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Veloland

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Start und Ziel Bodensee 1
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Start und Ziel Bodensee 2
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Start und Ziel Bodensee 5
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Start und Ziel Bodensee 7
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Start und Ziel Bodensee 8
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Start und Ziel Bodensee 9
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Start und Ziel Bodensee 11
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Start und Ziel Bodensee 12
Start und Ziel Bodensee 13
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Start und Ziel Bodensee 14
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Dieser Reisebericht liegt an:

Aare-Route route-08
Aare-Route
Oberwald (Gletsch)–Koblenz
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Rhein-Route route-02
Rhein-Route
Andermatt–Basel
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Seen-Route route-09
Seen-Route
Montreux–Rorschach
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Mittelland-Route route-05
Mittelland-Route
Romanshorn–Lausanne
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Rundreise mit Start und Ziel Bodensee auf den Routen 5,8,9 und 2

Rundreise mit Start und Ziel Bodensee auf den Routen 5,8,9 und 2

Geisterstimmen, Gletschermühlen und Hundertwasser.
Nachdem ich in den vergangenen Jahren auf einigen schönen Velotouren in der Schweiz unterwegs war, wollte ich weitere Touren kennenlernen. Nicht die kompletten Strecken der neun Hauptrouten reizten mich, sondern durch deren Verbund konnte man interessante Rundreisen zusammenstellen. Am 28.6.03 begann meine Tour de Suisse. Von Karlsruhe aus reiste ich mit der Bahn zum Start und Ziel an den Bodensee.
1.Tag: Konstanz – Winterthur = 100 km / 350 Hm

Vom Bodensee stieg ich bald auf die Route 5 um und radelte westwärts. In Bischofszell legte ich eine Pause ein und besichtigte die Altstadt, wo gerade mitten auf der Marktgasse eine Rosenschau geboten wurde. Weiter ging es über die alte Äbtestadt Wil an der munter plätscherten Töss entlang nach Winterthur – mein erstes Quartier. Der erhoffte Altstadtbummel fiel durch ein Volksfest mit Massen von Menschen aus. Doch unter so viel Leuten kam keine Langeweile auf.
2.Tag nach Solothurn = 150 km / 300 Hm

Die Sonne meinte es heute besonders gut, es wurde sehr heiß. In Wettingen fuhr ich über eine alte Holzbrücke, als plötzlich eine Stimme sagte: " Warum immer so schnell?" Weil ich niemanden sah, dachte ich mir: Oh weh, jetzt hat mir die brennende Sonne den Geist verwirrt! Später sagte mir eine Passantin, dass dieses eine Installation für eine Kunstausstellung sei. Auf der Weiterfahrt kam ich am Kloster Königsfelden vorbei und schaute mir die wunderschönen Glasbilder in der Kirche an.

Während aus allen Freibädern fröhliches Kinderlachen erscholl, schmorte ich auf dem Rad. Auch an der Aare waren alle flachen Stellen mit Badegästen belegt. Ich konnte nicht mehr widerstehen und nahm eine Abkühlung in der Aare. Da hörte ich schon wieder Geisterstimmen. Eine Nixe rief: "Bleibe im Wasser, es ist so wohltuend". Doch mein Tacho sagte: "Auf, auf, es gibt noch viel zu tun". Ach, wie hart ist so ein Radlerleben! Gegen 18 Uhr erreichte ich das romantische Olten. Nicht die schmucken Häuser, sondern ein erfrischender Brunnen begeisterte mich. Erst bei Sonnenuntergang fuhr ich in Solothurn ein.
3.Tag nach Bern = 85 km / 250 Hm

Am Morgen holte ich erst einmal einen Bummel durch die idyllische Altstadt von Solothurn (1) nach. Bald war der Bieler See erreicht und ich nahm ein belebendes Bad. Hier war es menschenleer - ich konnte meine Badehose sparen. Nun bog ich auf die Route Nr. 8 ein und kam an mehreren Stauseen vorbei nach Bern. Heute blieb mir genügend Zeit für einen ausgiebigen Stadtbummel. Die mächtigen Laubengänge sind typisch für Bern, sie wurden erst nachträglich in früheren Jahren für die Handwerkern angebaut. Von der Terrasse vor dem Münster hatte man einen exponierten Ausblick auf die tief unten fließende Aare.
4.Tag nach Interlaken = 70 km

