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Mittelland-Route route-05
Mittelland-Route
Romanshorn–Lausanne
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Zum ersten Mal länger mit dem Velo unterwegs

Zum ersten Mal länger mit dem Velo unterwegs

Wir waren noch nie länger als einen halben Tag per Velo unterwegs gewesen. Deshalb suchten wir uns die einfachste Route aus.
Wir waren unerfahren und nicht gut ausgerüstet. Dank etwas Ehrgeiz und der guten, wirklich sehr anfänger-freundlichen Route gelang unser Vorhaben dennoch.
Anfang August 2003 beschlossen wir, mitten in der Hitze des Jahrhundertsommers, per Velo von Zürich nach Genf zu fahren. Wir, zwei junge Frauen, waren beide noch nie länger als einen halben Tag per Fahrrad unterwegs gewesen. Deshalb suchten wir uns die einfachste Route aus, quer durchs Mittelland.

Wir waren unerfahren und nicht gut ausgerüstet. Dank etwas Ehrgeiz und der guten, wirklich sehr anfänger-freundlichen Route gelang unser Vorhaben aber dennoch.
Samstag: Zürich bis Aarau

Am Bahnhof Zürich-Örlikon trafen wir uns zu einem späten Start. Schnell musste noch Proviant und Kettenöl eingekauft werden. Rahel hatte keinen Gepäckträger am Velo und trug ihre Siebensachen (aufs Nötigste reduziert) auf dem Rücken, so bekam ich das Zelt ab, und da ich auch keine Velo-Taschen hatte, kam der Rucksack, der eigentlich für den Gepäckträger geplant gewesen war, denn halt auch auf den Rücken. So beladen legten wir los.

Vorbei am Katzensee und an der Lägeren legten wir den ersten Streckenabschnitt nach Baden zurück. Alles flach und einfach. In Baden führt der Weg direkt an der Badi vorbei, wir wurden ganz neidisch. Das sollte uns noch oft passieren. Aber wir hatten uns ein Tagesziel gesteckt und hatten keine Zeit für längere Pausen. So kühlten wir uns auch bald darauf beim queren der Reuss nur kurz die Füsse. Bei Brugg erreichten wir die Aare, von hier weg unsere Begleiterin. Noch immer machten wir keine Pause, was sich als Fehler herausstellen sollte. Denn schon bald waren unsere Kräfte zu Ende, die Muskeln schmerzten, wir schafften es knapp noch bis Aarau und mussten auf den Zug umsteigen, um Gettnau im Luzernischen zu erreichen, wo wir zum Übernachten angemeldet waren. Dabei mussten wir ärgerlicherweise für die kurze Strecke Aarau-Olten den vollen ICN-Velo-Zuschlag entrichten, was den Kilometer ausserordentlich teuer machte.
Alles schmerzte, die Schultern vom Rucksack, die Muskeln, weil wir sie überfordert hatten, unsere Hinterteile vom langen Sitzen ... Fast hätten wir bereits aufgegeben.
Sonntag: Gettnau bis Biel

Aber so schnell kriegt man uns nicht unter! Wir nahmen uns fest vor, am zweiten Tag langsam zu fahren und regelmässig Pause zu machen. Zudem lieh sich Rahel einen Gepäckträger aus, was das Fahren viel angenehmer machte. Nur mein Rucksack blieb am Rücken.

Durch eine hügelige Gegend erreichten wir Langenthal und von da aus fanden wir zur Aare und auf die Route zurück. Immer nah am Fluss, war diese angenehm kühl und schattig. Mittags hielten wir bei einer Badi in Wangen an. In der Hitze des Nachmittags führte der Weg leider ausser bei Solothurn von der Aare weg überland, ohne Bäume, ohne Schatten. Wir kamen gehörig ins Schwitzen und mussten unsere Wasserflaschen fast an jedem Brunnen, an dem wir vorbeikamen, neu auffüllen. In Biel schlugen wir das Zelt am Campingplatz auf und kühlten uns im See ab.

