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Wanderland

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Dieser Reisebericht liegt an:

Jura-Höhenweg route-05
Jura-Höhenweg
Dielsdorf–Nyon
Zur Route
Projekt Jura-Höhenweg

Projekt Jura-Höhenweg

Einmal den gesamten Schweizer Jurabogen abwandern. Quasi von Zürich an den Genfersee. Das haben wir uns anfangs Jahr vorgenommen und starten im April unsere erste Etappe in Dielsdorf. Mehr als 300 Kilometer liegen vor uns.
Einmal den gesamten Schweizer Jurabogen abwandern. Quasi von Zürich an den Genfersee. Das haben wir uns anfangs Jahr vorgenommen und starten im April unsere erste Etappe in Dielsdorf. Mehr als 300 Kilometer liegen vor uns.

In Wandermontur in die Zürcher Agglomeration zu fahren, ist etwas ungewohnt. Doch bereits im mittelalterliche Städtchen Regensberg lassen wir den urbanen Lärm hinter uns. Auf der Hochwacht stellt sich bereits zum ersten Mal etwas “Juragrätli-Feeling” ein und beim Schartenfels wartet im gleichnamigen Restaurant das erste kulinarische Highlight auf uns. Die Anfangsetappen des Jura Höhenweges führen bereits über mehrere kleine Pässe und durch verschiedene Kantone. Auch den ersten Kantonshöhepunkt (P. 908 im Kanton Aargau) können wir im Vorbeigehen mitnehmen; zwei weitere werden im Verlaufe der Wanderung noch folgen.

Wir halten uns mehr oder weniger an die von “Wanderland Schweiz” vorgeschlagenen Etappen, welche sehr gut auf den öffentlichen Verkehr abgestimmt sind und meistens so zwischen 3 bis 6 Stunden Marschzeit beinhalten. Kürzere Etappen legen wir auch mal zusammen oder wandern mehrere Tage am Stück. So zum Beispiel am Osterwochenende, wo wir doch tatsächlich auf der Geissflue in einen Schneesturm geraten. Überhaupt bieten sich uns immer wieder Wetterkapriolen, von Regen über Windböen, Schnee und Hagel ist alles dabei. Manchmal sogar auch die Sonne…

Trotz der eher widrigen Wettervorhersagen wollen wir das ein oder andere mal unterweg biwakieren. So zum Beispiel auf dem Weissenstein, wo wir ein lauschiges Plätzchen etwas abseits des Wanderweges finden und ein einfaches Pasta-zNacht mit wunderschöner Aussicht ins Mittelland geniessen. Am nächsten Morgen schwöre ich mir, endlich einen wärmeren Schlafsack zu kaufen (was ich in der Zwischenzeit tatsächlich getan habe!), doch lange frieren müssen wir nicht, denn der stotzige Aufstieg auf die Hasenmatt bringt einem doch ziemlich ins Schwitzen.

Kurz darauf erreichen wir die Sprachgrenze und folgen fortan nicht mehr den Wegweisern des “Jura Höhenweges”, sondern jenen des “Chemin de crêtes”. Es mag Einbildung sein, aber irgendwie ändert sich hier auch der Charme der ganzen Umgebung. Es gibt keine Bergbeizlis mehr, die einem Früchtekuchen servieren, dafür Métairies, wo man Grenadine-Sirup trinkt. Es kommt beinahe Ferienstimmung auf. Allerdings etwas anstrengede Ferien, jedenfalls während dem langen Aufstieg auf den Chasseral. Dies ist für mich so etwas wie die Königsetappe, vor allem wegen der majestätischen Aussicht, und wir dürfen sie bei absolutem Kaiserwetter erwandern.

