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Veloland

Fotogalerie

01_VL_08_09_Von_Schluchsee_bis_Konstanz
1 Am Ufer der Aare, nahe der Mündung in den Rhein
02_VL_08_09_Von_Schluchsee_bis_Konstanz
2 Auf der alten Holzbrücke in Olten
03_VL_08_09_Von_Schluchsee_bis_Konstanz
3 Solothurn an der Aare
04_VL_08_09_Von_Schluchsee_bis_Konstanz
4 Die St. Ursenkathedrale in Solothurn
05_VL_08_09_Von_Schluchsee_bis_Konstanz
5 Das Aare-Ufer bei Biel
06_VL_08_09_Von_Schluchsee_bis_Konstanz
6 Mohnblumen an der Route 8 nahe Bern
07_VL_08_09_Von_Schluchsee_bis_Konstanz
7 Die Zytglogge (Hintergrund) in der Berner Altstadt
08_VL_08_09_Von_Schluchsee_bis_Konstanz
8 Blick auf die schneebedeckten Berge bei Bern-Belp
09_VL_08_09_Von_Schluchsee_bis_Konstanz
9 Am Brienzer See
10_VL_08_09_Von_Schluchsee_bis_Konstanz
10 An den Gießbachwasserfällen zwischen Interlaken und Meiringen
11_VL_08_09_Von_Schluchsee_bis_Konstanz
11 Mein Fahrrad darf die Nacht neben mir verbringen
12_VL_08_09_Von_Schluchsee_bis_Konstanz
12 Morgenstimmung am Vierwaldstätter See bei Hergiswil
13_VL_08_09_Von_Schluchsee_bis_Konstanz
13 Luzern von der Fahrradroute 9 aus
14_VL_08_09_Von_Schluchsee_bis_Konstanz
14 Wohnt da noch jemand?
15_VL_08_09_Von_Schluchsee_bis_Konstanz
15 Blick zurück (Richtung Süden) beim Aufstieg von Meiringen nach Hasliberg
16_VL_08_09_Von_Schluchsee_bis_Konstanz
16 Die Wallfahrtskirche von Einsiedeln
17_VL_08_09_Von_Schluchsee_bis_Konstanz
17 Die Fahrradroute 9 führt über die Tüfelsbrugg. Rechts die Paracelsus-Gedenktafel

Dieser Reisebericht liegt an:

Aare-Route route-08
Aare-Route
Oberwald (Gletsch)–Koblenz
Zur Route
Seen-Route route-09
Seen-Route
Montreux–Rorschach
Zur Route
Der Aare entlang bis Meiringen und bis Konstanz im Juni 2014

Der Aare entlang bis Meiringen und bis Konstanz im Juni 2014

Immer am Wasser: Entlang der Aare (und später dem Rhein), an Wasserfällen in der Region Interlaken/Meiringen und an vielen Seen (u. a. Bieler See, Thuner See, Brienzer See, Sarner See, Vierwaldstätter See, Walensee) führt meine «Kombiroute» (Teile der Route 8 und 9).
Die Streckenlänge von Koblenz über Interlaken/Meiringen nach Konstanz beträgt ca. 650 km. Eine wunderschöne Route durch das «Herz der Schweiz». Ich kann sie bestens weiterempfehlen.

Dieser Radreisebericht soll Appetit machen und gleichzeitig ein paar praktische Tipps für Radfahrer auf einer Kombination der Routen 8 und 9 geben; ähnlich meinen Berichten vom Juni 2011 «Von Basel bis Lugano und bis Konstanz» (siehe unter 6 Graubünden-Route) sowie «Von Genf bis Basel im Juni 2013» (siehe unter 7 Jura-Route).
1. Tag (08.06.2014)
Schluchsee/Schwarzwald–Villigen, 60 km

Nach der Bahnfahrt von Karlsruhe zum Schluchsee fahre ich per Rad abwärts über Waldshut- Tiengen nach Koblenz, d. h. zur Mündung der Aare in den Rhein. Von da geht es stromaufwärts auf der Route 8 der Aare entlang bis Villigen. Der Radweg 8 verläuft im gesamten unteren Lauf der Aare recht flach und auch sehr oft ganz nahe am Fluss entlang. Das Ufer ist des Öfteren mit Schilf bewachsen (s. Foto 1). In diesen Naturschutzgebieten sieht man dementsprechend oft Enten und andere Vögel. Dort, wo es kein Schilf gibt, schwimmen immer wieder Leute in der Aare, denn es ist recht warm zu der Zeit.

