich daher wahrscheinlich einen Wegweiser übersehen und folglich diesen Ort südlich umfahren. Ich fand natürlich wieder zurück auf die "Rhein-Route". Ca. 1 km vor Oberriet war der R 2 nach rechts ausgeschildert, "Oberriet" wurde jedoch auf einem weiteren Schild nach links angezeigt - ? Ich entschied mich für den "Rhein-Route" – Hinweis. Leider stellte sich nach kurzer, schneller Fahrt (jetzt mit Rückenwind, ganz locker konnte ich mit 27 km/h dahinfahren) dies als falsch heraus. Also wieder zurück gegen den Wind und weiter dem Schild "Oberriet" folgend... Wegen Problemen bei der Zimmersuche entschied ich mich schliesslich für eine weitere Zugfahrt nach Sargans. Nach der Ankunft und einigen Anrufen bei verschiedenen Hotels (Prima: In der Schweiz kann man an fast jedem Fahrkartenschalter Unterkunftsverzeichnisse der Region erhalten) entschied ich mich mangels Alternativen für das relativ teure Hotel "Rose". Immerhin erhielt ich für die 95 Franken ein richtiges Appartement.
4. Tag (07.06.): Hart und heftig
Sargans – Landquart – Tamins – (Zugfahrt -) Ilanz – Disentis

(11.30 – 20.15 Uhr, 78 km, reine Fahrt- und Schiebezeit 5 Std. 40 Min., sonnig)

Als Tagesziel hatte ich mir abweichend von der Planung Disentis vorgenommen. Zu Beginn ging es sehr schön auf dem Rheindamm entlang. Statt den Anstieg über Maienfeld nahm ich zuerst die flache Route über Bad Ragaz und fuhr von dort aus weiter über die kaum von Autos befahrene Landstrasse nach Landquart. Erst ab der Autobahnausfahrt nach der Rheinbrücke nahm der Verkehr deutlich zu. Kurz nach Landquart wollte ich wieder weiter auf der Rhein—Route, hatte jedoch wieder mal die Einfädelung verpasst und kam daher erst nach dem Bahnhof in Zizers auf den R 2. Schön ging es weiter an Chur vorbei bis Felsberg. Dort fand ich einen schönen Rastplatz mit Holzbank und Brunnen. Das Schweizer Militär störte hier mit seinem Manövergeknalle leider etwas die Ruhe.

Weiter ging es bis Tamins, die letzten 2 km (nicht asphaltiert) deutlich und stetig ansteigend, im ersten Gang jedoch gut zu machen. Danach ging es aber direkt wieder steil bergab zum Bahnhof Tamins-Reichenau. Den Anstieg hätte ich mir also auch sparen können. Tipp: direkt nach Chur ein kurzes Stück auf dem R 6 fahren und danach auf der Landstrasse über Domat-Ems radeln. Jetzt folgte ich der Empfehlung meines "Rhein-Route" erfahrenen Freundes und nahm bis Ilanz den Zug. Der R 2 über Versam steigt hier ja nur an, um danach wieder stark abwärts zu führen. Ausserdem erlebt man die spektakuläre Landschaft der Ruinaulta nur bei der Fahrt mit der Eisenbahn, der einzige Verkehrsweg durch die Schlucht. Nach der Ankunft in Ilanz ging es weiter auf (leider schon wieder!) nicht asphaltierter Strecke bis Tavanasa. Ausser für ausgewiesene Mountain-Bike-Freaks empfehle ich unbedingt spätestens ab jetzt die Weiterfahrt auf der mässig befahrenen Hauptstrasse bis Disentis! Wie im "Veloland"-Führer richtig angemerkt, folgte ein übler Abschnitt. Wegen des schlechten Weges schob ich die halbe Strecke bis Trun.

Die folgenden Steigungspfeile in der "Veloland"-Karte machten zwar Eindruck, aber die tatsächliche Beschaffung der Strecke war damit noch lange nicht genügend beschrieben. Es folgte der härteste Abschnitt der gesamten Rhein-Route. Mehrmals ging es heftig bergauf und danach wieder fast ebenso bergab, ich musste mehrere Male das Rad schieben. Das kleine Kirchlein von Carvadias erreichte ich also zu Fuss, als es wiederum am Hinterrad "Pleng" machte und erneut eine Speiche abgerissen war... leicht genervt kam ich daher in Disentis an.