Und gleich darauf folgt der nächste Höhepunkt: der Creux du Van. Dieses natürliche Amphitheater ist für mich einer der schönsten und eindrücklichsten Plätze überhaupt in unserem Land (wenn nicht sogar auf der Welt) und so wollen wir diese Etappe regelrecht zelebrieren. Da die ganze Umgebung Naturschutzgebiet ist, wird dieses Mal nicht im Zelt, sondern in einer Métairie übernachtet. Dort geniessen wir zuerst ein leckeres Fondue und anschliessend einen atemberaubenden Sonnenuntergang, bevor wir todmüde ins Bett fallen – die Etappe vom Vue-des-Alpes – Pass bis hierhin war mit 8 Stunden und über 1000 Höhenmeter ein happigs Stück Arbeit. Davon zeugen auch die Blasen am grossen Zeh, aber wenn einem der Jura Höhenweg eines lehrt, dann: Compeed gehören stets ins Handgepäck ;-)

Mit den nächsten beiden Etappenzielen Ste Croix und Vallorbe nähern wir uns schon fast dem Ende unseres Projektes. Ein Highlight wartet mit dem Lac de Joux jedoch noch auf uns. Wir unsererseits warten dafür auf ein Schönwetterfenster, welches eine 2 oder 3-tägige Wanderung mit campieren erlaubt. An diesem letzten Juni-Wochenende sind die Prognosen aber eher durchzogen, weshalb wir uns entscheiden, nicht weiter zu wandern und stattdessen nur einen Vormittag gemütlich klettern zu gehen. Ein folgeschwerer Entschluss: aus dem gemütlichen Klettern resultierte leider ein äusserst ungemütlicher Unfall, welcher mich den ganzen Sommer über ausser Gefecht setzte und so bleibt auch das Projekt Jura Höhenweg bis zum heutigen Tage unvollendet.

Ob wir es bis Ende Jahr noch bis an den Genfersee schaffen – vielleicht mit Schneeschuhen? – bleibt abzuwarten. Ich bin seit knapp einem Monat Gips und Krücken los und schon fast übermotiviert, endlich wieder die Wanderschuhe zu schnüren. Doch auch wenn Geduld absolut nicht meine Stärke ist, so lehrte mich dies mein eigener Körper in den vergangen Wochen und Monaten mehr als deutlich…
Einmal den gesamten Schweizer Jurabogen abwandern. Quasi von Zürich an den Genfersee. Das haben wir uns anfangs Jahr vorgenommen und starten im April unsere erste Etappe in Dielsdorf. Mehr als 300 Kilometer liegen vor uns.
Einmal den gesamten Schweizer Jurabogen abwandern. Quasi von Zürich an den Genfersee. Das haben wir uns anfangs Jahr vorgenommen und starten im April unsere erste Etappe in Dielsdorf. Mehr als 300 Kilometer liegen vor uns.

In Wandermontur in die Zürcher Agglomeration zu fahren, ist etwas ungewohnt. Doch bereits im mittelalterliche Städtchen Regensberg lassen wir den urbanen Lärm hinter uns. Auf der Hochwacht stellt sich bereits zum ersten Mal etwas “Juragrätli-Feeling” ein und beim Schartenfels wartet im gleichnamigen Restaurant das erste kulinarische Highlight auf uns. Die Anfangsetappen des Jura Höhenweges führen bereits über mehrere kleine Pässe und durch verschiedene Kantone. Auch den ersten Kantonshöhepunkt (P. 908 im Kanton Aargau) können wir im Vorbeigehen mitnehmen; zwei weitere werden im Verlaufe der Wanderung noch folgen.