Kurz vor Villigen gibt es ein paar Weinberge, die einzigen, die ich an der gesamten Strecke sehe. In Villigen übernachtete ich im «Hirschen» (SFr 80) und bin dort zufrieden mit Essen und Unterkunft.
2. Tag
Villigen–Solothurn, 90 km

Die Route 8 verläuft jetzt parallel zum Schweizer Jura. Ich sehe die Berge des Jura im Westen und denke an meine Radtour auf der Jura-Route vor einem Jahr. Von Villigen geht es über Brugg weiter Richtung nach Aarau. Die Stadt hatte ich bereits im Juni 2011 kurz kennengelernt, als ich auf der Route 3 von Basel zum St. Gotthard-Pass unterwegs war. Auf der Route 8 geht es weiter über Olten, an der alten Holzbrücke (erbaut 1803; s. Foto 2) vorbei, nach Solothurn. Solothurn gilt als die schönste Barockstadt der Schweiz. Ich übernachte in der Altstadt im Genossenschaftshotel «Kreuz» (SFr 55, Etagendusche, Frühstück) und bin dort zufrieden. Am Abend besichtige ich die Altstadt (s. Fotos 3 und 4) und trinke mein Bier an einer der Open-Air-Bars, die direkt an der Aare gelegen sind.
3. Tag
Solothurn–Bern, 80 km
Auch nach Solothurn bleibt die Strecke weiterhin flach, führt an Biel und dem Bieler See vorbei Richtung Wohlensee (Stausee der Aare) und Bern. Direkt am Stausee liegt das alte Wasserkraftwerk Mühleberg (erbaut 1917-1920). Kurz zuvor, d. h. ein wenig stromabwärts, führt der Radweg um den Zaun des Kernkraftwerks Mühleberg herum.

In der Altstadt von Bern fallen mir die vielen Fahnen an den Häuserwänden auf. Den Zeitglockenturm (Zytglogge; s. Foto 7) fotografiere ich, aber dann nehme ich Reißaus; denn es wimmelt von Touristen. Ich fahre wieder hinab zur Aare. Nahe am Fluss liegt der Campingplatz Eichholz. Da übernachte ich in einem kleinen Zimmer für SFr 31 (ohne Frühstück). In dem Zimmer parke ich mein Fahrrad direkt neben dem Bett! (s. Foto 11).
4. Tag
Bern–Interlaken, 70 km

Am Morgen und wenige Kilometer hinter Bern, d. h. kurz vor dem Flughafen Bern/Belp, tauchen ganz unerwartet in der Ferne die ersten schneebedeckten Berge auf (s. Foto 8). Der Radweg 8 führt unmittelbar an dem beschaulichen Flughafen vorbei. Recht flach verläuft die Strecke weiter in Richtung Thun, Thuner See, Spiez und Interlaken. In Spiez gesellt sich die Route 9 (Seen-Route) zur Route 8 hinzu.

In Interlaken komme ich einen Tag vor dem Greenfield Festival 2014 an. Vor allem am Ostbahnhof Interlaken wimmelt es von jungen Leuten, und deshalb sind viele Quartiere bereits belegt. Außerhalb Interlakens, d. h. in Ringgenberg (Nordseite des Brienzer Sees, quasi gegenüber von Interlaken) komme ich für SFr 40 (Etagendusche) bei Familie Schwitter unter. Das Zimmer dort ist OK, aber das Frühstück ist die zusätzlichen SFr 10 nicht wert (einen schlechteren Kaffee hatte ich bisher noch nicht!). Dafür war mein Essen am Abend zuvor im Hotel Seeburg in Ringgenberg, auf der Terrasse direkt am Brienzer See, sehr gut.
5. Tag
Interlaken–Hergiswil, 90 km