Über leichtes Gelände durch Wiesen und Wälder kam ich nach Thun. In der alten Burg besichtigte ich die Ausstellung über die regionale Geschichte, besonders das Mittelalter und die militärische Abteilung faszinierten mich. Der Weg führte immer am Thuner See entlang. Spiez bot mit den vielen Segelbooten ein beschauliches Bild. In Interlaken (2) herrschte dagegen ein reger Touristenrummel. Schnell ein Foto gemacht und weiter ging es ins nahe Böningen in die Jugendherberge direkt am Brienzer See. Hier kehrte wieder Ruhe ein.
5.Tag nach Meiringen = 50 km / 300 Hm

Die direkte Strecke hatte nur 25 km, doch ich machte noch einen Abstecher nach Lauterbrunnen. Von dort fuhr ich mit der Bahn zur Kleinen Scheidegg auf 2060 m hoch. Von hier aus erscheint das Massiv (Eiger, Mönch u. Jungfrau) in seiner ganzen Wucht (3). Über 2000 Hm zählen die Flanken aus Gestein und Eis. Wer denkt da nicht an die Kletterberichte durch die Eiger-Nordwand. An diesem Platz könnte man stundenlang verweilen.

In Lauterbrunnen setzte ich meine Radtour fort. Die Strecke verlief am Brienzer See zuerst sehr genussvoll, später kletterte sie immer höher und höher. Am Giessbach-Wasserfall schob ich das Rad über einen steilen Felsenweg hinab. Dann konnte man das Fahrrad nach Meiringen flott rollen lassen. Beim Abendessen in Meiringen habe ich natürlich eine "Meringue" zum Dessert verspeist.

Die Ausgrabungen unter der Michaelskirche in Meiringen zeigen auf anschaulichen Tafeln die Baugeschichte vom 11. Jh. an. Wenn diese Steine reden könnten!
6.Tag nach Luzern = 65 km / 650 Hm

Ein Regentag eignete sich gut für die Aareschlucht, denn dort tropft es sowieso von den Wänden. In der Schlucht konnte ich mich auf dem Steg von der Gewalt des Wassers überzeugen. Die wild rauschenden Gletschermühlen waren ein Naturschauspiel.

Nun musste der Brünigpass erklommen werden. Das Wetter besserte sich und ich konnte bei der schnellen Abfahrt zum Lungerer See hinunter die Reifen summen lassen. Nach dem Sarner See (4) folgte der Alpnacher See bis ich zum Vierwaldstätter See kam. Der Einsiedler Bruder Klaus von Flüeli, der vor 500 Jahren hier lebte, hätte wohl auch zu mir gesagt: " Warum immer so schnell?" Je nach Licht und Wolken färbten sich die Seen von hellblau bis dunkelgrün. Ein imponierendes Farbenspiel. Der Radweg am Vierwaldstätter See bot ein großartiges Panorama, nicht nur die Passagierschiffe, auch der Pilatus (5) und der Rigi zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Bei strahlendem Sonnenschein rollte ich in Luzern ein und bummelte durch die Altstadt und über die alte Holzbrücke (6). Den Abend ließ ich am See mit Blick auf die Berge und meinen Gedanken über den erlebnisreichen Tag ausklingen.
7.Tag nach Rapperswil = 100 km / 900 Hm

Auf staubfreier Straße verließ ich Luzern, soll heißen, es regnete. Der Weg mit dem Naturbelag schmückte mich von oben bis unten mit Sommersprossen. Nach 15 km hatte ich wieder Asphalt unter den Rädern und nutzte den nächsten Brunnen zur Reinigung, weil Sand in den Bremsen knirschte. Nach Cham und Zug (7) am Zuger See begann die erste "Bergwertung", nach dem Ägerisee folgte die nächste, erst in Einsiedeln in der berühmten Wallfahrtskirche (8) kam ich zum Atemholen. In der Gnadenkapelle hatten sich Pilger still im Gebet vor der Schwarzen Mutter Gottes versammelt. Das Auf und Ab ging für mich weiter, bis sich endgültig die Straße steil hinunter zum Zürichsee absenkte. Über den Seedamm, der alte Holzsteg für die Pilger ist teilweise nachgebaut, erreichte ich Rapperswil. Das regnerische Wetter begleitete mich den ganzen Tag, das konnte einen alten Seemann nicht erschüttern, hatte ich doch vor 40 Jahren in der Karibik einen Hurrikan überstanden. Der Abendspaziergang in der hereinbrechenden Dämmerung erfüllte mich inmitten der einzigartigen Seenlandschaft mit Harmonie. Mit etwas Qi Gong lockerte ich meinen Körper auf und hatte danach einen erholsamen Schlaf.
8.Tag nach Vaduz = 80 km