Wir halten uns mehr oder weniger an die von “Wanderland Schweiz” vorgeschlagenen Etappen, welche sehr gut auf den öffentlichen Verkehr abgestimmt sind und meistens so zwischen 3 bis 6 Stunden Marschzeit beinhalten. Kürzere Etappen legen wir auch mal zusammen oder wandern mehrere Tage am Stück. So zum Beispiel am Osterwochenende, wo wir doch tatsächlich auf der Geissflue in einen Schneesturm geraten. Überhaupt bieten sich uns immer wieder Wetterkapriolen, von Regen über Windböen, Schnee und Hagel ist alles dabei. Manchmal sogar auch die Sonne…

Trotz der eher widrigen Wettervorhersagen wollen wir das ein oder andere mal unterweg biwakieren. So zum Beispiel auf dem Weissenstein, wo wir ein lauschiges Plätzchen etwas abseits des Wanderweges finden und ein einfaches Pasta-zNacht mit wunderschöner Aussicht ins Mittelland geniessen. Am nächsten Morgen schwöre ich mir, endlich einen wärmeren Schlafsack zu kaufen (was ich in der Zwischenzeit tatsächlich getan habe!), doch lange frieren müssen wir nicht, denn der stotzige Aufstieg auf die Hasenmatt bringt einem doch ziemlich ins Schwitzen.

Kurz darauf erreichen wir die Sprachgrenze und folgen fortan nicht mehr den Wegweisern des “Jura Höhenweges”, sondern jenen des “Chemin de crêtes”. Es mag Einbildung sein, aber irgendwie ändert sich hier auch der Charme der ganzen Umgebung. Es gibt keine Bergbeizlis mehr, die einem Früchtekuchen servieren, dafür Métairies, wo man Grenadine-Sirup trinkt. Es kommt beinahe Ferienstimmung auf. Allerdings etwas anstrengede Ferien, jedenfalls während dem langen Aufstieg auf den Chasseral. Dies ist für mich so etwas wie die Königsetappe, vor allem wegen der majestätischen Aussicht, und wir dürfen sie bei absolutem Kaiserwetter erwandern.

Und gleich darauf folgt der nächste Höhepunkt: der Creux du Van. Dieses natürliche Amphitheater ist für mich einer der schönsten und eindrücklichsten Plätze überhaupt in unserem Land (wenn nicht sogar auf der Welt) und so wollen wir diese Etappe regelrecht zelebrieren. Da die ganze Umgebung Naturschutzgebiet ist, wird dieses Mal nicht im Zelt, sondern in einer Métairie übernachtet. Dort geniessen wir zuerst ein leckeres Fondue und anschliessend einen atemberaubenden Sonnenuntergang, bevor wir todmüde ins Bett fallen – die Etappe vom Vue-des-Alpes – Pass bis hierhin war mit 8 Stunden und über 1000 Höhenmeter ein happigs Stück Arbeit. Davon zeugen auch die Blasen am grossen Zeh, aber wenn einem der Jura Höhenweg eines lehrt, dann: Compeed gehören stets ins Handgepäck ;-)

Mit den nächsten beiden Etappenzielen Ste Croix und Vallorbe nähern wir uns schon fast dem Ende unseres Projektes. Ein Highlight wartet mit dem Lac de Joux jedoch noch auf uns. Wir unsererseits warten dafür auf ein Schönwetterfenster, welches eine 2 oder 3-tägige Wanderung mit campieren erlaubt. An diesem letzten Juni-Wochenende sind die Prognosen aber eher durchzogen, weshalb wir uns entscheiden, nicht weiter zu wandern und stattdessen nur einen Vormittag gemütlich klettern zu gehen. Ein folgeschwerer Entschluss: aus dem gemütlichen Klettern resultierte leider ein äusserst ungemütlicher Unfall, welcher mich den ganzen Sommer über ausser Gefecht setzte und so bleibt auch das Projekt Jura Höhenweg bis zum heutigen Tage unvollendet.

Ob wir es bis Ende Jahr noch bis an den Genfersee schaffen – vielleicht mit Schneeschuhen? – bleibt abzuwarten. Ich bin seit knapp einem Monat Gips und Krücken los und schon fast übermotiviert, endlich wieder die Wanderschuhe zu schnüren. Doch auch wenn Geduld absolut nicht meine Stärke ist, so lehrte mich dies mein eigener Körper in den vergangen Wochen und Monaten mehr als deutlich…

Dieser Reisebericht liegt an:

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