Der Radweg führt entlang der Südseite des Brienzer Sees (s. Foto 9). Jetzt kommen die ersten Steigungen, dabei passiere ich die Giessbach-Wasserfälle (mehrere Kaskaden; s. Foto 10) und fahre dann abwärts Richtung Meiringen, vorbei an mehreren Wasserfällen, die man vom Fahrradweg aus sehen kann.
In Meiringen verabschiede ich mich von der Radroute 8 (Aare-Route), die jetzt bergauf zum Grimselpass führt. Ich richte mich auf die Route 9 (Seen-Route) ein. Und da geht es gleich zur Sache: Von Meiringen (600 m) geht es zum Hasliberg (1050 m) und Brüningpass hinauf. Der Weg ist steil, so dass ich schieben muss. Auch oberhalb des Waldes geht es weiter steil aufwärts, allerdings ganz idyllisch an Bauernhäusern und Wiesen vorbei. Von hier hat man einen wunderschönen Blick zurück nach Süden auf die schneebedeckten Berge (s. Foto 15). Vom Brüningpass (1000 m) geht es abwärts zunächst auf der Straße entlang und dann auf Schotterwegen, vorbei an der Waldgaststätte Chäppeli mit tollem Blick hinab zum Lungerer See, dann weiter am Lungerer See und am Sarner See entlang, über Sarnen und entlang des Alpnacher Sees zum Vierwaldstätter See. Alles recht flach.

Südlich von Luzern, d. h. in Hergiswil am Vierwaldstätter See, übernachte ich im Gasthaus «Schlüssel» für SFr 90 und bin dort mit Zimmer und Essen sehr zufrieden.
6. Tag
Hergiswil–Einsiedeln, 90 km

Am Morgen geht es weiter nach und durch Luzern. Auch hier ist der Radweg bestens ausgeschildert. Früh morgens liegt über dem Vierwaldstätter See ein wenig Nebel, gut geeignet für ein Foto (s. Foto 12). Auch die Brücken und Häuserfassaden von Luzern sind Fotos wert (s. Foto 13). Die Radstrecke bleibt flach, führt am Zuger See vorbei an Zug nach Baar (450 m). Hier beginnt der Aufstieg nach Unterägeri (740 m) auf einem Schotterweg, vorbei an Höllgrotten. Der Weg nach oben ist nicht so extrem steil, so dass ich ihn vollständig fahren kann. Oben angelangt geht der Weg am Ägerisee vorbei. In Morgarten beginnt die nächste Steigung hinauf nach Sattel auf 780 m. Ab Sattel-Dorf führt der Weg sehr steil aufwärts zum Rothenthurm (940 m). Hier ist für mich schieben angesagt. Oben angekommen geht es «in Wellen» an Bauernhöfen vorbei, richtig idyllisch. Doch kurz vor Einsiedeln muss ich auf die Autostraße. Am Ortsanfang fallen die zwei Sprungschanzen auf. Kurz danach bin ich schon mitten im Ort. Die große Klosteranlage mit Wallfahrtskirche ist nicht zu übersehen (s. Foto 16). Die sog. Gnadenkapelle mit der schwarzen Madonna befindet sich auch in der Kirche. Vorwiegend sehe ich Frauen, die davor beten.

Ich übernachte im kleinen Hotel «St. Joseph» für EUR 61 (einschl. Frühstück) und bin dort äußerst zufrieden.
7. Tag
Einsiedeln–Buchs, 105 km

Wenige Kilometer hinter Einsiedeln fahre ich über die Teufelsbrücke (Tüfelsbrugg). Auf der anderen Seite der Brücke gibt es eine Gedenktafel und das Geburtshaus von Paracelsus, dem berühmten Arzt des Mittelalters (s. Foto 17). Dann kommt für mich die letzte erwähnenswerte aber kurze Steigung meiner Schweizrundfahrt, d. h. hinauf nach St. Meinrad (950 m). Beim Hochschieben kommen mir auf der Autostraße viele Menschen entgegen. Sie alle sind Pilger und wollen nach Einsiedeln. Ich erfahre, dass ich mich auf dem Jakobsweg befinde.

Von St. Meinrad fahre ich abwärts nach Rapperswil, und dann geht es flach weiter Richtung Walensee, dort dann parallel zur Autobahn - auch durch zwei spezielle Fahrradtunnel - zum Rheintal nach Sargans. Ich fahre an dem Tag noch ein Stück weiter rheinabwärts bis Buchs, damit ich es am kommenden Tag bis nach Konstanz, meinem Endpunkt, schaffe.