Dunkle Wolken kämpften mit den Bergen, aber auf der Straße blieb es trocken. Der Weg schlängelte sich von hohen Bergen umrahmt durch grüne Täler. Oft dachte man, es ging nicht mehr weiter und doch zeigte sich ein schmaler Durchlass. Am Walensee (9) legte ich noch eine Pause ein, bis die beeindruckende Tunnelfahrt (10) mit der ungewöhnlichen Geräuschkulisse begann. Die gewaltigen Felswände des Churfirsten säumten den See am Nordufer. Vom Thuner See bis hierher war ich an zehn großen Seen entlang geradelt, deshalb heißt diese Strecke (Nr.9) auch die Seen-Route. Ab jetzt rollte ich nur noch auf ebener Straße über Sarganz am Rhein entlang nach Vaduz (Liechtenstein). In der Fußgängerzone (11) standen sehr moderne Skulpturen – sicher keine arme Stadt! Am Abend konnte ich mich vor der imposanten Bergkulisse im Mondschein wieder auf meine Art entspannen.
9.Tag nach Konstanz = 100 km

Im immer breiter werdenden Rheintal (12) radelte ich über St. Margrethen auf den Bodensee zu. Kurz vor Rorschach stand das letzte Bauwerk von Friedensreich Hundertwasser (13). Im phantasievollen Gebäude war neben einen Restaurant auch ein Museum eingerichtet. Die Heiterkeit vom Hundertwasser übertrug sich sogar auf die schwungvollen Zebrastreifen vor dem Haus. Heute am Sonntag herrschte reger Badebetrieb am Bodensee (14), auch mich lockte es ins Wasser, bevor ich den Zug von Konstanz nach Karlsruhe bestieg.

Es war wieder eine phantastische Tour. Ach, könnte ich doch die Zeit anhalten! Wenn nicht, dann komme ich eben wieder. Bis auf eine Übernachtung schlief ich immer in Jugendherbergen und war hoch zufrieden. Die Häuser sind sehr sauber und modern eingerichtet.

Als Jahrgang 39 schlafe ich gerne mit jungen Leuten in einem Zimmer, weil die, anders als die Alten auf den Berghütten, nicht schnarchen. Überall kam ich mit netten Leuten ins Gespräch, besonders in den Jugendherbergen trifft man Menschen aus aller Herren Länder.
Geisterstimmen, Gletschermühlen und Hundertwasser.
Nachdem ich in den vergangenen Jahren auf einigen schönen Velotouren in der Schweiz unterwegs war, wollte ich weitere Touren kennenlernen. Nicht die kompletten Strecken der neun Hauptrouten reizten mich, sondern durch deren Verbund konnte man interessante Rundreisen zusammenstellen. Am 28.6.03 begann meine Tour de Suisse. Von Karlsruhe aus reiste ich mit der Bahn zum Start und Ziel an den Bodensee.
1.Tag: Konstanz – Winterthur = 100 km / 350 Hm

Vom Bodensee stieg ich bald auf die Route 5 um und radelte westwärts. In Bischofszell legte ich eine Pause ein und besichtigte die Altstadt, wo gerade mitten auf der Marktgasse eine Rosenschau geboten wurde. Weiter ging es über die alte Äbtestadt Wil an der munter plätscherten Töss entlang nach Winterthur – mein erstes Quartier. Der erhoffte Altstadtbummel fiel durch ein Volksfest mit Massen von Menschen aus. Doch unter so viel Leuten kam keine Langeweile auf.
2.Tag nach Solothurn = 150 km / 300 Hm

Die Sonne meinte es heute besonders gut, es wurde sehr heiß. In Wettingen fuhr ich über eine alte Holzbrücke, als plötzlich eine Stimme sagte: " Warum immer so schnell?" Weil ich niemanden sah, dachte ich mir: Oh weh, jetzt hat mir die brennende Sonne den Geist verwirrt! Später sagte mir eine Passantin, dass dieses eine Installation für eine Kunstausstellung sei. Auf der Weiterfahrt kam ich am Kloster Königsfelden vorbei und schaute mir die wunderschönen Glasbilder in der Kirche an.