Jetzt wurde ich von der grossen Hilfsbereitschaft der "Bellavista""Chefin überrascht. Sie rief sofort die einzige Radwerkstatt am Ort an und organisierte eine rasche Reparatur am nächsten Morgen. Dieses Hotel kann ich also durchaus weiterempfehlen. Falls eine Unterkunft dort jedoch nicht möglich sein sollte, so bietet sich als Alternative das Hotel "Alpsu" an (Rad-Abstellplatz, ruhige Zimmer, EZ 64 Franken mit Frühstück), wo ich mich beim Abendessen von der freundlichen Bewirtung überzeugen konnte.
5. Tag (08.06.): Die "Königsetappe"
Disentis – Oberalppass – Andermatt – Wassen – Erstfeld

(11.30 – 18.30 Uhr, 60 km, reine Fahrtzeit 4 Std. 9 Min., auf dem Pass noch etwa 8° und sehr windig)

Tatsächlich wurde mein Rad wieder prompt repariert. Für künftige Farradreisen empfahl mir der Monteur möglichst ein Fahrzeug mit dickeren Speichen. Jetzt machte ich mich noch bei freundlichem Wetter auf den Weg. Ab Mittag war das Ende der kurzen Schönwetterperiode und damit Regen gemeldet worden. Direkt ab dem Hotel stieg es schon stetig an, so dass ich schon von Beginn an schon meist im ersten Gang gefahren bin. Das Wetter hielt zum Glück noch eine Weile, sogar mit sonnigen Abschnitten.

Als Start für die Passfahrt bietet sich eigentlich Sedrun noch besser an: Es folgt danach für einige km ein recht flacher Abschnitt, so dass man sich erst mal einradeln kann. Ausserdem gibt es dort viele Übernachtungsmöglichkeiten und eine Werkstatt für Zweiräder aller Art. Nach Tschamut kamen die Serpentinen, die Steigung nahm jedoch nur wenig zu, die Konzentration und Faszination dafür immer mehr... Die Sonne verschwand jetzt vollkommen hinter der Bewölkung, der Wind wurde deutlich stärker. Nach 20,6 km, 2 Std. 34 Min. reiner Fahrtzeit und gerademal einem 8er-Schnitt kam ich um 14.40 Uhr auf der Passhöhe an. Wegen dem immer stärkeren Wind (bei vielleicht noch 8°) sowie dem drohenden Regen machte ich nur einen kurzen Foto-Stopp und fuhr gleich weiter. Ein Strassenarbeiter wies mich noch auf einen im unteren Abschnitt der Abfahrt nach Andermatt folgenden kurzen, aber kurvigen Tunnel hin. Also schaltete ich mein Licht ein, es galt ja auch kurz nach der Passhöhe eine etwa 1 km lange Galerie zu durchfahren.

Abwärts ging es natürlich schön voran, ich konnte bis Andermatt zu 99% das Rad einfach rollen lassen. Leider gab es in den langen Geraden zwischen den Kehrschleifen Richtung Südost sehr heftige Windböen, die mich beinahe vom Rad holten! Hier konnte ich nur - immer wieder stark bremsend - mit etwa 15 km/h vorsichtig weiterrollen. In Nordwest-Richtung konnte ich das Rad halbwegs normal laufen lassen. Dennoch war ich 25 Min. später in Andermatt.

Nach 303 km Fahrt mit dem Rad auf oder entlang der "Rhein-Route" kam ich also an deren Ende an. Ich fuhr direkt weiter abwärts Richtung Göschenen. Der Hinweis im "Veloland-Führer" auf den hier starken Verkehr ist absolut korrekt! Die sehr kurvige und steile, aber landschaftlich sehr spektakuläre Autostrasse erfordert grosse Vorsicht, so dass auch hier eine flotte Abfahrt lebensgefährlich wäre. In der Gegenrichtung sollte man auf jeden Fall den in der "Veloland"-Karte empfohlenen "Bahnverlad" wählen! Danach wurde es wieder sehr ruhig, ich liess mich weiter bis Erstfeld rollen. Da es inzwischen zu regnen begonnen hatte entschloss ich mich, nach insgesamt 331 km und rund 2100 bewältigten Höhenmetern dort meine Tour zu beenden. Ich quartierte mich in das angenehme Hotel "Frohsinn" (64 Franken mit Frühstück) ein, bevor es am nächsten Morgen wieder mit dem Zug zurück nach Köln ging.

Trotz nicht immer perfekter Beschilderung empfehle ich die "Rhein-Route" sehr gerne weiter, aus dramaturgischen Gründen natürlich in Richtung Basel-Andermatt. Die Fahrt machte auf jeden Fall Lust auf weitere "Veloland"-Routen in den nächsten Jahren!

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