In Buchs übernachte ich im «Landgasthof Werdenberg» für SFr 83 (einschl. Frühstück) und bin dort äußerst zufrieden.
8. Tag
Buchs–Konstanz, 95 km

Im Rheintal Richtung Bodensee habe ich Gegenwind – wie jedes Mal. Vor dem Bodensee, d. h. bereits kurz vor St. Margrethen biege ich von der Route 9 bzw. 2 ab und fahre auf einem ausgeschilderten Fahrradweg nach Rorschach. Ab dort verlasse ich den Fahrradweg und fahre ausschließlich auf Autostraßen nach Konstanz, meinem Endpunkt. Von dort geht es per Schwarzwaldbahn zurück nach Karlsruhe.
Schlussbemerkung
Diese Strecke von 650 km durch «das Herz der Schweiz» wollte ich mir im Vorgriff auf meinen 70ten Geburtstag gönnen. Dabei bin ich der Aare-Route (Route 8) von der Aare-Mündung bis Meiringen gefolgt, und ab dort habe ich meine Tour auf der Seen- Route (Route 9) fortgesetzt. Die Gesamtstrecke verläuft meistens flach; nur zweimal ist es auf der Route 9 unumgänglich, Berge zu überqueren: Von Meiringen über Hasliberg/Brünigpass zum Lungerer See sowie von Zug/Baar zum Ägerisee und weiter aufwärts nach Einsiedeln. Diese Überquerungen machen die Route zwar etwas anspruchsvoller aber auch interessant. Denn auch bei dieser Radtour bleiben mir die schönen Ausblicke in den Höhenlagen in Erinnerung und natürlich auch die wunderschönen Seen und Wasserfälle und nicht zuletzt der immer reizvolle Fluss Aare. Dankbar bin ich dem Wettergott für eine wunderschöne Woche und meiner Frau, dass ich die Radtour machen konnte.
Immer am Wasser: Entlang der Aare (und später dem Rhein), an Wasserfällen in der Region Interlaken/Meiringen und an vielen Seen (u. a. Bieler See, Thuner See, Brienzer See, Sarner See, Vierwaldstätter See, Walensee) führt meine «Kombiroute» (Teile der Route 8 und 9).
Die Streckenlänge von Koblenz über Interlaken/Meiringen nach Konstanz beträgt ca. 650 km. Eine wunderschöne Route durch das «Herz der Schweiz». Ich kann sie bestens weiterempfehlen.

Dieser Radreisebericht soll Appetit machen und gleichzeitig ein paar praktische Tipps für Radfahrer auf einer Kombination der Routen 8 und 9 geben; ähnlich meinen Berichten vom Juni 2011 «Von Basel bis Lugano und bis Konstanz» (siehe unter 6 Graubünden-Route) sowie «Von Genf bis Basel im Juni 2013» (siehe unter 7 Jura-Route).
1. Tag (08.06.2014)
Schluchsee/Schwarzwald–Villigen, 60 km

Nach der Bahnfahrt von Karlsruhe zum Schluchsee fahre ich per Rad abwärts über Waldshut- Tiengen nach Koblenz, d. h. zur Mündung der Aare in den Rhein. Von da geht es stromaufwärts auf der Route 8 der Aare entlang bis Villigen. Der Radweg 8 verläuft im gesamten unteren Lauf der Aare recht flach und auch sehr oft ganz nahe am Fluss entlang. Das Ufer ist des Öfteren mit Schilf bewachsen (s. Foto 1). In diesen Naturschutzgebieten sieht man dementsprechend oft Enten und andere Vögel. Dort, wo es kein Schilf gibt, schwimmen immer wieder Leute in der Aare, denn es ist recht warm zu der Zeit.

Kurz vor Villigen gibt es ein paar Weinberge, die einzigen, die ich an der gesamten Strecke sehe. In Villigen übernachtete ich im «Hirschen» (SFr 80) und bin dort zufrieden mit Essen und Unterkunft.
2. Tag
Villigen–Solothurn, 90 km

Die Route 8 verläuft jetzt parallel zum Schweizer Jura. Ich sehe die Berge des Jura im Westen und denke an meine Radtour auf der Jura-Route vor einem Jahr. Von Villigen geht es über Brugg weiter Richtung nach Aarau. Die Stadt hatte ich bereits im Juni 2011 kurz kennengelernt, als ich auf der Route 3 von Basel zum St. Gotthard-Pass unterwegs war. Auf der Route 8 geht es weiter über Olten, an der alten Holzbrücke (erbaut 1803; s. Foto 2) vorbei, nach Solothurn. Solothurn gilt als die schönste Barockstadt der Schweiz. Ich übernachte in der Altstadt im Genossenschaftshotel «Kreuz» (SFr 55, Etagendusche, Frühstück) und bin dort zufrieden. Am Abend besichtige ich die Altstadt (s. Fotos 3 und 4) und trinke mein Bier an einer der Open-Air-Bars, die direkt an der Aare gelegen sind.
3. Tag
Solothurn–Bern, 80 km
Auch nach Solothurn bleibt die Strecke weiterhin flach, führt an Biel und dem Bieler See vorbei Richtung Wohlensee (Stausee der Aare) und Bern. Direkt am Stausee liegt das alte Wasserkraftwerk Mühleberg (erbaut 1917-1920). Kurz zuvor, d. h. ein wenig stromabwärts, führt der Radweg um den Zaun des Kernkraftwerks Mühleberg herum.