Während aus allen Freibädern fröhliches Kinderlachen erscholl, schmorte ich auf dem Rad. Auch an der Aare waren alle flachen Stellen mit Badegästen belegt. Ich konnte nicht mehr widerstehen und nahm eine Abkühlung in der Aare. Da hörte ich schon wieder Geisterstimmen. Eine Nixe rief: "Bleibe im Wasser, es ist so wohltuend". Doch mein Tacho sagte: "Auf, auf, es gibt noch viel zu tun". Ach, wie hart ist so ein Radlerleben! Gegen 18 Uhr erreichte ich das romantische Olten. Nicht die schmucken Häuser, sondern ein erfrischender Brunnen begeisterte mich. Erst bei Sonnenuntergang fuhr ich in Solothurn ein.
3.Tag nach Bern = 85 km / 250 Hm

Am Morgen holte ich erst einmal einen Bummel durch die idyllische Altstadt von Solothurn (1) nach. Bald war der Bieler See erreicht und ich nahm ein belebendes Bad. Hier war es menschenleer - ich konnte meine Badehose sparen. Nun bog ich auf die Route Nr. 8 ein und kam an mehreren Stauseen vorbei nach Bern. Heute blieb mir genügend Zeit für einen ausgiebigen Stadtbummel. Die mächtigen Laubengänge sind typisch für Bern, sie wurden erst nachträglich in früheren Jahren für die Handwerkern angebaut. Von der Terrasse vor dem Münster hatte man einen exponierten Ausblick auf die tief unten fließende Aare.
4.Tag nach Interlaken = 70 km

Über leichtes Gelände durch Wiesen und Wälder kam ich nach Thun. In der alten Burg besichtigte ich die Ausstellung über die regionale Geschichte, besonders das Mittelalter und die militärische Abteilung faszinierten mich. Der Weg führte immer am Thuner See entlang. Spiez bot mit den vielen Segelbooten ein beschauliches Bild. In Interlaken (2) herrschte dagegen ein reger Touristenrummel. Schnell ein Foto gemacht und weiter ging es ins nahe Böningen in die Jugendherberge direkt am Brienzer See. Hier kehrte wieder Ruhe ein.
5.Tag nach Meiringen = 50 km / 300 Hm

Die direkte Strecke hatte nur 25 km, doch ich machte noch einen Abstecher nach Lauterbrunnen. Von dort fuhr ich mit der Bahn zur Kleinen Scheidegg auf 2060 m hoch. Von hier aus erscheint das Massiv (Eiger, Mönch u. Jungfrau) in seiner ganzen Wucht (3). Über 2000 Hm zählen die Flanken aus Gestein und Eis. Wer denkt da nicht an die Kletterberichte durch die Eiger-Nordwand. An diesem Platz könnte man stundenlang verweilen.

In Lauterbrunnen setzte ich meine Radtour fort. Die Strecke verlief am Brienzer See zuerst sehr genussvoll, später kletterte sie immer höher und höher. Am Giessbach-Wasserfall schob ich das Rad über einen steilen Felsenweg hinab. Dann konnte man das Fahrrad nach Meiringen flott rollen lassen. Beim Abendessen in Meiringen habe ich natürlich eine "Meringue" zum Dessert verspeist.

Die Ausgrabungen unter der Michaelskirche in Meiringen zeigen auf anschaulichen Tafeln die Baugeschichte vom 11. Jh. an. Wenn diese Steine reden könnten!
6.Tag nach Luzern = 65 km / 650 Hm

Ein Regentag eignete sich gut für die Aareschlucht, denn dort tropft es sowieso von den Wänden. In der Schlucht konnte ich mich auf dem Steg von der Gewalt des Wassers überzeugen. Die wild rauschenden Gletschermühlen waren ein Naturschauspiel.