Dummerweise verfing sich hier eine elastische Gepäckschnur in den Speichen und der Kette meines Velos. Als ich die Schnur endlich wieder entfernen konnte, ächzte und klapperte mein Velo beim Fahren äusserst besorgniserregend.
Montag: Biel bis Yverdon

Zum Glück sind in den Veloland-Schweiz-Tourenführern die Orte gekennzeichnet, wo es ein Velogeschäft gibt. So verliessen wir die Route schon bald, in Täuffelen, um möglichst die Ursache des Ratterns beheben zu lassen, bevor das Velo nicht mehr fährt. Aber wir hatten kein Glück: Wir fanden das Geschäft zwar, aber es war montags geschlossen. Deshalb fuhren wir nicht auf die Route zurück, sondern über die Hauptstrasse nach Ins. Doch als ob sie sich verschworen hätten, auch hier hatte der Velomech montags zu! Nun, mein Velo klapperte zwar, schien aber keine Anstalten zu machen, den Geist aufzugeben. So fuhren wir also auf die Route zurück und weiter zum Neuenburgersee. In Cudrefin verluden wir die Velos ins Schiff und liessen uns im Fahrtwind nach Portalban bringen, was auch gleich unsere Mittagspause darstellte. Bevor wir das schöne Estavayer-le-Lac erreichten, vermissten wir erneut den Schatten bewaldeter Uferwege, denn die Route führte uns in der prallen Sonne ein paar kleine Hügel hinauf. In Yvonand suchten wir zum dritten Mal den Velomech, mussten uns aber sagen lassen, dass dieser letztes Jahr sein Geschäft aufgegeben hatte. Bis Yverdon war es nicht mehr weit, aber leider kein schönes Stück Strecke. In Yverdon, beim letzten Versuch, fanden wir einen Velohändler, der montags geöffnet hatte, liessen das Velo reparieren und ich kaufte mir eine Gepäckträgertasche, so dass ich endlich den Rucksack los wurde.

Der Tag war damit aber auch schon zu Ende, wir verluden die Velos in den Zug und campierten in Lausanne direkt am Genfersee.
Dienstag: Lausanne bis Genf

Nun folgten wir der Rhone-Route. Zunächst waren wir ziemlich enttäuscht, da die Route ziemlich lang der Hauptstrasse folgte. Auch die Signalisation war nicht mehr so gut, was uns zwang, unterwegs für das kurze Stück noch den Routenführer zu kaufen. Auf schönen Wegen pedalten wir dann Richtung Genf, ab und zu führte die Route an den See zurück, wir nahmen es gemütlich. Nachmittags stieg die Temperatur wieder und uns graute schon vor der Vorstellung, in der Stadt Genf durch überhitzte, mit Verkehr verstopfte Strassenschluchten die Steigung bis zu unserer Unterkunft überwinden zu müssen. Wir suchten nach Alternativen und verliessen die Route ein Stück vor Genf, um sozusagen von hinten an unser Ziel heranzufahren, ohne am Zentrum der Stadt vorbeizukommen. Dies erwies sich jedoch bald als Fehler, das letzte Stück war äusserst unangenehm, und so erreichten wir das Ziel völlig erschöpft und ausgelaugt.
Fazit:

Wir haben unterwegs viel gelernt, kontinuierlich unsere Ausrüstung verbessert und wichtige Erfahrungen gemacht; etwa, dass es sich selten lohnt, die markierte Route zu verlassen, da man sonst schnell mal im dichten Verkehr landet. Die Route eignet sich sehr für ungeübte FahrerInnen, ist fast immer flach und zwar ab und zu mit FussgängerInnen, sonst aber meist mit niemandem zu teilen. Wir wissen jetzt, was wir uns zutrauen können, welche Ausrüstung Sinn macht, und haben auch etwas mehr Kondition. Im Jahr 2004 nehmen wir deshalb zuversichtlich die Seen-Route in Angriff!
Wir waren noch nie länger als einen halben Tag per Velo unterwegs gewesen. Deshalb suchten wir uns die einfachste Route aus.
Wir waren unerfahren und nicht gut ausgerüstet. Dank etwas Ehrgeiz und der guten, wirklich sehr anfänger-freundlichen Route gelang unser Vorhaben dennoch.
Anfang August 2003 beschlossen wir, mitten in der Hitze des Jahrhundertsommers, per Velo von Zürich nach Genf zu fahren. Wir, zwei junge Frauen, waren beide noch nie länger als einen halben Tag per Fahrrad unterwegs gewesen. Deshalb suchten wir uns die einfachste Route aus, quer durchs Mittelland.

Wir waren unerfahren und nicht gut ausgerüstet. Dank etwas Ehrgeiz und der guten, wirklich sehr anfänger-freundlichen Route gelang unser Vorhaben aber dennoch.
Samstag: Zürich bis Aarau

Am Bahnhof Zürich-Örlikon trafen wir uns zu einem späten Start. Schnell musste noch Proviant und Kettenöl eingekauft werden. Rahel hatte keinen Gepäckträger am Velo und trug ihre Siebensachen (aufs Nötigste reduziert) auf dem Rücken, so bekam ich das Zelt ab, und da ich auch keine Velo-Taschen hatte, kam der Rucksack, der eigentlich für den Gepäckträger geplant gewesen war, denn halt auch auf den Rücken. So beladen legten wir los.

Vorbei am Katzensee und an der Lägeren legten wir den ersten Streckenabschnitt nach Baden zurück. Alles flach und einfach. In Baden führt der Weg direkt an der Badi vorbei, wir wurden ganz neidisch. Das sollte uns noch oft passieren. Aber wir hatten uns ein Tagesziel gesteckt und hatten keine Zeit für längere Pausen. So kühlten wir uns auch bald darauf beim queren der Reuss nur kurz die Füsse. Bei Brugg erreichten wir die Aare, von hier weg unsere Begleiterin. Noch immer machten wir keine Pause, was sich als Fehler herausstellen sollte. Denn schon bald waren unsere Kräfte zu Ende, die Muskeln schmerzten, wir schafften es knapp noch bis Aarau und mussten auf den Zug umsteigen, um Gettnau im Luzernischen zu erreichen, wo wir zum Übernachten angemeldet waren. Dabei mussten wir ärgerlicherweise für die kurze Strecke Aarau-Olten den vollen ICN-Velo-Zuschlag entrichten, was den Kilometer ausserordentlich teuer machte.
Alles schmerzte, die Schultern vom Rucksack, die Muskeln, weil wir sie überfordert hatten, unsere Hinterteile vom langen Sitzen ... Fast hätten wir bereits aufgegeben.
Sonntag: Gettnau bis Biel

Aber so schnell kriegt man uns nicht unter! Wir nahmen uns fest vor, am zweiten Tag langsam zu fahren und regelmässig Pause zu machen. Zudem lieh sich Rahel einen Gepäckträger aus, was das Fahren viel angenehmer machte. Nur mein Rucksack blieb am Rücken.

Durch eine hügelige Gegend erreichten wir Langenthal und von da aus fanden wir zur Aare und auf die Route zurück. Immer nah am Fluss, war diese angenehm kühl und schattig. Mittags hielten wir bei einer Badi in Wangen an. In der Hitze des Nachmittags führte der Weg leider ausser bei Solothurn von der Aare weg überland, ohne Bäume, ohne Schatten. Wir kamen gehörig ins Schwitzen und mussten unsere Wasserflaschen fast an jedem Brunnen, an dem wir vorbeikamen, neu auffüllen. In Biel schlugen wir das Zelt am Campingplatz auf und kühlten uns im See ab.