In der Altstadt von Bern fallen mir die vielen Fahnen an den Häuserwänden auf. Den Zeitglockenturm (Zytglogge; s. Foto 7) fotografiere ich, aber dann nehme ich Reißaus; denn es wimmelt von Touristen. Ich fahre wieder hinab zur Aare. Nahe am Fluss liegt der Campingplatz Eichholz. Da übernachte ich in einem kleinen Zimmer für SFr 31 (ohne Frühstück). In dem Zimmer parke ich mein Fahrrad direkt neben dem Bett! (s. Foto 11).
4. Tag
Bern–Interlaken, 70 km

Am Morgen und wenige Kilometer hinter Bern, d. h. kurz vor dem Flughafen Bern/Belp, tauchen ganz unerwartet in der Ferne die ersten schneebedeckten Berge auf (s. Foto 8). Der Radweg 8 führt unmittelbar an dem beschaulichen Flughafen vorbei. Recht flach verläuft die Strecke weiter in Richtung Thun, Thuner See, Spiez und Interlaken. In Spiez gesellt sich die Route 9 (Seen-Route) zur Route 8 hinzu.

In Interlaken komme ich einen Tag vor dem Greenfield Festival 2014 an. Vor allem am Ostbahnhof Interlaken wimmelt es von jungen Leuten, und deshalb sind viele Quartiere bereits belegt. Außerhalb Interlakens, d. h. in Ringgenberg (Nordseite des Brienzer Sees, quasi gegenüber von Interlaken) komme ich für SFr 40 (Etagendusche) bei Familie Schwitter unter. Das Zimmer dort ist OK, aber das Frühstück ist die zusätzlichen SFr 10 nicht wert (einen schlechteren Kaffee hatte ich bisher noch nicht!). Dafür war mein Essen am Abend zuvor im Hotel Seeburg in Ringgenberg, auf der Terrasse direkt am Brienzer See, sehr gut.
5. Tag
Interlaken–Hergiswil, 90 km

Der Radweg führt entlang der Südseite des Brienzer Sees (s. Foto 9). Jetzt kommen die ersten Steigungen, dabei passiere ich die Giessbach-Wasserfälle (mehrere Kaskaden; s. Foto 10) und fahre dann abwärts Richtung Meiringen, vorbei an mehreren Wasserfällen, die man vom Fahrradweg aus sehen kann.
In Meiringen verabschiede ich mich von der Radroute 8 (Aare-Route), die jetzt bergauf zum Grimselpass führt. Ich richte mich auf die Route 9 (Seen-Route) ein. Und da geht es gleich zur Sache: Von Meiringen (600 m) geht es zum Hasliberg (1050 m) und Brüningpass hinauf. Der Weg ist steil, so dass ich schieben muss. Auch oberhalb des Waldes geht es weiter steil aufwärts, allerdings ganz idyllisch an Bauernhäusern und Wiesen vorbei. Von hier hat man einen wunderschönen Blick zurück nach Süden auf die schneebedeckten Berge (s. Foto 15). Vom Brüningpass (1000 m) geht es abwärts zunächst auf der Straße entlang und dann auf Schotterwegen, vorbei an der Waldgaststätte Chäppeli mit tollem Blick hinab zum Lungerer See, dann weiter am Lungerer See und am Sarner See entlang, über Sarnen und entlang des Alpnacher Sees zum Vierwaldstätter See. Alles recht flach.