Nun musste der Brünigpass erklommen werden. Das Wetter besserte sich und ich konnte bei der schnellen Abfahrt zum Lungerer See hinunter die Reifen summen lassen. Nach dem Sarner See (4) folgte der Alpnacher See bis ich zum Vierwaldstätter See kam. Der Einsiedler Bruder Klaus von Flüeli, der vor 500 Jahren hier lebte, hätte wohl auch zu mir gesagt: " Warum immer so schnell?" Je nach Licht und Wolken färbten sich die Seen von hellblau bis dunkelgrün. Ein imponierendes Farbenspiel. Der Radweg am Vierwaldstätter See bot ein großartiges Panorama, nicht nur die Passagierschiffe, auch der Pilatus (5) und der Rigi zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Bei strahlendem Sonnenschein rollte ich in Luzern ein und bummelte durch die Altstadt und über die alte Holzbrücke (6). Den Abend ließ ich am See mit Blick auf die Berge und meinen Gedanken über den erlebnisreichen Tag ausklingen.
7.Tag nach Rapperswil = 100 km / 900 Hm

Auf staubfreier Straße verließ ich Luzern, soll heißen, es regnete. Der Weg mit dem Naturbelag schmückte mich von oben bis unten mit Sommersprossen. Nach 15 km hatte ich wieder Asphalt unter den Rädern und nutzte den nächsten Brunnen zur Reinigung, weil Sand in den Bremsen knirschte. Nach Cham und Zug (7) am Zuger See begann die erste "Bergwertung", nach dem Ägerisee folgte die nächste, erst in Einsiedeln in der berühmten Wallfahrtskirche (8) kam ich zum Atemholen. In der Gnadenkapelle hatten sich Pilger still im Gebet vor der Schwarzen Mutter Gottes versammelt. Das Auf und Ab ging für mich weiter, bis sich endgültig die Straße steil hinunter zum Zürichsee absenkte. Über den Seedamm, der alte Holzsteg für die Pilger ist teilweise nachgebaut, erreichte ich Rapperswil. Das regnerische Wetter begleitete mich den ganzen Tag, das konnte einen alten Seemann nicht erschüttern, hatte ich doch vor 40 Jahren in der Karibik einen Hurrikan überstanden. Der Abendspaziergang in der hereinbrechenden Dämmerung erfüllte mich inmitten der einzigartigen Seenlandschaft mit Harmonie. Mit etwas Qi Gong lockerte ich meinen Körper auf und hatte danach einen erholsamen Schlaf.
8.Tag nach Vaduz = 80 km

Dunkle Wolken kämpften mit den Bergen, aber auf der Straße blieb es trocken. Der Weg schlängelte sich von hohen Bergen umrahmt durch grüne Täler. Oft dachte man, es ging nicht mehr weiter und doch zeigte sich ein schmaler Durchlass. Am Walensee (9) legte ich noch eine Pause ein, bis die beeindruckende Tunnelfahrt (10) mit der ungewöhnlichen Geräuschkulisse begann. Die gewaltigen Felswände des Churfirsten säumten den See am Nordufer. Vom Thuner See bis hierher war ich an zehn großen Seen entlang geradelt, deshalb heißt diese Strecke (Nr.9) auch die Seen-Route. Ab jetzt rollte ich nur noch auf ebener Straße über Sarganz am Rhein entlang nach Vaduz (Liechtenstein). In der Fußgängerzone (11) standen sehr moderne Skulpturen – sicher keine arme Stadt! Am Abend konnte ich mich vor der imposanten Bergkulisse im Mondschein wieder auf meine Art entspannen.
9.Tag nach Konstanz = 100 km

Im immer breiter werdenden Rheintal (12) radelte ich über St. Margrethen auf den Bodensee zu. Kurz vor Rorschach stand das letzte Bauwerk von Friedensreich Hundertwasser (13). Im phantasievollen Gebäude war neben einen Restaurant auch ein Museum eingerichtet. Die Heiterkeit vom Hundertwasser übertrug sich sogar auf die schwungvollen Zebrastreifen vor dem Haus. Heute am Sonntag herrschte reger Badebetrieb am Bodensee (14), auch mich lockte es ins Wasser, bevor ich den Zug von Konstanz nach Karlsruhe bestieg.

Es war wieder eine phantastische Tour. Ach, könnte ich doch die Zeit anhalten! Wenn nicht, dann komme ich eben wieder. Bis auf eine Übernachtung schlief ich immer in Jugendherbergen und war hoch zufrieden. Die Häuser sind sehr sauber und modern eingerichtet.

Als Jahrgang 39 schlafe ich gerne mit jungen Leuten in einem Zimmer, weil die, anders als die Alten auf den Berghütten, nicht schnarchen. Überall kam ich mit netten Leuten ins Gespräch, besonders in den Jugendherbergen trifft man Menschen aus aller Herren Länder.

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