Dummerweise verfing sich hier eine elastische Gepäckschnur in den Speichen und der Kette meines Velos. Als ich die Schnur endlich wieder entfernen konnte, ächzte und klapperte mein Velo beim Fahren äusserst besorgniserregend.
Montag: Biel bis Yverdon

Zum Glück sind in den Veloland-Schweiz-Tourenführern die Orte gekennzeichnet, wo es ein Velogeschäft gibt. So verliessen wir die Route schon bald, in Täuffelen, um möglichst die Ursache des Ratterns beheben zu lassen, bevor das Velo nicht mehr fährt. Aber wir hatten kein Glück: Wir fanden das Geschäft zwar, aber es war montags geschlossen. Deshalb fuhren wir nicht auf die Route zurück, sondern über die Hauptstrasse nach Ins. Doch als ob sie sich verschworen hätten, auch hier hatte der Velomech montags zu! Nun, mein Velo klapperte zwar, schien aber keine Anstalten zu machen, den Geist aufzugeben. So fuhren wir also auf die Route zurück und weiter zum Neuenburgersee. In Cudrefin verluden wir die Velos ins Schiff und liessen uns im Fahrtwind nach Portalban bringen, was auch gleich unsere Mittagspause darstellte. Bevor wir das schöne Estavayer-le-Lac erreichten, vermissten wir erneut den Schatten bewaldeter Uferwege, denn die Route führte uns in der prallen Sonne ein paar kleine Hügel hinauf. In Yvonand suchten wir zum dritten Mal den Velomech, mussten uns aber sagen lassen, dass dieser letztes Jahr sein Geschäft aufgegeben hatte. Bis Yverdon war es nicht mehr weit, aber leider kein schönes Stück Strecke. In Yverdon, beim letzten Versuch, fanden wir einen Velohändler, der montags geöffnet hatte, liessen das Velo reparieren und ich kaufte mir eine Gepäckträgertasche, so dass ich endlich den Rucksack los wurde.

Der Tag war damit aber auch schon zu Ende, wir verluden die Velos in den Zug und campierten in Lausanne direkt am Genfersee.
Dienstag: Lausanne bis Genf

Nun folgten wir der Rhone-Route. Zunächst waren wir ziemlich enttäuscht, da die Route ziemlich lang der Hauptstrasse folgte. Auch die Signalisation war nicht mehr so gut, was uns zwang, unterwegs für das kurze Stück noch den Routenführer zu kaufen. Auf schönen Wegen pedalten wir dann Richtung Genf, ab und zu führte die Route an den See zurück, wir nahmen es gemütlich. Nachmittags stieg die Temperatur wieder und uns graute schon vor der Vorstellung, in der Stadt Genf durch überhitzte, mit Verkehr verstopfte Strassenschluchten die Steigung bis zu unserer Unterkunft überwinden zu müssen. Wir suchten nach Alternativen und verliessen die Route ein Stück vor Genf, um sozusagen von hinten an unser Ziel heranzufahren, ohne am Zentrum der Stadt vorbeizukommen. Dies erwies sich jedoch bald als Fehler, das letzte Stück war äusserst unangenehm, und so erreichten wir das Ziel völlig erschöpft und ausgelaugt.
Fazit:

Wir haben unterwegs viel gelernt, kontinuierlich unsere Ausrüstung verbessert und wichtige Erfahrungen gemacht; etwa, dass es sich selten lohnt, die markierte Route zu verlassen, da man sonst schnell mal im dichten Verkehr landet. Die Route eignet sich sehr für ungeübte FahrerInnen, ist fast immer flach und zwar ab und zu mit FussgängerInnen, sonst aber meist mit niemandem zu teilen. Wir wissen jetzt, was wir uns zutrauen können, welche Ausrüstung Sinn macht, und haben auch etwas mehr Kondition. Im Jahr 2004 nehmen wir deshalb zuversichtlich die Seen-Route in Angriff!

Dieser Reisebericht liegt an:

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