Südlich von Luzern, d. h. in Hergiswil am Vierwaldstätter See, übernachte ich im Gasthaus «Schlüssel» für SFr 90 und bin dort mit Zimmer und Essen sehr zufrieden.
6. Tag
Hergiswil–Einsiedeln, 90 km

Am Morgen geht es weiter nach und durch Luzern. Auch hier ist der Radweg bestens ausgeschildert. Früh morgens liegt über dem Vierwaldstätter See ein wenig Nebel, gut geeignet für ein Foto (s. Foto 12). Auch die Brücken und Häuserfassaden von Luzern sind Fotos wert (s. Foto 13). Die Radstrecke bleibt flach, führt am Zuger See vorbei an Zug nach Baar (450 m). Hier beginnt der Aufstieg nach Unterägeri (740 m) auf einem Schotterweg, vorbei an Höllgrotten. Der Weg nach oben ist nicht so extrem steil, so dass ich ihn vollständig fahren kann. Oben angelangt geht der Weg am Ägerisee vorbei. In Morgarten beginnt die nächste Steigung hinauf nach Sattel auf 780 m. Ab Sattel-Dorf führt der Weg sehr steil aufwärts zum Rothenthurm (940 m). Hier ist für mich schieben angesagt. Oben angekommen geht es «in Wellen» an Bauernhöfen vorbei, richtig idyllisch. Doch kurz vor Einsiedeln muss ich auf die Autostraße. Am Ortsanfang fallen die zwei Sprungschanzen auf. Kurz danach bin ich schon mitten im Ort. Die große Klosteranlage mit Wallfahrtskirche ist nicht zu übersehen (s. Foto 16). Die sog. Gnadenkapelle mit der schwarzen Madonna befindet sich auch in der Kirche. Vorwiegend sehe ich Frauen, die davor beten.

Ich übernachte im kleinen Hotel «St. Joseph» für EUR 61 (einschl. Frühstück) und bin dort äußerst zufrieden.
7. Tag
Einsiedeln–Buchs, 105 km

Wenige Kilometer hinter Einsiedeln fahre ich über die Teufelsbrücke (Tüfelsbrugg). Auf der anderen Seite der Brücke gibt es eine Gedenktafel und das Geburtshaus von Paracelsus, dem berühmten Arzt des Mittelalters (s. Foto 17). Dann kommt für mich die letzte erwähnenswerte aber kurze Steigung meiner Schweizrundfahrt, d. h. hinauf nach St. Meinrad (950 m). Beim Hochschieben kommen mir auf der Autostraße viele Menschen entgegen. Sie alle sind Pilger und wollen nach Einsiedeln. Ich erfahre, dass ich mich auf dem Jakobsweg befinde.

Von St. Meinrad fahre ich abwärts nach Rapperswil, und dann geht es flach weiter Richtung Walensee, dort dann parallel zur Autobahn - auch durch zwei spezielle Fahrradtunnel - zum Rheintal nach Sargans. Ich fahre an dem Tag noch ein Stück weiter rheinabwärts bis Buchs, damit ich es am kommenden Tag bis nach Konstanz, meinem Endpunkt, schaffe.

In Buchs übernachte ich im «Landgasthof Werdenberg» für SFr 83 (einschl. Frühstück) und bin dort äußerst zufrieden.
8. Tag
Buchs–Konstanz, 95 km

Im Rheintal Richtung Bodensee habe ich Gegenwind – wie jedes Mal. Vor dem Bodensee, d. h. bereits kurz vor St. Margrethen biege ich von der Route 9 bzw. 2 ab und fahre auf einem ausgeschilderten Fahrradweg nach Rorschach. Ab dort verlasse ich den Fahrradweg und fahre ausschließlich auf Autostraßen nach Konstanz, meinem Endpunkt. Von dort geht es per Schwarzwaldbahn zurück nach Karlsruhe.
Schlussbemerkung
Diese Strecke von 650 km durch «das Herz der Schweiz» wollte ich mir im Vorgriff auf meinen 70ten Geburtstag gönnen. Dabei bin ich der Aare-Route (Route 8) von der Aare-Mündung bis Meiringen gefolgt, und ab dort habe ich meine Tour auf der Seen- Route (Route 9) fortgesetzt. Die Gesamtstrecke verläuft meistens flach; nur zweimal ist es auf der Route 9 unumgänglich, Berge zu überqueren: Von Meiringen über Hasliberg/Brünigpass zum Lungerer See sowie von Zug/Baar zum Ägerisee und weiter aufwärts nach Einsiedeln. Diese Überquerungen machen die Route zwar etwas anspruchsvoller aber auch interessant. Denn auch bei dieser Radtour bleiben mir die schönen Ausblicke in den Höhenlagen in Erinnerung und natürlich auch die wunderschönen Seen und Wasserfälle und nicht zuletzt der immer reizvolle Fluss Aare. Dankbar bin ich dem Wettergott für eine wunderschöne Woche und meiner Frau, dass ich die Radtour machen konnte.

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